Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen

Weiterentwicklung:

Wir haben in den vergangenen zwei Reihen das Ziel "Steigerung der Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen" u.a. mit vielen Tagesveranstaltungen und Ausbildungsreihen kontinuierlich weiterverfolgt. Wir greifen wichtige ökologische Friedhofsthemen auf und konzipieren daraus Veranstaltungen. Die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen. In Fragen der ökologischen Gestaltung von Friedhöfen haben wir uns in der Landeskirche und darüber hinaus bekannt gemacht und bundesweit zum Nachahmen angeregt. 2018 wird eine Veranstaltung zum Thema Abfall auf kirchlichen Friedhöfen angeboten. Abfälle auf Friedhöfen können wertvolle Rohstoffe sein oder hohe Kosten als Restmüll verursachen. Wir wollen darüber informieren, welchen Vorteil es hat, Kompost zur eigenen Verwendung auf dem Friedhof herzustellen und in welchem rechtlichen Rahmen man sich damit befindet. Wir bieten verstärkt an, vor Ort Vorträge über die Friedhofsthemen zu halten und damit die Menschen zu erreichen, die den Weg zu uns sonst nicht finden. Die Akquise von EU-Fördermitteln und Mitteln des Landes Niedersachsen zur konkreten ökologischen Umgestaltung auf mehreren Friedhöfen versetzt neun kirchliche Friedhöfe in die Lage, innerhalb kurzer Zeit Umgestaltungen durchzuführen, die zu einer deutlichen ökologischen Aufwertung führen wird. Diese Friedhöfe gelten als Vorbild, um anderen Friedhofsträgern aufzuzeigen, welchen ökologischen, sozialen und ökonomischen Wert die Erhöhung der Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen hat.

Ursprüngliche Bewerbung:

In der hannoverschen Landeskirche befinden sich ca. 850 kirchliche Friedhöfe in Trägerschaft der Kirchengemeinden. Die wachsende Nachfrage nach Bestattungen in naturnahen Umgebungen führt zu ständigen Neugründungen von Bestattungswäldern. Gleichzeitig sinkt die Flächennachfrage auf Friedhöfen, obwohl die Sterbezahlen ansteigen. Auch der kontinuierliche Anstieg der Feuerbestattungen lässt die Flächennachfrage auf Friedhöfen sinken. Die beschriebene Gesamtsituation führt zur Herausforderung, ökonomisch und ökologisch mit neuen Konzepten zu reagieren. Die ökologische Aufwertung und die ökonomische Zukunftsfähigkeit gehen dabei Hand in Hand. Naturnahe Umgestaltung von Wegen und Flächen senkt den Unterhaltungsaufwand und steigert die Attraktivität. Gleichzeitig steigt die Artenvielfalt.

Ziel des Projektes: Überhangflächen auf kirchlichen Friedhöfen und Grabfelder werden deutlich ökologisch aufgewertet. Das bedeutet, dass eine Biotopaufwertung nachweisbar ist.
Wachsende Nachfrage nach pflegearmen/pflegefreien, ansprechenden und ökologisch wertvollen Grabstellen induzieren und bedienen.
Es werden Grabfelder geschaffen, deren Pflege in professionellen Händen liegt. Angehörige, die immer öfter in weit entfernten Regionen leben, werden von der Pflicht zur Grabpflege befreit. Diese Grabfelder werden nicht mehrmals jährlich neu bepflanzt, sondern mit heimischen Stauden, Sträuchern und Ähnlichem.

Der Schwerpunkt dieses Projektes liegt auf der Bildungs- und Informationsarbeit.
Seit April 2014 hat das Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz durch eine Vielzahl an Veranstaltungen ca. 150 Friedhofsträger erreicht.
Der erste Kurs zum Aufbau des Umweltmanagementsystems für kirchliche Friedhöfe ist erfolgreich abgeschlossen, der zweite Kurs (jeweils 5 Kurstage) startete im Mai 2017. Mehrere Kirchengemeinden haben die Zertifizierung ihres Friedhofes erreicht und damit nachgewiesen, dass sie ein funktionierendes Umweltmanagementsystem aufgebaut haben, das zu kontinuierlichen Verbesserungen der Umweltauswirkungen führt.
Das Umweltmanagementsystem für kirchliche Friedhöfe ist von uns entwickelt worden und entspricht in fast allen Anforderungen der höchsten europäischen Umweltnorm EMAS III. Wir haben im Februar 2017 kirchliche Revisor*innen aus dem gesamten Bundesgebiet, die die Zertifizierungen durchführen, umfangreich geschult.

