Bayerns UrEinwohner - die Artenschutzkampagne der bayerischen Landschaftspflegeverbände

Weiterentwicklung:

Die Artenschutzkampagne Bayerns UrEinwohner hat in der Kommunikation neue Wege eingeschlagen. Sie ist in der Zwischenzeit mit einer eigenen Facebookseite in den sozialen Medien vertreten. Neben der Seite, die über die bayerischen Tiere und Pflanzen, die Umweltbildungs- und Landschaftspflegeaktionen berichtet, sind auch zwei der ausgewählten UrEinwohner mit einem eigenen Profil vertreten. Jede/r Facebooknutzer/in kann sich mit Benno Blauflügel, der Blauflügel-Prachtlibelle und Resi Rotbuckel, der Roten Röhrenspinne, anfreunden und erfährt Interessantes und Unterhaltsames aus ihrem Leben. Mit einer neuen Internetseite hat die Kampagne ergänzend ihre Außenpräsenz gestärkt. Dort können die Arten über eine Datenbank gesucht werden. Alle Arten sind mit einem Steckbrief beschrieben, dazu gibt es Informationen zu den Umweltbildungsaktionen, Tipps, Bildergalerie und Downloads. Für Nicht-Facebooknutzer ist ein Newsfeed mit den aktuellen Meldungen von der Facebookseite eingerichtet. Darüber hinaus wurde ein Krimiheft mit sieben Kurzgeschichten von sieben regionalen Krimiautoren (aus jedem Bezirk Bayerns) rund um ein Tier oder eine Pflanze veröffentlicht. Des Weiteren wird im Moment eine app „Wertach.Natur im Fluss“ für die Flusslandschaft Wertach entwickelt: Entlang des Fernradweg „Wertach erleben“ werden Radfahrer und Fußgänger an 20 Infopunkten mit Videos über Naturthemen wie Alpenschwemmlinge, Fischtreppen oder Kalktuffkaskaden informiert.

Ursprüngliche Bewerbung:

Die bayerischen Landschaftspflegeverbände engagieren sich gemeinsam mit Kommunen, Landnutzern und Naturschützern in der bundesweit einzigartigen Artenschutzkampagne "Bayerns UrEinwohner" für die heimische Artenvielfalt.

Ziel: Schutz der biologischen Vielfalt!
Mit der Artenschutzkampagne verbessern die Landschaftspflegeverbände die Lebensbedingungen bedrohter Arten, bewahren die gewachsene Kulturlandschaft und werben für ihre Schönheit und ihren Schutz.
Nicht nur Naturschützer und Landbewirtschafter, sondern größere Teile der Gesellschaft sollen die Zusammenhänge der biologischen Vielfalt verstehen und die dafür notwendigen Landschaften kennen, schätzen und lieben lernen. Aus diesem Grund wählen die Landschaftspflegeverbände besondere, regionaltypisch Arten mit bayerischer Verantwortung aus. Viele von ihnen eignen sich mit ihrer faszinierend Lebensweise als Sympathieträger. Sie stehen im Mittelpunkt zahlreicher Aktionen eines Kampagnenjahres, mit denen die Landschaftspflegeverbände vor Ort Spaß und Freude an der Natur vermitteln und damit einen emotionalen Zugang zur Natur bieten. Sie fördern damit das Bewusstsein und die Einsicht für den Schutz der biologischen Vielfalt, sowie verantwortungsvolles eigenes Handel und gesellschaftliches Engagement.

Umsetzung: Ideenreich und verbindend!
Mit bunten Aktionen zu ausgewählten Tieren und Pflanzen machen die Landschaftspflegeverbände die "UrEinwohner" in ganz Bayern erlebbar. Dabei binden sie lokale Akteure, wie Schulen, Vereine und anderen Gruppen ein, wecken Bewusstsein und fördern gesellschaftliches Engagement. Dazu gehören Mitmachaktionen der Landschaftspflege, wie Pflanzungen seltener Arten oder Sorten, Theaterstücke, Konzerte, Kunstobjekte und vieles mehr, immer angepasst an die örtlichen Gegebenheiten und mit örtlichen Akteuren. Um die Identifikation mit der Natur wieder zu wecken und zu fördern, werden in vielen Projekten Akteure der Kulturszene oder Heimat- und Trachtenvereine eingebunden oder kulturelle Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel das Maibaumaufstellen.

