Kompost statt Torf. Rettet die Moore.

Themenbereich: Artenschutz, Klimaschutz, Hochwasserschutz
Angestrebtes Ziel: Information der Verbraucher und Kommunen zum Kauf von torffreien Blumenerden oder zur Verwendung von Kompost. Durch die gezielte Nachfrage von Verbrauchern die Hersteller zur Produktion von torffreien Erden zu veranlassen.
Vorgehensweise: Wanderausstellung „Kompost statt Torf. Rettet die Moore.“. Sie ist wetterfest und kann ausgeliehen werden. Vorträge über „Gärtnern ohne Torf“ (30-45 Minuten).

Die Idee zu dieser Ausstellung entstand beim Kauf einer „Qualitätsblumenerde“ einer bekannten Markenfirma, die zu 97 % aus Torf bestand. Was sich hinter Namen wie z.B. Rasenerde, Geranienerde oder Qualitätsblumenerde usw. versteckt wissen die wenigsten. Der Begriff „.. erde“ auf der Vorderseite dieser Säcke ist jedoch eine Irreführung der Käufer, denn in Wahrheit bestehen diese „…erden“ oft zu mehr als 90 % aus Torf, nachzulesen in der Warendeklaration auf der Rückseite der Säcke. Bundesweit werden auf diese Weise jährlich etwa 2,0 Millionen m³ Torf von Kommunen und privaten Verbrauchern verwendet. Weitere 8 Millionen m³ werden von Gärtnereien, Garten- und Landschaftsbaubetrieben verbraucht. So werden auch heute noch Sportplätze mit 100 m3 Torf hergestellt. Für Golfplätze werden bis zu 600 m³ Torf verbraucht. Aus Zierpflanzengärtnereien kommen Topfpflanzen nahezu nur noch in torfhaltigen Substraten. Der genehmigte Abbau in deutschen Mooren wird spätestens in 10 Jahren erschöpft sein, daher kommen bereits jetzt zwei Drittel aller Torfimporte aus dem Baltikum. Es ist daher wichtig als privater Verbraucher und Kommune keinen Torf mehr zu verwenden und auf Alternativen umzusteigen. Begründung:
Artenschutz
• Alle im Moor lebenden Tiere und Pflanzen sind als absolute Spezialisten dieses Lebensraumes hoch-gradig gefährdet und vom Aussterben bedroht oder sogar bereits ausgestorben.
• Torf wächst nur um 1 mm pro Jahr aus einem ganz speziellen Moos (Sphagnum). Es dauert also 1000 Jahre bis 1 Meter Torf neu entsteht.
Klimaschutz
• Moore speichern mehr CO2 als die tropischen Regenwälder, und leisten damit einen ganz entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz. Bei vollständiger Mineralisierung (Rotte-Endzustand, vergleichbar mit der Kompostierung)) entstehen aus 1 m³ Torf 186 kg CO2. Aus dem jährlichen Verbrauch von 2 Mil. m3 Torf entstehen also 372.000 t CO2 .
Die Verwendung von Torf ist dem Verbrennen von Kohle und Öl gleichzusetzen oder anders ausge-drückt: Aus den Mooren als CO2 Speichern werden durch die Verwendung von Torf CO2 Quellen.
Hochwasserschutz
• Moore speichern extrem Mengen an Wasser. Ihre Speicherfähigkeit bewirkt, dass die Hochwassergefahr durch die Absenkung der Abflussbeschleunigung wesentlich verringert wird, denn zunächst saugt sich das Moor voll, und gibt es dann erst verzögert langsam wieder ab.

Das Wissen um die Folgen der Verwendung von torfhaltigen Erden soll durch die Ausstellung vermitteln werden, und fordert dazu auf Kompost oder torffreie Erden für Haus und Garten zu verwenden. Sie stand zwischenzeitlich auf den verschiedensten Messen in Nürnberg, Augsburg und Weilheim, und den unterschiedlichsten Orten wie in Schulen, Landratsämtern, Banken, Altersheimen und Kompostwerken. Sie wurde in Fußgängerzonen und auf den belebtesten Plätzen von Städten und Gemeinden gezeigt. Gartencenter und Baumärkte wurden angesprochen und befragt mit dem Ziel auch torffreie Erden ins Sortiment mit aufzunehmen, leider jedoch ohne große Resonanz. Dezember 2012 fand ein Gespräch mit dem Bayerischen Städtetag in München statt, das zu einem Artikel in ihrer Verbandszeitung „Informationsbrief“ Januar 2013 führte.

Zur Ausstellung gehört ein ausführliches Faltblatt, das immer wieder geändert und verbessert wurde. Zur ständigen Aktualisierung und inhaltlichen Erweiterung entstand z.B. ein Quiz für Kinder und Erwachsene; in vier Kisten werden verschieden alte Komposte zum Fühlen und Riechen aufgestellt. Ein Kressetest zeigt ob der Kompost für Aussaaten oder für Topf- und Balkonpflanzen nicht zu scharf (Salzgehalt) ist. Wachstumsunter-schiede werden mit Fuchsien, getopft in reinen 3-jäh. Kompost bzw. in Qualitätsblumenerde (97 % Torf), demonstriert. Das Ergebnis zeigte optisch keine Unterschiede. Ein Antrag zur Vermeidung von Torf wurde formuliert und ins Internet gestellt,

Der Blick in die Zukunft
• Das Thema ist weiter hoch aktuell. Deshalb wird die Zusammenarbeit mit den Organisationen geplant, die hervorragende praktische Arbeit bei Moorprojekten leisten.
• Der Powerpoint-Vortrag soll verstärkt beworben und eingesetzt werden.
• Die Ausstellung steht vom 23.2. bis 17.3.2015 im Landratsamt Fürth-Land in Zirndorf, vom 18.3. bis 22.3.2015 wieder auf der Messe ‚Freizeit und Garten’ in Nürnberg, wo sie auch 2013 stand.
• Von sieben Verbänden liegen für 2015 Anfragen für die Ausstellung vor.







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Dokumente

Faltblatt

Torffreie Erden

Informationen zum Torf

Antrag an die Gemeinden

 

Besuchen Sie uns

Webseite zur Wanderausstellung

Altdorfer Straße 41
90537 Feucht

Herr Eckhard Schulz
Tel.:09128 - 5911
bund-naturschutz-feucht@t-online.de
http://www.bundnaturschutz-ortsgruppe-feucht.de/Ausstellung.aspx

 

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