Weihnachtsbaumaktion (Bonn)

Seit 1980 werden bei der Weihnachtsbaumaktion der Universität Bonn Nadelbäume von Naturschutzflächen in der Eifel als Weihnachtsbäume gegen eine Spende für gemeinnützige Zwecke abgegeben. Die Bäume werden bei der Renaturierung wertvoller Offenlandbiotope und Laubmischwälder in der Eifel gefällt. Die Koordination der Aktion hat seit 2010 eine Gruppe aus Studierenden und Ehemaligen der Uni Bonn von Prof. em. Dr. Wolfgang Schumacher übernommen. Aus dieser Gruppe ist 2015 der Verein für Naturschutz und Landschaftsökologie e.V. (NaLa e.V.) hervorgegangen. Beteiligt sind neben Studierenden und Ehemaligen der Universität Bonn die Biostation Bonn/Rhein-Erft, die Botanischen Gärten und die Abteilung Tierökologie der Universität Bonn.

Positive Effekte der Weihnachtsbaumaktion sind u.a.: Wiederherstellung und Erhalt wertvoller Offenlandbiotope und Laubmischwälder, das Wecken der Freude an praktischem Naturschutz vor der eigenen Haustür zusammen mit Gleichgesinnten, die sinnvolle und nachhaltige Verwendung des aus Naturschutzgründen geschlagenen Holzes in Form unbehandelter „Wild“-Weihnachtsbäume, die niederschwellige Information einer breiten Öffentlichkeit über das Thema Biologische Vielfalt in heimischen Mittelgebirgen und die Sammlung von Spenden für gemeinnützige Projekte in den Bereichen Naturschutz und Soziales.

Das Prinzip „Naturschutz durch Nutzung“ wird bei diesem Projekt somit in besonders innovativer, langfristiger und gleichzeitig zukunftsträchtiger Form umgesetzt.

Bereits seit 1980 sorgt die Weihnachtsbaumaktion an der Universität Bonn dafür, dass bei der Entscheidung für den jährlichen Weihnachtsbaum auch der Schutz bedrohter Lebensräume nicht zu kurz kommt: Bei der Aktion werden jedes Jahr vor Weihnachten unbehandelte Nadelbäume von Naturschutzflächen - also nicht aus Kultur! - als Weihnachtsbäume gegen eine Spende abgegeben. Die Bäume werden wenige Tage zuvor bei der Renaturierung artenreicher Offenlandbiotope oder der Optimierung von Laubmischwäldern in der Eifel gefällt.

Hauptziele des Projekts sind die Renaturierung naturnaher Laubmischwälder und Offenlandflächen, die Unterstützung gemeinnütziger (sozialer/ökologischer) Projekte, und die Versorgung der Bonner Bürger mit ökologisch einwandfreien Weihnachtsbäumen.

Die Nadelbäume und Zweige stammen von potenziell schutzwürdigen Flächen in der Eifel, die ehemals mit standortfremden Nadelgehölzen (v. a. Fichten, Kiefern) aufgeforstet wurden. Sie werden dort gefällt, um die Entwicklung standorttypischer Vegetation zu fördern.

Insgesamt wurden in den 35 Jahren seit der Etablierung der Weihnachtsbaumaktion zahlreiche Narzissen- und Bärwurzwiesen, Magerrasen, Bergwiesen, Heiden, Sümpfe und Moore von Nadelhölzern freigestellt und anschließend im Rahmen des Vertragsnaturschutzes gepflegt.

Die erbetenen Spenden (rund 9.000 Euro im Jahr 2014) kommen gemeinnützigen Projekten zugute, z. B. im Jahr 2014 dem Sterntaler Bonn e.V. sowie dem MOZAIC-Verein, einer Naturschutzinitiative in Rumänien.

Das Projekt spricht eine Vielzahl verschiedener Personengruppen als „aktive und „passive Projektteilnehmer an: Aktiv beteiligen sich Studierende, Ehemalige, örtliche Vereine und Einrichtungen der Universität Bonn und die Biostation Bonn/Rhein-Erft mit ihren Mitarbeitern. Passiv, d.h. als Konsumenten, wird die gesamte Bevölkerung Bonns angesprochen. Gerade in den vergangenen Jahren hat die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Produkten spürbar zugenommen, so auch bei Weihnachtsbäumen. Dies könnte neben der seit 2010 verstärkten Öffentlichkeitsarbeit zum anhaltenden und weiter steigenden Erfolg der Weihnachtsbaumaktion geführt haben.

Nicht nur im Vorfeld, sondern auch bei der Verspendung der Bäume informieren die Aktiven interessierte Bürger über das Projekt und dessen naturschutzfachlichen Hintergrund. Bei der Vergabe der gesammelten Spenden wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass sowohl gemeinnützige lokale Initiativen als auch Naturschutzprojekte bedacht werden.

Die Weihnachtsbaumaktion wurde an der Uni Bonn von Prof. Dr. Wolfgang Schumacher ins Leben gerufen und koordiniert. Seit dessen Emeritierung (2010) steht sie unter der Schirmherrschaft des damals in Gründung befindlichen Vereins für Naturschutz und Landschaftsökologie e.V. (NaLa e.V.). Bei den Maßnahmen wirken stets Studierende der Agrarwissenschaften, Ernährungswissenschaften, Biologie und Geographie mit. Oft beteiligen sich zudem Landwirte und die örtlichen Vereine in der Nähe der Naturschutzflächen aktiv an der Fällung der Bäume.

Möglich wird die Aktion neben dem Engagement der Studierenden und der Beteiligten vor Ort durch die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter der Botanischen Gärten Bonn sowie der Abteilung Tierökologie am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz und der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft.


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Weitere Infos

Verein für Naturschutz und Landschaftsökologie (NaLa) e.V.

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