CampusGarten - Wir Pflanzen Wissen !

Weiterentwicklung:

Die Fläche des CampusGartens wurde 2017 um etwa 250 m² erweitert, da die Nachfrage nach Beeten stark gestiegen ist. Der CampusGarten wurde 2017 mit dem Nachhaltigkeitspreis der Universität Würzburg ausgezeichnet, dadurch wurde das Projekt finanziell gestärkt (3000 Euro) und der Bekanntheitsgrad universitätsintern sowie extern gesteigert. Die Erfahrungen, die mit dem CampusGarten gewonnen wurden, werden auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In einer Kooperation mit dem Stadtgärtner Würzburg e.V. und der VHS Würzburg und Umgebung wird Urban Gardening auf einer 2000 m²-großen Fläche praktisch für die Gäste erlebbar gemacht. Zudem ist der CampusGarten aktiv im UniGardening Netzwerk tätig und fördert die Etablierung von Gartenprojekten an Universitäten deutschlandweit. Anfang 2018 hat sich der CampusGarten bei der Organisation des Saatgutfestivals in Volkach engagiert und sich dadurch mit regionalen und überregionalen Saatgutvermehrern und Sortenerhaltern vernetzt. An verschiedenen Bildungsträgern und Einrichtungen gibt der CampusGarten sein Wissen an Interessierte in Form von Vorträgen und Workshops regelmäßig weiter (VHS Würzburg; UniGardening Netzwerktreffen Berlin; LWG Veitshöchheim; Netzwerk N Berlin; Akademie Frankenwarte). Außerdem wurde im letzten Jahr der Webauftritt grundlegend überarbeitet.

Ursprüngliche Bewerbung:

Vom Wissen zum Handeln - Vom Handeln zum Wissen.
Auf einem ehemaligen Kasernengelände wenden engagierte Studierende der Universität Würzburg gemeinschaftlich ihr theoretisches Wissen zur Ökologie und Biodiversität in der Praxis an.

Seit Anfang 2015 beschäftigt sich eine engagierte Gruppe Studierender des Referates für Ökologie und Nachhaltigkeit der Studierendenvertretung an der Universität Würzburg neben dem Studium mit Aufbau, Organisation und Betreuung eines Urban-Gardening-Projektes auf dem Universitätsgelände. Auf einem ehemaligen Kasernengelände - welches nun von der Universität genutzt wird - konnte mit viel Fleiß eine kleine Fläche für den Gemüseanbau urbar gemacht werden. Als studentisches, selbstfinanziertes Projekt musste viel Zeit und Mühe in die Akquise von Geld- und Sachspenden investiert werden.

Urban-Gardening-Projekte gibt es viele. Im Gegensatz zu den meisten dieser Projekte ist unser Ziel, über den Nutzgarten hinaus die Förderung der biologischen Vielfalt verstärkt in den Urban-Gardening-Gedanken einzubauen und direkt mit dem Lehr- und Lernort Universität zu verbinden. Das Wissen aus den Hörsälen soll direkt vor dem Hörsaal zur Anwendung kommen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Förderung der Biodiversität als Traggerüst für ein nachhaltiges Wirtschaften.

Der CampusGarten verbindet Urban Gardening mit Urban Wilderness. So entstehen neben dem Nutzgarten auch verschiedene Biotope und werden mit diesem verflochten. Dabei orientieren wir uns an dem Konzept des Drei-Zonen-Gartens von Markus Gastl. Der Nutzpflanzenbereich wechselt sich mit naturnahen Biotopen ab, wie z.B. Magerrasenstandorten und Steingärten, für die eigens die oberste Bodenschicht abgetragen und durch Sand, Kies und Kalkschotter ersetz wurde. Hochstaudenfluren und Teiche ergänzen das Mosaik an Lebensräumen. Umrahmt wird das Ganze von einem Gürtel aus Bäumen, Sträuchern und Gebüschen, Benjeshecken, Stein- und Totholzhaufen, die als Nahrungsquelle, Unterschlupf, Heimstätte und Leitstruktur für Insekten, Vögel, Igel, Fledermäuse und viele andere Tiere dienen.