Beispiele der Aktionen im Rahmen der Kampagne: Ein Mountainbike-Weltmeister warb für die Rücksichtnahme auf das Auerhuhn im Fichtelgebirge. Deutschlands erfolgreichste Kindermusikband „Donikkl und die Weißwürschtl“ schrieb das Lied „Quaak“ über den Laubfrosch, das bei einem Konzert für Kinder mit und ohne Behinderung erstmals aufgeführt wurde. Der Trachtenverein „Randecker Buam“, die das gefährdete Federgras am Trachtenhut tragen, führte zur Eröffnung einer Ausstellung über die besondere Felspflanze einen traditionellen Tanz auf.

Kommunikation: regional und originell!
Der Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) ist der Dachverband der deutschen Landschaftspflegeorganisationen und koordiniert die Kampagne. Der DVL entwickelte dafür ein eigenes Kommunikationskonzept: „Bayerns UrEinwohner sind so urig wie die Lederhose und das Dirndl“ - die ausgewählten Arten werden aus traditionellen bayerischen Trachtenstoffen dargestellt, die mit Pflegeanleitungen versehen sind, denn: "Naturerbe braucht Pflege" - so die zentrale Botschaft. Jede Art ist aus einem eigenen Stoff gemacht, ein wertvolles Einzelstück. Je nach Machart braucht sie aber auch eine besondere Pflege, damit ihre Schönheit erhalten bleibt."

Im Internet finden Sie die Kampagne unter www.bayerns-ureinwohner.de mit Download-Bereich, eCards, Bildergalerie und vielem mehr.

Ergebnisse: wirkungsvoll und erfolgreich!
2012 starten die bayerischen Landschaftspflegeverbände bereits zum fünften Mal ein Kampagnenjahr in dem ausgewählte Tiere und Pflanzen im Mittelpunkt stehen. Die Kampagne hat bereits über 50 Projekte rund um einen "UrEinwohner" mit Aktionen in über 150 Kommunen und Landkreisen Bayerns durchgeführt.
Beispiele: Das Kinderhörspiel „Kasperl und das Löffelkraut“, erzählt eine Geschichte, in der das endemischen Bayerischen Löffelkraut die Hauptrolle spielt und wurde bereits 10.000-mal verkauft. Der Landschaftspflegeverband Nürnberg konnte mit einer „Rettungsaktion“ für den seltenen Sandtraganten durch das Freistellen der Pflanzen auf eine Anlage eines Rangierbahnhofs die Deutsche Bahn für eine langfristige Zusammenarbeit für mehr Naturschutz bei der Netzsicherung gewinnen. Am gemeindeübergreifenden Aktionstag „200 Hände für die Berghexe“ packten über 100 Freiwillige bei der Entbuschung des Lebensraums des seltenen Tagfalters „Berghexe“ an. Der dortige Regionalverband entwickelte inzwischen eine neue fränkische Berghexen-Tracht und ein regionaler Käsehersteller bietet saisonal einen „Berghexenkäse“ mit Kräutern aus dem Lebensraum an.

Die Kampagne Bayerns UrEinwohner wurde als einer der zehn besten Ansätze für den Schutz der biologischen Vielfalt bei der Auftaktveranstaltung der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Berlin ausgewählt. 2012 ist die Kampagne Preisträger der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Die Kampagne wird unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.

Video:


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Dokumente

Auszug aus dem Hörspiel ´Kasperl und das Löffelkraut´ von Doctor Döblingers Geschmackvollem Kasperltheater. Das Hörspiel ist im Handel erhältlich.

Projektbericht des Kampagnenjahrs 2011 - mit Pflegeanleitung

Faltblatt der Kampagne 2011

Faltblatt der Kampagne 2012

 

Besuchen Sie uns

Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL)

Feuchtwanger Str. 38
91522 Ansbach

Frau Christiane Feucht
Tel.:0981/4653-3540
bayerns-ureinwohner@lpv.de
http://www.bayerns-ureinwohner.de

 

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