Ökotürme - neuer Wohnraum für Vögel, Fledermäuse & Co.

Weiterentwicklung:

Nach einem bereits durchgeführten "Tag des offenen Ökoturms" war die Bevölkerung auch zur Verleihung der UN-Auszeichnung des Ökoturm-Projekts durch den Landrat am 1.3.2016 eingeladen. Die Presse berichtete ausführlich darüber. In der Folge erreichten uns verschiedene Anfragen zur naturnahen Ausgestaltung des Wohnumfelds, die wir durch Vor-Ort-Beratungen erfüllten. Auch verschiedene NABU-Gruppen interessierten sich für das Ökoturm-Projekt, nachdem wir dieses im "Markt der Möglichkeiten" bei einer Delegiertenkonferenz des NABU-Baden-Württemberg vorgestellt hatten. Vor dem angekündigten Abriss des Bleibacher Turms wurden die mobilen Nistelemente für eine anderweitige Verwendung sichergestellt. Das Wildbienenhaus wurde auf einem NABU-eigenen Hanggrundstück bei Tutschfelden mit Wildblumenwiese und Obstbäumen errichtet. Es war sofort von Wildbienen besiedelt. Die aktuellen Planungen betreffen den weiteren Ausbau des Ökoturms in Herbolzheim (bisher für höhlenbrütende Singvögel und Wiedehopf) zu weiteren Nistmöglichkeiten für Dohle, Mauersegler, Schleiereule, Fledermäuse und Insekten. Durch einen neuen Kontakt ergibt sich die Möglichkeit, im Laufe des Jahres 2018 einen zweiten Ökoturm am Ortsrand von Herbolzheim zu gestalten. Er steht an einem stark frequentierten Spazierweg und ist bestens für die Öffentlichkeitsarbeit geeignet. Unsere Planung sieht hier den Ausbau für das gesamte Artenspektrum der bisherigen Ökotürme vor.

Ursprüngliche Bewerbung:

Die NABU-Kreisgruppe Emmendingen gestaltete drei nicht mehr genutzte Umspannstationen zu Ökotürmen um, mit einer Vielzahl von Wohnmöglichkeiten für verschiedene Tierarten. Diese wurden von einer Reihe von Arten besiedelt. Durch Kooperationen mit einer Schule für behinderte Jugendliche und einem Kindergarten sowie durch Öffentlichkeitsarbeit konnte außerdem erreicht werden, dass die Bevölkerung für die Förderung der urbanen biologischen Artenvielfalt sensibilisiert und zur eigenen Initiative motiviert wurde.

Ausgediente Umspannstationen müssen nicht abgerissen werden. Sie eignen sich für eine gezielte Umgestaltung zu einem Wohnraum für verschiedene Tierarten. Die NABU-Kreisgruppe Emmendingen hatte sich zum Ziel genommen, drei solcher unbenutzter Gebäude zu Ökotürmen umzuwandeln, und setzte dies in der Praxis um. Damit leistete sie einen aktiven Beitrag zur Steigerung der insbesondere urbanen Artenvielfalt.

Maßnahmen:
Die drei Türme sind über das Kreisgebiet verteilt und stehen in Ortsbereichen mit naturnaher Umgebung: Im Goethepark in Emmendingen (im Süden), in Bleibach (im Nordosten) und in Herbolzheim (im Norden). Die ersten beiden Türme wurden dem NABU direkt von der EnBW zur Verfügung gestellt, der dritte von privater Seite.
Mitglieder der NABU-Gruppe stabilisierten vorhandene Böden oder zogen neue ein, um dann in verschiedenen Stockwerken selbstgebaute Nisthilfen für Turmfalken, Schleiereulen und Dohlen zu installieren. Im rebgeländenahen Herbolzheimer Turm wurde sogar ein Brutraum für den Wiedehopf geschaffen. An allen vier Außenwänden wurden verschiedenste Kunstnester für höhlen- und halbhöhlenbrütende Vögel, Fledermäuse und Wildbienen aufgehängt. In den Emmendinger und Bleibacher Ökoturm kamen in die Wand integrierte Nistkästen, in denen man vom Innern des Turms aus ohne Störung das Brutgeschäft von Höhlenbrütern (bisher Kohlmeisen) beobachten kann.
Das variable Angebot an Nisthilfen diente auch dem Zweck, die vorbeikommende Bevölkerung zu informieren, welche Möglichkeiten es für den eigenen Wohnbereich gibt, die Ansiedlung von Tierarten zu erleichtern.