Einführung in die Visuelle Baumkontrolle
Die Träger von kirchlichen Friedhöfen sind verpflichtet ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen und den Gesundheitszustand ihrer Bäume regelmäßig zu überprüfen. Die regelmäßige Kontrolle fördert den Erhalt von alten Bäumen und die wiederum bilden ganz besondere Biotope für eine Vielzahl an gefährdeten Tieren. Ein qualifizierter Baumprüfer hat in mehreren Kursen fast 40 ehren- oder hauptberufliche Mitarbeitende von kirchlichen Friedhöfen erfolgreich geschult. Die Nachfrage nach dieser Ausbildung ist weiterhin so groß, dass in 2018 weitere Kurse organisiert und durchgeführt werden.

Fachseminare
"Friedhöfe ökologisch gestalten und moderne Grabfelder anlegen". Unter diesem Titel stand eine Veranstaltung für Friedhofsgärtner*innen und hauptberuflich oder ehrenamtlich Verantwortliche für Friedhöfe. Über 50 Teilnehmende kamen im Mai 2016 und ließen sich von den kommunalen Gärtnern des Waldfriedhofes Celle erklären, wie moderne Grabfelder angelegt und vermarktet werden und Wege wirtschaftlich ohne Herbizide gepflegt werden können. Die Herstellung des eigenen Kompostes und die Staudenvermehrung für die Eigenverwendung wurden dargestellt. Sie bieten in der Bewirtschaftung des Friedhofs enorme ökologische und ökonomische Vorteile.

Im Mai 2017 lautete der Titel für eine Veranstaltung im ähnlichen Rahmen „Pflanzen auf dem Friedhof und Kirchgrundstück – die richtige Auswahl für Randgrün, Überhangflächen, Gemeinschaftsgrabanlagen und andere kirchliche Flächen (auch) aus ökologischer Sicht“. Im Focus stand die Bedeutung von richtig ausgewählten Pflanzen für Insekten, Fledermäusen und Vögeln.

Ausstellung mit bepflanztem Sarg
In 2016 wurde eine Ausstellung zur Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen entwickelt, die bereits auf mehreren Großveranstaltungen präsentiert werden konnte (30jähriges Jubiläum des Bundesministeriums für Umwelt und Bauen, Tag der Niedersachsen...). Der mit Stauden bepflanzte Sarg sorgte für intensive Gespräche zum ökologischen Wert von Stauden im Vergleich zur Wechselbepflanzung mit gefüllten Blüten . Eine Plakatausstellung und das Glücksrad mit Quizfragen rundeten den Stand ab. Als Preis für die erfolgreiche Teilnahme beim Quiz wurden ökologisch wertvolle Blumenzwiebeln gerne mitgenommen.

Newsletter und Website
Um noch differenzierter Informationen an einen interessierten Kreis weitergeben zu können, wird seit Februar 2017 mehrmals jährlich ein Newsletter herausgegeben.
Damit erreichen wir über 850 Personen und können auf unsere Veranstaltungen und wichtige Beiträge aus anderen Quellen gezielt hinweisen. Diese Newsletter sind auf unserer Website einzusehen. Sie können sich auch gerne in den Verteiler aufnehmen lassen.

Alle Maßnahmen werden auf der Website www.friedhof-umwelt.de ausführlich dargestellt und beworben. Für mehrere Personen des Arbeitsfeldes Umwelt- und Klimaschutz ist die Steigerung der Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen zum Arbeitsschwerpunkt geworden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Uns ist es ein großes Anliegen, dass Umgestaltungen auf Friedhofsflächen zur Aufwertung der Biodiversität genutzt werden.

www.friedhof-umwelt.de


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Dokumente

Umweltmanagement für kirchliche Friedhöfe - Veränderte Friedhofskultur eröffnet neue Chancen für die Steigerung der Biodiversität und Erhöhung der Einnahmen.

Friedhofs-Veranstaltungen 2017

Ausstellung, ausleihbar

Rollup, ausleihbar

 

Besuchen Sie uns

Haus kirchlicher Dienste - Umwelt- und Klimaschutz

Archivstr. 3
30169 Hannover

Öffnungszeiten: 9:00 - 14:00

Frau Gabriela Gust
Tel.:0511-1241594
gust@kirchliche-dienste.de
http://www.kirche-umwelt.de

 

Weitere Infos

Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz im Haus kirchlicher Dienste
Hannover

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