Streuobstliebe: Apfel-Fruchtaufstrich und GPS-Smartphone-Applikation

Weiterentwicklung:

Präsentation auf Märkten Seit "Streuobstliebe" im Jahr 2015 ins Leben gerufen wurde, sind wir mit unserem Apfelgelee auf mehreren Veranstaltungen im Jahr präsent. Durch Gespräche beim Verkauf des Apfelgelees können wir die Bedeutung der Streuobstwiesen im Hinblick auf Natur- und Artenschutz, Landschaftsbild und Kulturlandschaft näher erläutern. Auf der Grundlage unseres Fachwissens geben wir zudem Tipps zu Baumpflege und Sortenwahl. Wir stellen eine positive Resonanz fest; häufig werden wir sogar gefragt bzw. gebeten, ob wir an bestimmten Veranstaltungen nicht zusätzlich teilnehmen möchten! Kartierung der Streuobstbäume Die ursprüngliche Idee sortenreiner Apfelgelee jeweils von nur einem einzigen Obstbaum herzustellen, wird beibehalten, doch mit dem Anspruch eine „vollständige“ Kartierung und Bestimmung aller Bäume auf der Gemarkung Hopferbach (bei Bad Schussenried) durchzuführen. Mit Bildern dokumentiert, werden diese dann auf der Internet-Seite von „Streuobstliebe“ (https://streuobstliebe.de/) auf einer Karte dargestellt. Derzeit sind es bereits über 60 Bäume. Die Bestimmung der jeweiligen Sorte hat sich als schwierig herausgestellt. Das Wissen der Stücklesbesitzer über die jeweilige Sorte ist gering bzw. gar nicht vorhanden. Jeder Baum wird daher von offizieller Seite (z.B. Kompentenzzentrum Obstbau-Bodensee) bestimmt bzw. in seiner Bestimmung bestätigt. Damit wird Streuobstliebe auch zu einer wertvollen Dokumentation des Sortenbestandes eines Ortes.

Ursprüngliche Bewerbung:

Streuobstliebe stellt Apfel-Fruchtaufstrich her. Das ist zunächst nichts Besonderes. Besonders daran ist, dass jedes Glas sortenrein ist, die hierfür verwendete Obstsorte benannt wird und auf jedem Etikett auch der Standort des abgeernteten Obstbaumes über den Längen- und Breitengrad aufgeführt ist. So weiß man, woher das Gelee kommt. Herkunftsnachweis pur. Der QR-Code auf jedem Glas leitet zu dem Baum, dessen Früchte für diesen Apfel-Fruchtaufstrich verwendet wurden und gibt Informationen zu der jeweiligen Sorte.

Die Idee hinter Streuobstliebe:

1. Biologische Vielfalt - nur was man kennt, schützt man

Über Jahrhunderte hinweg ist auf den Streuobstwiesen Süddeutschlands eine große Sortenvielfalt entstanden. Die Obstbäume bildeten eine wesentliche Lebensgrundlage für die Bevölkerung und es wurden für die verschiedensten Verwendungszwecke vom Tafelobst über Saft bis hin zu Dörrobst geeignete Sorten selektiert und vermehrt. Sie sind ein Reservoir an unterschiedlichen Erbanlagen, wie es in dem auf wenige marktgängige Sorten spezialisierten Intensivobstbau nicht mehr zu finden ist. Mit dem Verschwinden der Streuobstwiesen gehen auch die alten Obstsorten verloren. Streuobstliebe möchte für dieses Thema sensibilisieren und bietet daher nicht "nur" Apfel-Fruchtaufstriche aus Streuobstbeständen an, sondern sortenreinen Apfel-Fruchtaufstrich und benennt diesen dann mit dem Namen der jeweiligen Sorte. So gibt es das Apfelgelee "Schönen aus Wiltshire" ebenso wie das Apfelgelee "Transparent aus Croncels".

2. Aufgreifen des regionalen Gedankens

Der Lebensmittelmarkt ist durch Konzentration und Tendenzen zur Globalisierung gekennzeichnet. Im Kontrast zu diesem Trend steht die Nachfrage nach "Regionalen Lebensmitteln". Diese stehen für eine bessere Nachvollziehbarkeit, woher die Ware kommt und wie sie produziert wird. Sie eröffnen Verbrauchern die Möglichkeit, Landwirte und Verarbeiter vor Ort in den Blick zu nehmen. Regionalität ist für viele Verbraucher ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit und der eigenen Identität. Streuobstliebe greift diesen Gedanken konsequent auf und geht noch einen Schritt weiter: Auf jedem Etikett des Apfel-Fruchtaufstrichs ist der Obstbaum, von dem die Früchte für dieses Glas stammen, mit dem Längen- und Breitengrad angegeben und im Internet in einer Karte mit Zusatzinformationen dargestellt. Man kann den Baum also auch "besuchen", Herkunftsnachweis pur!

