Biodiversitätsbildung als Querschnittsthema von Biologie, Politik und Ethik

Im September 2014 bewilligte die DBU das Projekt „Biodiversitätsbildung im Kontext von Biologie, Politik und Ethik“. Ziel des Projektes ist es, zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt beizutragen und eine ethisch fundierte Naturschutzkommunikation im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an Botanischen Gärten zu entwickeln.
Das Projekt beinhaltet die Ausbildung und Zertifizierung von Mitarbeitern*innen aus Botanischen Gärten sowie von Kooperationspartnern*innen und Ehrenamtlichen. Innerhalb von drei Jahren (2015-2017) finden zwei Fortbildungsreihen mit jeweils 7 Modulen an 11 Botanischen Gärten in 10 Bundesländern statt. Jedes Modul widmet sich einem anderen Aspekt von Biodiversitätsbildung in Theorie und Praxis. Die Teilnehmer*nnen können sich speziell für Botanischen Gärten professionalisieren, Fachwissen erwerben und vertiefen sowie BNE-relevante Ideen und Materialien für die eigene Bildungspraxis entwickeln. An der Qualifizierungsmaßnahme (beide Durchläufe)nehmen insgesamt 50 Personen teil. Zusätzlich gibt es an jedem der beteiligten Gärten eine öffentliche, multiperspektivische Vortrags-und Diskussionsveranstaltung.

Die Botanischen Gärten haben das von Deutschland ratifizierte, weltweite Übereinkommen über Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity / CBD) als ein Basisdokument ihrer Arbeit anerkannt. Das Übereinkommen regelt den Erhalt, die nachhaltige Nutzung und den gerechten Vorteilsausgleich von Biodiversität und fordert Bildung der Öffentlichkeit als unverzichtbaren Bestandteil zur Umsetzung. Der Wert der biologischen Vielfalt wird in der CBD explizit verbunden mit dem weltweiten Wohlergehen von Menschen. Die biologisch/botanisch basierten Aufgaben von Botanischen Gärten stehen im Kontext unterschiedlicher, durchaus kontroverser, wissenschaftlicher, politischer und zivilgesellschaftlicher Perspektiven und Interessen. Vor diesem Hintergrund erfordert die Umsetzung von Bildungsangeboten an Botanischen Gärten einen hohen Grad an Kompetenz von den Anbieter*innen. Bislang fehlt in den Gärten hierfür ein verlässlicher Qualitätsstandard im informellen und außerschulischen Bildungsbereich. Diese Lücke möchte das Projekt schließen.
An 11 Botanischen Gärten in 10 Bundesländern nehmen 50 Personen in zwei Durchgängen an einer 7teiligen Qualifizierungsmaßnahme teil. Eine Hausarbeit schließt die Weiterbildung ab. Begleitend zu den Fortbildungsmodulen sollen bis zu 420 Personen über öffentliche Diskussions- und Vortragsveranstaltungen zu Maßnahmen zur Erhaltung der pflanzlichen Vielfalt an den 11 Fortbildungsorten erreicht werden. Die Teilnehmer*innen der Qualifizierungsmaßnahme können nach Abgabe ihrer Hausarbeit das Zertifikat „Multiplikator*in für Biodiversitätsbildung im Rahmen einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung“ erwerben. Hierdurch wird zum ersten Mal ein einheitlicher professioneller Standard für die Bildungsarbeit in Botanischen Gärten geschaffen. Durch die in den Hausarbeiten konzipierten Bildungsmodule ist ein Transfer in die jeweiligen Gärten und darüber hinaus in deren Wirkungskreis möglich.
Die Maßnahme ist adressiert an die im Bereich Wissenstransfer, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit angestellten Mitarbeiter*innen ebenso wie an die assoziierte Lehrkräfte an Schulen, Honorarkräfte, Kooperationspartner der Gärten und Ehrenamtliche.
Inhaltlich fokussieren die Qualifizierungsmaßnahme und die Vorträge auf die multiperspektivische Diskussion über die Maßnahmen zur Erhaltung der pflanzlichen Vielfalt und ermöglichen den Erwerb fachlichen Wissens und Könnens im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung über die biologischen und ökonomischen Sachargumente hinaus. Alle 7 Module der beiden Durchgänge sind gleich aufgebaut: jeder der 11 Gast gebenden Gärten stellt seine Pflanzensammlung mit den Schwerpunkten und Besonderheiten im Kontext der ex-situ Erhaltung pflanzlicher Vielfalt vor und Fachreferent*innen geben bildungsrelevante Impulse aus Politik, Ethik und Biologie. Zudem erproben die Teilnehmer*innen die Bildungsangebote vor Ort und haben Zeit für Diskussion und Transfer. Der öffentliche Vortrag jeweils am ersten Abend vervollständigt das Modul.
Das Fachgebiet Didaktik der politischen Bildung und das Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, beide Universität Kassel, leiten das Projekt in Kooperation mit dem Verband Botanischer Gärten e.V. vertreten durch den Botanischen Garten Mainz, Universität Mainz, Rheinland-Pfalz und den Forstbotanischen Garten Tharandt, TU Dresden, Sachsen durch. Die Projektleitung obliegt Marina Hethke, Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, Universität Kassel – Witzenhausen und Prof. Bernd Overwien, Didaktik der politischen Bildung, Universität Kassel. Projektkoordinatorin ist Eva-Maria Kohlmann. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes hat Frau Dr. Eser vom Büro für Umweltethik in Tübingen; eine beratende Funktion übt Bruno Inkermann vom Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW)


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Flyer_Biodiversitätsbildung_Botanische Gärten 2014-2017.pdf

 

Besuchen Sie uns

keine

-
- -

Öffnungszeiten: -

- -

 

Weitere Infos

Didaktik der politischen Bildung, Universität Kassel; Gewächshaus für Tropische Nutzpflanzen-Universität Kassel; Verband Botanischer Gärten e.V.
-

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld