Ökogarten Heidelberg - Park der Vielfalt

Weiterentwicklung:

Der Ökogarten hat im Sommer 2016 über 500 Schülerinnen und Schüler sowie 200 Studierende in unmittelbaren Kontakt mit Biodiversität gebracht. Das Team wurde um eine Mitarbeiterin erweitert. Die Steigerung der Außenwirkung auf Studierende ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass Tutorinnen und Tutoren in hoher Eigenverantwortung in das Management und die Biotoppflege einbezogen sind. Als neue Partner wurden gewonnen NABU Heidelberg (vgl. Dokumentation auf ARTE zu Vögeln im Ökogarten 2016 https://www.nabu-heidelberg.de/themen-und-projekte/arte-drehtag-beim-nabu/), die IBA Heidelberg, viele Schulen der Region. Die Kooperation mit der Universität Heidelberg wurde ausgebaut, z. B. bei den Tagen der Artenvielfalt und durch Angebote im Masterstudium, bei denen der Ökogarten im sogenannten Verschränkungsmodul mit auf Biodiversität gerichteten Outdoor-Angeboten für Gymnasiallehrerstudien stärker genutzt wird. Der Ökogarten ist dem Bundesverband der Schulgärten beigetreten, um bundesweit im Bereich Garten stärker auf ökologisches Arbeiten hinzuwirken (z. B. Verzicht auf Torf). Solche Aspekte wurden auf Schulgartentagungen thematisiert. Unsere Naturschutzmaßnahmen erstrecken sich innerhalb Heidelbergs inzwischen auf weitere Areale im Campus bzw. Stadtgebiet, die von „Begleitgrün“ zu naturnahen Wiesen mit regionalem Saatgut renaturiert wurden und sich über mehrere Jahre artenreich entwickeln. Sie heißen „Naturbildungspunkte“. Sie werden in die Tage der Artenvielfalt einbezogen.

Ursprüngliche Bewerbung:

Seit 25 Jahren wird das Gelände hinter dem Campus Heidelberg mit 5800 m² als Aktions- und Modellgelände zur Umweltbildung genutzt. Im Zentrum der Bildungsarbeit liegt die Vernetzung ökologischer Fragen mit sozialen Aspekten menschlichen Handelns. Der Garten bietet eine breite Vielfalt von Biotopen und Lernmöglichkeiten zur Gestaltung und menschlichen Nutzung der belebten Umwelt.

