Das Aller-Projekt - Verbindung von Lebensräumen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt

Weiterentwicklung:

Im bisherigen Projektzeitraum konnten in den verschiedenen Bausteinen des Aller-Projektes viele Erfolge erzielt und das Projekt weiter entwickelt werden. Durch Initiative des Aller-Projektes konnten bisher 7.700 m² Flächen gesichert, 5.500 Tonnen Kies und 50 Totholzelemente eingebracht, 5.000 Ufergehölze gepflanzt, 13 Feuchtbiotope angelegt, 8 Sohlabstürze verbessert und 3 Laufbretter unter Brücken angebracht werden. Viele Unterhaltungsverbände, Landkreise und Angel- und Naturschutzvereine konnten als Kooperationspartner gewonnen werden und leisteten zusätzliche, wertvolle Beiträge zur Erhöhung der biologischen Vielfalt. Ergänzt wurde das Projektgebiet durch die Aufnahme weiterer Gewässer. Die interaktive Maßnahmenkarte wurde stetig aktualisiert und informiert über den aktuellen Stand der umgesetzten und geplanten Naturschutzmaßnahmen mit Text, Fotos und Lageplan. Die jährliche Fachtagung hat sich zu einer Plattform für einen regen Informationsaustausch und zur Vernetzung der Aktiven im Aller-Einzugsgebiet etabliert. Durch die Ausbreitung des Bibers im Aller-Einzugsgebiet wurde die Öffentlichkeitsarbeit um das Thema Biber erweitert. Gezielt werden Exkursionen und Vorträge zur Biologie und Lebensweise des Lebensraumgestalters angeboten. Die Umweltbildungseinsätze mit dem „Aller-Mobil“ wurden wegen der starken Nachfrage auf 40 im Jahr erhöht und das Konzept durch ein neu entwickeltes Abschlussspiel ergänzt, das die Inhalte anschaulich und spielerisch zusammenfasst.

Ursprüngliche Bewerbung:

Natürliche Flusssysteme und deren Auen sind aufgrund der Vielfalt an Lebensräumen und ihrer Funktion als Ausbreitungs- und Wanderweg von großer Bedeutung für eine hohe biologische Vielfalt. Auch die Aller und ihre Nebengewässer bieten vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. dem Fischotter, dem Biber, dem Fluss- und Bachneunauge, der Großen Moos- und Grünen Flussjungfer sowie der Flussperlmuschel, Lebensräume.

Gleichzeitig sind gerade diese Gewässer für eine überregionale Vernetzung, insbesondere für Fischotter und Biber, von großer Relevanz. Viele dieser Gewässer haben jedoch in den letzten Jahrzehnten ihre ökologischen Funktionen und ihre Vielfalt an Arten und Lebensräumen weitgehend verloren. Diese Entwicklung soll im Einzugsgebiet der Aller rückgängig gemacht werden und durch die Verbindung von naturnahen Lebensräumen an den Gewässern eine Revitalisierung eingeleitet werden.

Das Projektgebiet erstreckt sich über das gesamte Einzugsgebiet der Aller und ihrer Nebengewässer – von der Quelle in Sachsen-Anhalt bis zur Mündung in die Weser im niedersächsischen Landkreis Verden. Hierbei werden an verschiedenen, mit wissenschaftlichen Methoden ausgewählten Gewässern Maßnahmen zur ökologischen Gewässerentwicklung durchgeführt. Schwerpunktgewässer des Projektes sind die Nebengewässer der Aller, die außerhalb von Schutzgebieten liegen. Zu den prioritären Gewässern zählen Landgraben (Kreis Oebisfelde), Kleine Aller, Meiße und Nebengewässer, Lachte und Nebengewässer, Nebengewässer der Örtze, Gohbach, Wietze, Fuhse und Schunter.

