Rhöniversum - ein Kosmos voller Leben

Das Rhöniversum im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist ein Kosmos voller Leben. Die Umweltbildungsstätte Oberelsbach stellt es als Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung und als Hotspot der Biodiversität in den Mittelpunkt ihres Bildungsangebotes.
Beispielhaft für die Wechselwirkung ziwschen Mensch und Natur sind Bildungsmodule zur Wildkatze, zum Hochmoor "Schwarzes Moor", zum Rhönschäfer, zum Sternenpark und vielem mehr. Dabei lernen die Gäste die Vielfalt der Lebensräume, zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten und die Biodiversität bei Nutzpflanzen kennen. Doch auch ein kritischer Blick ist erlaubt: Warum werden bestimmte Bereiche als Kernzonen, andere als Pflegezonen ausgewiesen. Welcher Aufwand wird betrieben, um Lebensräume für Tier, Pflanze und Mensch zu erhalten.

1. Ziel des Projektes:
Das Bildungsangebot der Umweltbildungsstätte Oberelsbach stellt das UNESCO-Biosphärenreservat als Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung und als Hotspot der Biodiversität in den Mittelpunkt. Die Rhön ist reich an Lebensräumen (Bergwiesen, Buchenwälder, Hochmoore) und Tier- und Pflanzenarten (Orchideen, Wildkatze, Rotmilan, Birkhuhn). Ein großer Teil dieser Lebensräume ist Kulturlandschaft, wurde also durch den Menschen geprägt und wird durch menschliche Aktivität erhalten. Diese Wechselwirkung des Menschen mit der Biosphäre ist Ziel und Grundlage der Bildungsarbeit in der Umweltbildungsstätte Oberelsbach.

2. Maßnahmen:
Beispielhaft dafür sind folgende Bildungsmodule:

Die Wildkatze in der Rhön
Sie ist das "Wappentier" der Kernzonen des Biosphärenreservates. In den strukturreichen Buchenwäldern fühlt sie sich besonders wohl. Auf einer Führung oder bei der Wildkatzenrallye lernen die Gäste diesen Lebensraum und die Nachweismethode mit dem Lockstock kennen.

Moor&more: Führung im Schwarzen Moor
Auch das "Schwarze Moor" gehört als Hochmoor zu den Kernzonen des Biosphärenreservates. Doch bevor es zur Moorführung auf den Lehrpfad geht, bauen die SchülerInnen im Moorklassenzimmer ein Hochmoor modellhaft nach, um zu verstehen, wie dieses Ökosystem entstanden ist.

Expedition Orion: Der Sternenpark Rhön
Naturschutz hört in der Nacht nicht auf. Die Erhaltung einer natürlichen Nachtlandschaft ist die Idee des "Sternenparks Rhön". Bei einer Sternenwanderung in und um Oberelsbach lernen die Gäste, was eine sternenparkkonforme Straßenbeleuchtung ist und wie ein prächtiger Sternenhimmel ohne Aufhellung durch künstliches Licht aussehen kann.

Landschaftspflege aktiv
Die Hochflächen der Rhön sind Kulturlandschaft und müssen regelmäßig gepflegt werden. Bei diesem Modul packen die Gäste mit an, z.B. bei der Lupinen-Bekämpfung oder der Entbuschung einer Fläche.

Welche Kultur – welche Landschaft?
Warum machen wir uns diese Arbeit? Die Erhaltung der Kulturlandschaft ist aufwändig, die Kernzonen werden aus der Nutzung herausgenommen. In diesem Modul setzen sich die Gäste kritisch mit dem Konzept des Biosphärenreservates auseinander.

Besuch beim Rhönschäfer oder der Ziegenhirtin:
Zwei Herden, die zur Landschaftspflege eingesetzt werden, können besucht werden. Das Rhönschaf war in Bayern kurz vor dem Aussterben, jetzt hat sich der Bestand wieder stabilisiert.

Das kleinste Haustier des Menschen: die Biene
Sie liefern nicht nur Honig, sondern stellen einen Großteil der Bestäubungsleistung für Obst und Gemüse zur Verfügung. Damit tragen sie fundamental zur biologischen Vielfalt bei. Am eigenen Bienenstock an der Umweltbildungsstätte vor Ort oder mit dem HOBOS-Projekt (Honey Bee Online Studies) der Universität Würzburg können Bienen gefahrlos beobachtet und erforscht werden.

Rund um den Apfel
In dem Rhöndorf Hausen blieb der Streuobstgürtel um das Dorf herum besonders gut erhalten, viele seltene Obstsorten wachsen dort. Bei einer Führung auf dem Streuobstlehrpfad lernen die Gäste, warum die Erhaltung der Obstgärten für die biologische Vielfalt wichtig ist und wie sich die Produkte vermarkten lassen.

Kräutergeheimnisse
Was wächst am Wegrand und auf der Wiese? Die Vielfalt der Pflanzen zeigt sich besonders gut, wenn man nach Essbarem sucht. Begleitet von Kräuterführerinnen werden Kräuter bestimmt, gesammelt und zubereitet.

Das Grüne Band - vom Todesstreifen zum Biotop
Im Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze entstand ein Rückzugsraum für die Natur, der heute mit dem Projekt "Grünes Band" erhalten werden soll. Die Gäste besuchen hier sowohl Bereiche, die sich durch natürliche Sukzession verändert haben als auch Bereiche, die durch Pflegemaßnahmen im aktuellen Zustand erhalten werden.

Säen und Ernten: Arbeit im Garten
Seit diesem Jahr hat die Umweltbildungsstätte einen eigenen Nutzgarten, in dem die SchülerInnen mitarbeiten und ernten können. Im direkten Kontakt mit (Nutz-)Pflanzen werden die unterschiedlichen Merkmale und Eigenschaften viel deutlicher, als nur von Anschauen.

3. Ergebnisse:
Die Umweltbildungsstätte Oberelsbach ist seit Mitte 2012 eröffnet und konnte seitdem schon zahlreiche Schulklassen, Studenten- und Erwachsenengruppen begrüßen. Insgesamt wurden seitdem ca. 500 Bildungsmodule mit 14.000 Teilnehmern durchgeführt. Das UNESCO Biosphärenreservat Rhön als Modellregion für Nachhaltigkeit und als Hotspot der Biodiversität ist bei fast jedem Bildungsmodul Thema. Besonders spannend wird es, wenn unterschiedliche Interessenslagen deutlich werden. So nehmen viele Gäste auf der Hochrhön die blau blühenden Lupinen als Augenweide wahr, der Naturschutz betrachtet diesen Neophyt mit Sorge, da er das besondere Artenspektrum der Rhöner Bergwiesen negativ verändert. So erleben Kursteilnehmer nicht nur "schöne" Natur, sondern lernen auch die komplexen Zusammenhänge kennen, die bei der Planung und Durchführung von Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen berücksichtigt werden müssen.

Video:


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Besuchen Sie uns

Umweltbildungsstätte Oberelsbach

Auweg 1
97656 Oberelsbach

Öffnungszeiten: auf Anfrage

Herr Joachim Schneider
Tel.:09774-8580550
joachim.schneider@rhoeniversum.de
http://www.oberelsbach.rhoeniversum.de

 

Weitere Infos

Umweltbildungsstätte Oberelsbach gGmbH
Oberelsbach

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