Ein naturnahes waldartiges Areal im hinteren Teil des Geländes mit heimischen Frühjahrsgeophyten ermöglicht das Erleben des jahreszeitlichen Wandels. Gärtnerisch und landwirtschaftlich genutzte Flächen wechseln sich ab mit Erholungsräumen oder Experimentierflächen. Honigbienen, Wildbienen und Blütenpflanzen gehören ebenso zum Konzept der Vielfalt wie "Grüne Klassenzimmer", Kompostplätze, eine Streuobstwiese, Kräuterbeete, Trockenmauern oder kleine Teiche.
Die drei Ebenen der Biodiversität erweitern wir um die Ebene der Vielfalt von Handlungsmöglichkeiten. Z. B. lernen angehende Lehrerinnen und Lehrer, den Umgang mit Organismen im Siedlungsraum zum Gegenstand von Schulbildung zu machen.
Das Team des Ökogartens betrachtet es als Aufgaben:
zu zeigen, wie Landschaftsgestaltung mit hoher Biodiversität im städtischen Bereich funktionieren kann, übergreifende Ansätze für die nachhaltige Bildung von Gestaltungskompetenz zu entwickeln, ein Modellgelände für die Erprobung praktischer Umweltbildung mit Schülerinnen und Schülern bereitzustellen, Erwachsene und Kinder für die Erhaltung der Biodiversität zu mobilisieren, die Zusammenarbeit mit der Heidelberger Öffentlichkeit zu pflegen, Wissen über den Umgang mit regionalen Wildtieren und Wildpflanzen zu verbreiten und traditionelles Wissens über Heil- und Würzkräuter zu erhalten, einen Lernort im Freien mit Studierenden verschiedener Fächer zu gestalten, wo in angenehmer emotionaler Atmosphäre gelernt werden kann und Biodiversität als positiv für die Lebensqualität im Nahraum erlebt wird.
Wir orientieren uns am Modell der Gestaltungskompetenz. Dies meint die Fähigkeit und Bereitschaft, in einem komplexen System mit verschiedenen Handlungsmöglichkeiten solche auszuwählen, die das System in möglichst nachhaltiger Richtung verändern. Wir beziehen Gestaltungskompetenz auch auf den Umgang mit dem eigenen Körper, also auf Gesundheitsbildung.
Der Ökogarten ist Mitglied des Rundes Tisches BNE Heidelberg sowie überregionaler Arbeitskreise (Schulgartennetz Baden-Württemberg, Hochschulnetzwerk BNE, Kooperation mit dem Landesnaturschutzverband, dem Naturgartenverban, dem VBio u.a.). Durch sein langjähriges Bestehen erbringt der Ökogarten folgende Leistungen
- Der Rückgang der vorhandenen Vielfalt wild lebender Arten sowie die Flächenversiegelung am Rand des Campus werden aufgehalten.
- Durch regelmäßige Bestandsaufnahmen der Organismen (z. B. beim Tag der Artenvielfalt in Heidelberg in Kooperation mit der Universität) wird die Vielfalt dokumentiert.
- Die Bildungsarbeit führt nachweislich zur Verbesserung der Kenntnisse über das Vorkommen und die Verbreitung einheimischer Tier-, Pflanzen- und Pilzarten bei unseren Zielgruppen, dies wird durch fachdidaktische Forschung belegt. Durch pädagogische Arbeit mit Kindern im Freiland steigt das Interesse an Biodiversität.
- Durch konsequenten Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide, sowie eine Orientierung an Kriterien des ökologischen Landbaus werden Boden und Grundwasser geschont.
- Eine Vernetzung mit dem angrenzenden Handschuhsheimer Feld Heidelberg (dem regionalen Gemüseanbaugebiet) ist erfolgt, ein Lehrpfad informiert die Öffentlichkeit.
- Kulturpflanzen werden regionaltypisch erhalten, z. B. Äpfelsorten Champagner Renette, Gewürzluiken u.a., aber auch Krapp und Färberwaid.
- Die Lebensqualität für Menschen und andere Organismen wird durch Begrünung des Campus und arbeitsplatznahes Grün gefördert.
- Naturerfahrungsräume für Kinder und Erwachsene werden im direkten Umfeld mit guter Erreichbarkeit bereitgestellt.
- Es gibt eine Kooperation mit dem Runden Tisch zur Förderung Biologischer Produkte in Heidelberg, ökologische Produkte werden der Hochschulöffentlichkeit angeboten.
- Studierende im Lehramtsstudium gestalten öffentlichkeitswirksame Projektpräsentationen, z. B. über Agrobiodiversität der Fabaceen oder eine „Zeitreise Mensch nutzt Natur“. So wird über naturverträglichen und nachhaltigen Konsum aufgeklärt.
- Lehrerfortbildungen werden angeboten.
Zugleich hat dieses Gelände einer staatlichen Hochschule Vorbildfunktion, indem es über 25 Jahre eine hohe und regionaltypische Vielfalt von naturnahen Lebensräumen und Arten aufweist.
Zur Bildungsarbeit für Kenntnis und Wertschätzung der Biodiversität und Ausbildung von Gestaltungskompetenzen gehören folgende Maßnahmen:
- Zahlreiche Lehrveranstaltungen im Lehramtsstudium
- Regelmäßige Beteiligung an den landesweiten jährlichen Foren „Gärtnern macht Schule“
- Herausgabe von Lehrerhandreichungen und Unterrichtsmaterialien in Kooperation mit anderen PHn mit Hochschulgärten sowie den Landesministerien
- Überregionale Vortragstätigkeiten und Publikationen


Bezug zur biologischen Vielfalt:

In der Hochschullehre und Bildungsarbeit werden theoretische Aspekte der Biodiversität unmittelbar mit praktischen Gestaltungsmöglichkeiten verbunden. Eine Vielzahl unterschiedlicher Biotope ist Ergebnis dieser Gestaltungen. Neben der Diversität heimischer Organismen wird der Argobiodiversität Raum gegeben, auch alte Sorten werden erhalten und kultiviert. Naturschutz ist keine Domäne ausschließlicher Schutzgebiete, sondern erhält auch in von Menschen stark genutzten Räumen Rückhalt. Forschungen belegen Zuwächse an Kennntis und Wertschätzung der Vielfalt durch die Bildungsarbeit, die Artenvielfalt selbst wird ebenfalls dokumentiert regelmäßig dokumentiert,


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Besuchen Sie uns

Ökogarten am Klausenpfad Heidelberg (ohne Hausnummer), Nahe INF 561, nahe Bushaltestelle PH Linie 31/32

Am Klausenpfad, hinter Im Neuenheimer Feld 561
69120 Heidelberg

Öffnungszeiten: im Semester täglich werktags, regelmäßige Tage der offenen Tür (Internet), jederzeit nach Absprache

Frau Lissy Jäkel
Tel.:06221/477-348 06221/477-259
jaekel@ph-heidelberg.de
http://www.ph-heidelberg.de/oekogarten/garten-der-vielfalt.html

 

Weitere Infos

Ökogarten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Team mit Prof. Dr. Lissy Jäkel (Leitung), AR Barbara Dresel, studentischen Tutorinnen und Tutoren sowie Ehrenamtlichen
Heidelberg

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