Waldaktie - Klimaschutz trifft biologische Vielfalt

Zunächst als Klimaschutzprojekt gestartet, zielt die Waldaktie darauf ab, Touristen in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) eine Möglichkeit zur freiwilligen Kompensation ihrer urlaubsbedingten CO2-Emissionen zu bieten. Durch den Erwerb von Waldaktien können sie einen Beitrag zur Aufforstung und Pflege zusätzlicher Wälder leisten.

Eine im Jahr 2008 durchgeführte Inventurstudie zur Kohlenstoff-Bilanz der deutschen Wälder beschreibt deren Senken- und Speicherfunktion. In der ober- und unterirdischen Biomasse speichern sie 1,2 Milliarden Tonnen (t) Kohlenstoff. Zusätzlich speichert der Waldboden Kohlenstoff in ähnlicher Größenordnung. 1 t Kohlenstoff entspricht 3,667 t Kohlendioxid (CO2). Eine vierköpfige Familie setzt im Urlaub in M-V ca. 850 kg CO2 frei.

Aber Wälder können viel mehr als Kohlenstoff speichern:


Wälder fördern biologische Vielfalt.
Sie sind komplexe Lebensgemeinschaften mit einem unschätzbaren Artenreichtum und bedecken mit knapp 4 Milliarden Hektar (ha) ca. 30 % der Landoberfläche der Erde. Sie beherbergen 75 % der biologischen Vielfalt an Land. Auch unsere Wälder zählen als naturnächste Bestandteile der Kulturlandschaft zu den artenreichsten Landökosystemen. Gut 4.300 Pflanzen- und Pilzarten und mehr als 6.700 Tierarten kommen alleine in mitteleuropäischen Buchenwäldern vor. Die Forstverwaltung M-V bekennt sich zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung, die den Waldnaturschutz integriert und die Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt unterstützt.

Wälder dienen der Erholung und fördern die Gesundheit.
Waldbesucher suchen und finden vor allem Naturerleben, Erholung und Entspannung. Wälder sind Körpertrainer, Seelentröster und grüne Apotheken. Der Aufenthalt im Wald kann sich, insbesondere durch die natürliche Reizvielfalt, positiv auf Blutdruck, Puls, Stresshormone, Gelenke, Wirbelsäule, Lunge, Immunsystem sowie die Psyche auswirken. Indirekt entfalten Wälder ihre gesundheitliche Wirkung über Nahrung, Heilpflanzen und Trinkwasser.

Wälder produzieren Sauerstoff und reinigen die Luft.
Der Wald wirkt positiv auf das örtliche Kleinklima, die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur. Er filtert Stäube, Gase und radioaktive Stoffe aus der Luft. 1 Liter Stadtluft enthält ca. 500 000 Staubpartikel, 1 Liter Waldluft hingegen nur 10 000 Staubpartikel.

Waldboden speichert und reinigt große Wassermengen.
Bäume schaffen mit ihrem vergleichsweise tiefen und dauerhaften Wurzelsystem einen humus- und porenreichen Boden, der das Wasser gut eindringen lässt und in größere Tiefen ableitet. Die Infiltration ist in einem ungestörten Waldboden mit bis zu 80 l/m² pro Stunde in der Regel so hoch, dass auch bei Starkregen kein Oberflächenabfluss entsteht.

Wälder schützen vor Lärm.
Den besten Lärmschutz bieten mehrschichtige Wälder mit einer guten Mischung aus verschiedenen Nadel- und Laubbaumarten. Abgestufte Waldränder bieten nicht nur Stürmen eine geringe Angriffsfläche, sondern leiten den Lärm auch über den Wald nach oben weg. Ein Waldstreifen von 100 m Breite hat die gleiche Lärmschutzqualität wie z.B. eine Lärmschutzwand an der Autobahn.

Wälder schützen vor Geröll- und Schneelawinen und Erosion.
Der ideale Schutzwald gegen Lawinen und Steinschlag ist ein lockerer Mischwald mit Bäumen unterschiedlicher Altersstufen. Schutzwald ist bei weitem der kostengünstigste Schutz gegen Lawinen.

Und nicht zuletzt liefern Wälder den vielseitigen, nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff Holz. Durch Nutzung des Holzes als Bau- oder Werkstoff in langlebigen Produkten lässt sich die Senkenfunktion weiter verlängern. Nach der Ernte kann das produzierte Holz energieintensive Produkte und fossile Brennstoffe substituieren und damit weiterhin CO2-Emissionen reduzieren.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Laut Bundeswaldinventur 2012 gibt es pro Hektar Wald bundesweit durchschnittlich 500 m² besonders geschützte Biotopflächen, 21 m³ ökologisch bedeutsames Totholz sowie 11 Biotopbäume.
Besonders artenreich sind z.B. Lichtungen oder Waldränder, also Übergangsbereiche zwischen verschiedenen Landnutzungsformen. Im Offenland sind Wälder, Gehölze, Hecken und Einzelbäume wichtige Verbund- und Vernetzungselemente.
Humus- und Nährstoffversorgung sowie der Wasserhaushalt der Waldböden sind nicht durch Düngung, Pestizideinsatz oder regelmäßige mechanische Bearbeitung belastet. Aufgrund der Langfristigkeit der forstlichen Bewirtschaftung können sich natürliche Prozesse und Strukturen entwickeln, die sich wiederum positiv auf die Artenvielfalt auswirken.
Artenreiche und vielfältig strukturierte Wälder bilden auch einen Garant für ihren eigenen langfristigen Erhalt und ihre nachhaltige Nutzung. Eine große genetische Vielfalt ist die Basis für die Anpassungsfähigkeit der Wälder an sich ändernde Umweltbedingungen.
In M-V werden die biologische Vielfalt fördernde Maßnahmen etabliert und weiterentwickelt, wie z.B. die Erhöhung des Alt- und Totholzanteils, die Ausweisung von Altholzinseln sowie Maßnahmen zum Schutz seltener und gefährdeter heimischer Baum- und Straucharten.


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verschiedene Klimawälder

Pauslshöher Weg 1
19055 Schwerin

Öffnungszeiten: übliche Dienstzeiten

Frau Thorsten Permien
Tel.:0385/5886230
t.permien@lu.mv-regierung.de
http://www.waldaktie.de

 

Weitere Infos

Landestourismusverband M-V, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz & Landesforstanstalt M-V
Schwerin

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