3. Identität und Kommunikation

Streuobstliebe verfügt selbst über keine Obstbäume im ertragsfähigen Alter und ist daher auf "Spenderbäume" für den Apfel-Fruchtaufstrich angewiesen. Bewusst werden Bäume von verschiedenen Streuobstwiesen und von verschiedenen Eigentümern in der näheren Umgebung ausgewählt. Bei der "Akquirierung" wurde festgestellt, dass sowohl die Sortenkenntnis, wie auch die Wertschätzung der Streuobstwiesen bei den Stücklesbesitzern sehr unterschiedlich ist: vom großen Engagement für deren Erhalt und Wissen über Pflege und Sortenkenntnis, bis hin zu der insgeheimen Annahme, dass die Bäume wohl in den nächsten Jahren gefällt werden.

Es ist daher wichtig, dass auch auf einer (dorf-)gemeinschaftlichen Ebene eine Identität für das Projekt/Produkt und in einem weiteren Schritt für die eigene Streuobstwiese selbst geschaffen wird. So fand auch schon ein kleines Fest am "Internationalen Tag der biologischen Vielfalt" (2015) statt. Im Mai 2016 wurde dann im Rahmen der landesweiten Streuobsttage das Obstblütenfest "Biene & Jakob" in Zusammenarbeit mit der NABU Ortsgruppe Bad Schussenried, dem Obst- und Gartenbauverein und dem Netzwerk der Fachwarte und Baumwarte im Landkreis Biberach veranstaltet.

4. Naherholung und Umweltbildung

Bei Streuobstliebe handelt es sich neben dem Fruchtaufstrich auch um eine Smartphone-Anwendung für draußen. Durch die GPS-Standortbestimmung meldet sich das Smartphone automatisch, wenn man in die Reichweite eines Streuobstliebe-Baumes gelangt. Direkt vor Ort kann man sich dann über den jeweiligen Baum informieren. Streuobstliebe ist somit auch ein Lehrpfad mit einzelnen (virtuellen) Informationstafeln zu den jeweiligen Bäumen. Mit dieser Möglichkeit trägt Streuobstliebe auch zu Aspekten der Umweltbildung sowie der Naherholung bei. Da es sich hierbei um eine für Smartphone optimierte Web-Anwendung handelt, können die Angebote auch zuhause am PC angeschaut werden.

5. Genuss - Markt

Auch bei der Präsentation der Produkte greift Streuobstliebe den regionalen Gedanken auf. Der Apfel-Fruchtaufstrich wird nur in einer "Kleinstauflage" hergestellt und wird in diesem Jahr auf dem Kürnbacher Herbstmarkt im Museumsdorf, auf dem Apfel- und Kartoffeltag im Bauernhausmuseum Wolfegg, auf dem Biberacher Ökodorf, dem Schussenrieder Advents- und Kunstmarkt und bei der Oberschwäbischen Dorfweihnacht im Museumsdorf Kürnbach angeboten.

Der Verkauf soll auch einen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen leisten, daher wird ein Teil der Einnahmen für Streuobstwiesenprojekte vor Ort verwendet. Ziel ist es, am Marktstand wie auch bei der Akquirierung der Spenderbäume die Bedeutung der Obstbaumwiesen für die biologische Vielfalt, für unsere Ernährung und für unsere Kulturlandschaft wieder mehr in das Bewusstsein zu rücken: durch den direkten Brückenschlag zwischen dem Produkt und dessen Lieferant, dem speziellen Obstbaum, dem wir (noch) seinen Platz in der Landschaft geben.

Weitere Infos unter http://www.streuobstliebe.de und auf Facebook: http://www.facebook.com/streuobstliebe
Dr. Ruth Lang und Armin Müller

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Obstwiesen gehören schon seit über 200 Jahren zum Landschaftsbild in Baden-Württemberg. Streuobstbestände sind wertvolle Lebensräume und mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Während der letzten Jahrzehnte fiel ein großer Teil der oberschwäbischen Obstbaumbestände der Säge zum Opfer. Ihre Wertschätzung geht zunehmend verloren. Es verschwindet das Wissen über die Pflege von Obstbäumen, die Sortennamen, wie auch die Rezepte zur Nutzung und Verarbeitung des Obstes. Es stirbt wieder ein Stückchen Vielfalt. Obstbaumwiesen und deren Bedeutung für unsere Kulturlandschaft müssen wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Nur dann können sie langfristig erhalten werden.


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Besuchen Sie uns

Streuobstliebe

Unterer Öschweg 16/1
88427 Bad Schussenried

Öffnungszeiten: Keine speziellen Öffnungszeiten

Frau Dr Ruth Lang
Tel.:07583 3758059
R.Lang@uismedia.de
http://www.streuobstliebe.de

 

Weitere Infos

Ruth Lang, Armin Müller
Bad Schussenried

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