Artenvielfalt Ruselmoore

Pflege, Entwicklung und Renaturierung eines großflächigen Moorgebietes im Bereich des Naturschutzgebietes "Todtenau und umgebende Auen" im Vorderen Bayerischen Wald

Kern des Projektgebietes ist das NSG Todtenau und umgebende Auen in der Gemeinde Kirchberg i. Wald im Landkreis Regen im Naturraum Vorderer Bayer. Wald mit einer Fläche von 150 Hektar. Aber auch außerhalb liegende Biotopverbundstrukturen, wie z. B. das Tal des Höllmannsrieder Baches mit einem Bibervorkommen, wurden mit einbezogen. Ziel des Projektes war, die ehemaligen Offenlandbereiche wiederherzustellen, entwässerte Bereiche zu renaturieren und den Biotopverbund innerhalb des Gebietes, aber auch nach außen, zu verbessern. Als eine Leitart dient das Birkhuhn, das im Gebiet zwar ausgestorben ist, dessen Lebensräume jedoch wieder hergestellt werden sollten. Es steht stellvertretend für eine ganze Artengemeinschaft, weshalb das Projekt auch "Artenvielfalt" genannt wurde.
Das Projekt startete 2003 mit der Einleitung eines ökologischen Flurneuordnungsverfahrens und lief über 12 Jahre hinweg.
Im Rahmen des Projektes konnte der Anteil an landkreiseigenen Flächen auf ca. 70 Hektar gesteigert werden. Fichtenaufforstungen wurden wieder entfernt, Entwässerungsgräben verschlossen und teilweise ursprüngliche Nasswiesen wieder angelegt. Ein Naturerlebnispfad wurde zusammen mit der Gemeinde und dem Naturpark Bayer. Wald angelegt.
Insgesamt werden im Projektgebiet ca. 10 ha artenreiche Nasswiesen extensiv gepflegt. Auf ca. 3 ha Flächen wurden Fichtenmonokulturen entfernt, die Stöcke gefräst und mit Mähgutübertragung artenreiche Wiesen wieder angelegt. Zahlreiche Entwässerungsgräben wurden wieder verschlossen und kleine Tümpel und Wasserflächen angelegt. Nach Abschluss der einmaligen Biotopgestaltungsmaßnahmen 2014 werden weiterhin die bisherigen und neu angelegten Nasswiesen gepflegt. Hier kommen je nach Situation Balkenmäher, ein bodenschonendes Spezialgerät oder auch Ziegenbeweidung zum Einsatz. Die Pflege übernehmen örtliche Landwirte bzw. der Maschinenring. Die Finanzierung erfolgt über den Landkreis im Rahmen der Naturparkförderung und über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogrammes.
An Rote-Liste-Arten kommen der Hochmoor-Perlmuttfalter, der Mädesüß-Perlmuttfalter und der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter vor. Seltene und gefährdete Pflanzenarten wie Arnika, Wald-Läusekraut und Wollgras finden dort noch ihren Lebensraum.
Im Rahmen des Projektes konnten die Verbindungen zwischen den Moorkernen teilweise wieder geöffnet und der Biotopverbund wieder hergestellt werden.
Durch das Projekt konnte die Biodiversität im Gebiet maßgeblich erhöht werden.
Die Gemeinde Kirchberg i. Wald hat zudem zusammen mit dem Naturpark einen Naturlehrpfad mit Broschüre erstellt. Dieser soll das Gebiet den Menschen näher bringen und es erlebbar machen, ohne die Natur zu stören. Weitere Kooperationen bestanden mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (Grunderwerb, Förderung), dem Forstbetrieb Bodenmais (Grundeigentümer), dem Forstamt (forstliche Beratung für die Landkreiswälder) und der Jägerschaft.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die artenreichsten Lebensräume im Gebiet sind die extensiv genutzten Nasswiesen. Deren Anteil konnte durch Rodung artenarmer Fichtenreinbestände erhöht werden. Auch die Offenland- und Moorarten unter den Insekten profitieren vom Projekt. Die Standortvielfalt konnte durch Wiedervernässung und Auflichtungsmaßnahmen erhöht werden. Insgesamt leistet das Projekt einen deutlichen Beitrag zum Erhalt und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt.


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Dokumente

Broschüre Naturlehrpfad Gemeinde Kirchberg i. W.

 

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Naturschutzgebiet Todtenau

Poschetsrieder Str. 16
94209 Regen

Öffnungszeiten: Tag und Nacht

Frau Rosmarie Wagenstaller

 

Weitere Infos

Landkreis Regen
Regen

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