"REGIONAL PLUS – fair für Mensch und Natur"

Im Projekt, gefördert von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW, erarbeiten wir in breiter Allianz mit wichtigen Akteuren aus NRW, wie der Verbraucherzentrale NRW, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, des NABU und Regionalinitiativen Kriterien für eine Auszeichnung von glaubwürdigen, nachhaltig wirtschaftenden Regionalvermarktungsinitiativen.

Hintergrund:
Viele Umfragen und Studien der letzten Jahre belegen das große Interesse der Verbraucher an regionalen Produkten. In der Regel verbinden Verbraucher Regionalität mit Nachhaltigkeit. Insbesondere Kriterien wie Transparenz in der Lebensmittelproduktion, regionale Wertschöpfung, umwelt- und regionalverträgliche Bewirtschaftungsformen sowie Tierschutzaspekte sind dem informierten Verbraucher wichtig. Auch die Gentechnikfreiheit von Lebensmitteln spielt eine immer größere Rolle. Zahlreiche Regionalvermarktungsinitiativen – wie z. B. bergisch pur oder Lippe Qualität – bieten seit vielen Jahren glaubwürdige regionale Produkte an, deren Qualitätsstandards weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Standards liegen und eine klima- und umweltschonende Erzeugung und Verarbeitung gewährleisten (wie z.B. Festlegung von Viehbestands-obergrenzen, Festlegungen zum Tierschutz, Einsatz einheimischer Futtermittel und verstärkter Einsatz von stickstoffspeichernden Leguminosen). Einige Initiativen haben zudem eine gentechnikfreie Produktion in ihren Richtlinien festgeschrieben.

Eine wachsende Zahl von Verbrauchern ist bereit, für regionale Produkte einen höheren Preis zu zahlen. Der Handel nutzt diese Mehrpreisbereitschaft und setzt den Begriff „regional“ inzwischen inflationär ein: Häufig werden eindeutig nicht regionale Produkte als solche ausgewiesen bzw. Produkte mit dem Begriff regional „geadelt“, obwohl sie zu Bedingungen produziert wurden, die nicht als nachhaltig zu bezeichnen sind. Diese Verwässerung einer eigentlich positiven Entwicklung erfolgt zu Lasten derer, die authentische regionale Produkte anbieten und mit ihrer Arbeit ein großen Beitrag zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.

Maßnahmen:
In einem Projekt, gefördert von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW, erarbeiten wir in breiter Allianz mit wichtigen Akteuren aus NRW, wie der Verbraucherzentrale NRW, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, des NABU und Regionalinitiativen Kriterien für eine Auszeichnung von glaubwürdigen, nachhaltig wirtschaftenden Regionalvermarktungsinitiativen. Im Herbst letzten Jahres vergab der Landesverband der Regionalbewegung NRW dann erstmals die Initiativenauszeichnung „REGIONAL PLUS – fair für Mensch und Natur“. Ausgezeichnet wurden in einer ersten Runde Regionalinitiativen in NRW, die bei der Erzeugung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte Regionalität, Umwelt- und Naturschutz sowie Qualitätssicherung vereinen und somit einen wichtigen Beitrag zur Förderung bäuerlicher, regionalverträglicher und nachhaltiger Landbewirtschaftungsformen sowie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten. Das Kriteriensystem setzt sich aus Basiskriterien und Ökologischen Prüfsteinen zusammen, die zusätzliche Auskünfte über konkrete Naturschutzmaßnahmen geben - siehe http://www.regionalbewegung.de/fileadmin/user_upload/images/2013/NRW-Regional_mit_Qualitaet/Kriterien/04.September2014_Kriteriensystem_Regionalinitiativen_allgemein.pdf.

Ergebnisse:
In der ersten Runde wurden vier Initiativen ausgezeichnet - siehe http://www.regionalbewegung.de/index.php?id=346#c864. Alle vier Initiativen leisten mit Ihrer Wirtschaftsweise einen hohen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft. Bei "bergisch pur" wird z.B. vorgeschrieben, dass gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge und zur Unkrautbekämpfung biotechnische, biologische und mechanische Maßnahmen, der Anbau widerstandsfähiger Sorten sowie die Nützlingsförderung Vorrang gegenüber chemischen Mitteln haben. Eine naturschutzorientierte Bewirtschaftung der Flächen wird bei dieser Initiative als zentrale Zukunftsaufgabe formuliert. Je nach Produktionsbereich ist festgehalten, dass Landwirte Hecken und Streuobstwiesen bzw. artenreiche Magerwiesen und feuchte Standorte mit ihrer typischen Vegetation erhalten und pflegen sollen.

Ziele und Ausblick
Die Auszeichnung bietet die Möglichkeit, Qualitätskriterien in der Regionalvermarktung zu verankern und somit umweltverträgliche Landbewirtschaftungssformen und biologische Vielfalt zu fördern. So müssen die teilnehmenden Betriebe und Initiativen Angaben bei den ökologischen Prüfsteinen machen: Das heißt, es müssen z.B. Maßnahmen zur Agrobiodiversität erfüllt werden (z.B. Einsatz von bienenverträglichen Pflanzenschutzmitteln, Nützlingsförderung durch Blühstreifen) oder Landschaftspflegerische Maßnahmen müssen getroffen werden (z.B. Anlage von Hecken, Pflege von Streuobst-, Magerwiesen).

REGIONAL PLUS soll Politik und Gesellschaft für die große Chance sensibilisieren, den wachsenden Verbraucherwunsch nach regionalen Produkten mit ökologischen und sozialen Indikatoren in der Landwirtschaft und der Regionalvermarktung zu verknüpfen.

Die erarbeiteten Kriterien können als Basis für eine bundesweite Auszeichnung glaubwürdiger Regionalinitiativen mit Qualität betrachtet werden.


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Weitere Infos

Landesverband Regionalbewegung NRW

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