Kooperationen:
Der Emmendinger Goethepark ist ein von Spaziergängern stark frequentiertes Gebiet. Um die Bedeutung des dortigen Ökoturms unmittelbar sichtbar u machen, kam die Idee, die Wände des Gebäudes künstlerisch zu gestalten. Hierzu konnte die Esther-Weber-Schule in Emmendingen-Wasser für behinderte Jugendliche gewonnen werden. Nach groben thematischen Vorgaben des NABU und unter Vorbereitung und Anleitung von zwei Lehrern des Kunstunterrichts entstanden attraktive und originelle Naturmotive und –landschaften. Die Jugendlichen waren äußerst motiviert bei der Arbeit, die zweifellos dazu beitrug, das Naturverständnis zu fördern.
In Bleibach gestaltete eine Kindergartengruppe mit Unterstützung des NABU „ihr“ Wildbienenhaus, das an der Südseite des Ökoturms installiert wurde.

Öffentlichkeitsarbeit:
Insbesondere im Emmendinger Goethepark wurde besonderer Wert darauf gelegt, der Bevölkerung die Funktion und Bedeutung des dort umgewidmeten Ökoturms verständlich und in Einzelelementen nachahmenswert zu machen.
So entstand eine große plastisch gestaltete Informationstafel, die an der Eingangstür befestigt ist.
Die Presse begleitete mit mehreren Berichten das Projekt.
Ein „Tag des offenen Ökoturms“ bot dem Publikation die Möglichkeit, sich eingehend über die Thematik zu informieren. Ein Aspekt hierbei war zu vermitteln, dass es nicht mit dem Angebot von Nisthilfen allein getan ist, um die Artenvielfalt zu erhöhen, sondern dass es auf eine sich nachhaltig naturnah entwickelnde Umgebung ankommt. Kinder waren bei einem Quiz und bei Spielen mit Feuer und Flamme dabei.

Resultate:
Erfolgreich besiedelt wurden die Ökotürme von Turmfalken, Dohlen, Staren, Gartenrotschwänzen, Kohlmeisen, Blaumeisen sowie verschiedenen Wildbienenarten und Hornissen.
Mit dem demonstrativen Angebot an Nisthilfen und der Öffentlichkeitsarbeit konnte erreicht werden, dass die Besucher für die biologische Vielfalt sensibilisiert wurden und verinnerlichten, auch selbst etwas für die Steigerung der urbanen Artenvielfalt zu tun.

Ausblick:
Ökotürme können einer Dynamik unterliegen. So ist beim Bleibacher Turm beabsichtigt, ihn zugunsten einer gewerblichen Halle zu entfernen. Dies war anfangs vertraglich als Option bereits vereinbart worden. Dank der modulartigen Ausstattung des Turms können jedoch die einzelnen Elemente ausgebaut und an anderer Stelle wieder installiert werden.
Wenn sich die Möglichkeit bietet, wird die NABU-Kreisgruppe Emmendingen bei einem entsprechenden Angebot auf Grund der bisherigen Erfahrungen in der Lage sein, relativ zügig einen weiteren Ökoturm zu schaffen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch die dauerhafte Präsentation der Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten an den Ökotürrmen wird die Bevölkerung darüber informiert, welceh Möglchkeien es gbt, veschiedenste Arten im Wohnumfeld und darüber hinaus zu unterstützen. In Form eines Schneeballeffekts können dann die privat umgesetzten Maßnahmem weitere Menschen zur Nachahmung animieren.


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Besuchen Sie uns

Ökoturm im Goethepark Emmendingen

Burgvogteistraße 7
79211 Denzlingen

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Frau Martin Neub
Tel.:07666-1434
martin.neub@gmx.de
http://www.NABU-emmendingen.de

 

Weitere Infos

NABU Kreis Emmendingen
Denzlingen

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