Im Nutzgarten wird regionales und samenfestes Saatgut in engem fachlichen Austausch mit der Saatgutarche Unterfranken und dem Botanischen Garten Würzburg verwendet und alte Nutzpflanzensorten gelangen durch die Aussaat wieder ans Tageslicht. Gleichzeitig wird der CampusGarten unabhängig, indem er sein eigenes Saatgut für das nächste Gartenjahr selbst herstellt. Auf Kunstdünger und Pestizide wird bewusst verzichtet - Nützlinge werden durch Fledermausnist- und quartierkästen, Insektenbehausungen, Laub- und Steinhaufen und durch Benjeshecken gezielt gefördert. Die Wasserversorgung ist vor allem auf die Nutzung von Regenwasser angelegt, das in großen Tanks gesammelt und von den Gärtnerinnen und Gärtnern genutzt wird. Das Bewässerungssystem wurde von der Natur- und Umweltstiftung Würzburg finanziell gefördert. Ein eigenes Beet ist kostenfrei, Werkzeuge, Kompost, Setzlinge, samenfestes Saatgut, eine kleine Gärtnerbibliothek und Material für den Bau von Hochbeeten stehen zur freien Verfügung. Eigenes Gemüse anbauen war niemals einfacher, alle sind willkommen!

Der CampusGarten als Begegnungsort richtet sich insbesondere an Menschen ohne jegliche Erfahrung im Gärtnern. Somit erreichen wir auch diejenigen, die sich vorher nicht wesentlich mit der Thematik des Lebensmittelanbaus beschäftigt haben. Der soziale Aspekt ist für uns über das gemeinsame Lernen hinaus so wichtig, weil durch das Gärtnern ein Bewusstsein für Lebensmittel und für die biologische Vielfalt, die die Grundlage all unserer Nahrungsmittel darstellt, geschaffen wird.
Im besten Fall wird durch ein gemeinschaftliches Gärtnern ein Transformationsprozess hin zu einem geänderten Lebensstils des Einzelnen in Form nachhaltiger Konsummuster befördert. Seit Kurzem bietet der CampusGarten in Kooperation mit einer regionalen Demeter-Gärtnerei auch eine vergünstigte Ökokiste mit frischem Bio-Gemüse für Studierende an.

Der CampusGarten als Begegnungsort soll aber auch ein Ort der Lehre und des Lernens werden - so können wissenschaftliche Studienarbeiten im Garten durchgeführt werden und Lehramtsstudierende ihre pädagogischen Fähigkeiten im Bereich der Umweltbildung ausbauen (z.B. in Form von Führungen für Schulklassen). Die ebenfalls als UN-Dekade-Projekt ausgezeichneten HoneyBeeOnlineStudies (HOBOS) sind mit einer verkabelten Beute in unserem Garten eingezogen. Im Rahmen der Bienenforschung ist eine Wetterstation im Garten installiert worden, es werden Seminare zur aktuellen Bienenforschung durchgeführt und natürlich die Bestäubung unserer Blütenpflanzen garantiert.

Die Erfolge, die der CampusGarten seit der kurzen Zeit seines Bestehens zu verzeichnen hat, sind einschlägig: bereits über 50 Gärtnerinnen und Gärtner sind dabei.
Nach kurzer Zeit legte die Plattbauchlibelle ihre Eier in den Teichen ab, Bienenwolf, Holzbiene und Sandwespe haben die Biotope bereits angenommen, Igel und Spitzmaus ein neues Zuhause gefunden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

VOM WISSEN ZUM HANDELN: weil die Theorie der Universitätslehre von Nachhaltigkeit und Vielfalt in der direkten Nähe praktisch umgesetzt werden soll und somit die Kluft zwischen Wissen im Vorlesungssaal und Handeln auf dem Campus überbrückt wird.

VOM HANDELN ZUM WISSEN: weil der CampusGarten neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet, die den Weg zu einem Werte- und Lebensstilwandel beim Einzelnen ebnen können und eine Sensibilität für die Vielfalt in Flora und Fauna schaffen.

Video:


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Dokumente

Konzeptplan des CampusGartens.

 

Besuchen Sie uns

CampusGarten an der Universität Würzburg

Emil-Hilb-Weg 24
97074 Würzburg

Öffnungszeiten: jederzeit frei zugänglich

Herr Pascal Bunk
oekologie@uni-wuerzburg.de
http://www.stuv.uni-wuerzburg.de/referate_arbeitskreise/referat_oekologie/campusgarten/

 

Weitere Infos

Referat Ökologie der Studierendenvertretung der Universität Würzburg
Würzburg

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