Ziel des Projektes ist es, im Einzugsgebiet der Aller naturnahe Gewässerabschnitte und Auen zu vernetzen, um die biologische Vielfalt zu entwickeln und zu bewahren. Biologische Vielfalt beinhaltet die Vielfalt von Lebensräumen, Lebensgemeinschaften und Landschaften sowie die Vielfalt der Arten und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Gewässer und Auen sollen sich wieder eigendynamisch entwickeln können und Lebensräume für dort typische Pflanzen und Tiere bieten. Die Flussauen sollen wieder mehr Wasser und Schadstoffe in der Fläche und im Gewässer zurückhalten können, um die Selbstreinigungskraft zu fördern und Überflutungen abzumildern. Gleichzeitig ist es wichtig, die Gewässer und ihre Auen für die naturverbundene Erholung erlebbar zu machen. Um dies alles zu erreichen, ist die Akzeptanz in der Bevölkerung sowie deren Unterstützung von großer Bedeutung.

Um eine effiziente Biotopvernetzung zu entwickeln, reichen die Maßnahmen, je nach Defiziten und Entwicklungsmöglichkeiten, von Naturschutzmaßnahmen im Fließgewässer, wie z.B. der Förderung der Eigendynamik, Einbau von Kies oder Totholz, bis zu Maßnahmen in der Aue, wie z.B. Sicherung von Flächen, Gehölzentwicklung und Anlage von Trittsteinbiotopen. Damit die Ziele des Projektes erreicht und im Einzugsgebiet der Aller möglichst effektiv und weitreichend Fließgewässer revitalisiert und vernetzt werden, ist das Projekt auf Partner aus der Region angewiesen, die Interesse, Erfahrungen und Ressourcen besitzen, ökologische Maßnahmen umzusetzen. Kleine Vereine und Verbände, wie Naturschutz,- Angel- oder Fischereiverbände, werden deshalb unterstützt und gecoacht, damit sie zukünftig Gewässermaßnahmen selbstständig planen und über andere Fördermöglichkeiten finanzieren und umsetzen können.
Mit Hilfe von Vorträgen, Exkursionen und Pressemitteilungen wird die regionale und lokale Bevölkerung bei der Planung und Umsetzung mit eingebunden. Umweltbildung ist ein weiterer bedeutender Baustein des Projektes. Das im Rahmen des Projektes errichtete fahrende Gewässerlabor "Aller-Mobil" kommt im Einzugsgebiet zum Einsatz. Schülern unterschiedlicher Klassenstufen wird altersgerecht durch Gewässeruntersuchungen mit Keschern, mit Mikroskopen und durch ein Gewässerspiel und andere Forschungsutensilien die Natur vor Ort mit allen Sinnen näher gebracht. Wissen über unsere heimischen Gewässer mit den dort lebenden Arten wird den Kindern so mit Hand und Herz vermittelt. Die Gewässerschutzmaßnahmen und die Angebote im Bereich der Umweltbildung werden wissenschaftlich evaluiert, um deren Wirkung auf die biologische Vielfalt und das Naturbewusstsein festzustellen und um gegebenenfalls Änderungen in dem bis zum Jahr 2018 laufenden Projekt vorzunehmen.

Seit dem Jahr 2012 wurde mit Akteuren vor Ort eine Vielzahl von unterschiedlichen Gewässerschutzmaßnahmen an verschiedenen Flüssen durchgeführt, die aktuell auf der Internetseite des Projektes dargestellt werden. Damit konnte die Vernetzung von Lebensräumen am Gewässersystem der Aller erfolgreich eingeleitet werden. Jährlich werden über 30 Schulklassen oder Kinder- und Jugendgruppen die Lebensräume und die Artenvielfalt am Gewässer mit dem Aller-Mobil näher gebracht. Zudem werden den über 200 in das Projekt eingebundenen Akteuren jährlich auf einer Fachtagung die Projektfortschritte vorgestellt und es wird über neuere Themen der Gewässerentwicklung informiert und diskutiert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

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Dokumente

Das Projektgebiet mit den Schwerpunktgewässern

Projektflyer

Flyer zum Allermobil

Karte mit den bis zum Februar 2017 durchgeführten Maßnahmen

 

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http://www.aller-projekt.de

 

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