Biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen im Weinberg

In der Vergangenheit hat der Weinbau zu vielfältigen Landschaften mit einer hohen biologischen Vielfalt beigetragen. Allerdings ist durch fortschreitende Intensivierungen in der Bewirtschaftung der Weinberge und der sie umgebenden Landschaft in den letzten Jahrzehnten in vielen Regionen Europas ein gegenteiliger Effekt zu beobachten. Geringe Arten- und Landschaftsvielfalt kann aber sogenannte Ökosystemleistungen, d.h. Leistungen der Natur zum Nutzen des Weinbaus, wie z.B. Schädlingskontrolle und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigen. Diese Wechselwirkungen aufzudecken und Möglichkeiten zur Förderung sowohl der biologischen Vielfalt als auch von Ökosystemleistungen zu entwickeln, sind Ziele des Projektes.

Weinberge prägen das Landschaftsbild vieler Regionen Europas und stellen ein besonderes Ökosystem dar, denn sie haben im Vergleich zu einjährigen Kulturen ein großes Potenzial zur Erhaltung und Förderung von biologischer Vielfalt auf der Anbaufläche selbst. Auch verfolgt der Weinbau weniger das Ziel hohe Erträge hervorzubringen, sondern Qualitätsprodukte, was die Spielräume für eine biodiversitätsschonende Bewirtschaftung vergrößert. Daher sind Weinbergsökosysteme hervorragend geeignet, um Ökosystemleistungen in Beziehung zur biologischen Vielfalt zu untersuchen. Wichtige Ökosystemleistungen im Weinbau sind z.B. die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, die Schädlings- und Unkrautkontrolle, die Bodenstabilität und das Bodenwasserspeichervermögen sowie die Traubenqualität und -gesundheit. Hier setzt das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt an, das zum Ziel hat, biodiversitätsgestützte Ökosystemleistungen im Weinbau zu identifizieren, um Managementmaßnahmen zu ihrer Optimierung zu entwickeln.

Im Fokus der Untersuchungen steht die biologische Vielfalt von unterschiedlichen Gruppen wie Bakterien, Pilzen, Pflanzen, Bodentieren und Wildbienen, die jeweils unterschiedliche Funktionen für Ökosystemleistungen haben können. Über die Anlage von Versuchsweinbergen mit verschiedenen Begrünungsvarianten untersuchen wir, wie sich diese Bewirtschaftungsmethoden auf die biologische Vielfalt und die daraus resultierenden Ökosystemleistungen im Weinberg auswirken. Auch die umgebende Landschaft mit einem unterschiedlichen Anteil an Landschaftsstrukturen wie Hecken, Feldgehölzen und Grünland kann zur biologischen Vielfalt des Weinbergs beitragen und geht daher in die Untersuchungen mit ein.

Das Projekt wird im Rahmen des europäischen Netzwerkes BiodivERsA nicht nur in Deutschland, sondern im Verbund mit Partnern aus Frankreich, der Schweiz, Österreich und Rumänien unter dem Titel „Promoting Ecosystem Services in Grapes“ (Kurzbezeichnung PromESSinG) mit insgesamt 1,2 Mio. Euro gefördert. Unser Team an der Hochschule Geisenheim besteht aus einem Doktoranden und einer Doktorandin, Martin Pingel und Deniz Uzman, sowie Prof. Dr. Ilona Leyer (AG Pflanzenökologie & Naturschutz) und Prof. Dr. Annette Reineke (Institut für Phytomedizin). Alle Untersuchungen werden nach einem einheitlichen Design in den ausgewählten Regionen der fünf teilnehmenden Länder durchgeführt, um die gewonnenen Ergebnisse überregional vergleichen zu können und so neue Erkenntnisse für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Weinbergsökosystemen zu gewinnen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

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Dokumente

Offizieller Info-Broschüre zum Projekt im Leporello-Format (Autoren: PromESSinG-Projektteam).

 

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Hochschule Geisenheim

Von-Lade-Straße 1
65366 Geisenheim

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Frau Prof Ilona Leyer
Tel.:06722 502 463
ilona.leyer@hs-gm.de
http://www.promessing.eu

 

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