Lückenschluss Grünes Band

Weiterentwicklung:

Seit 2015 wurden weitere 34 Hektar Lückenfläche erworben. Insgesamt wurden damit genau 100 Flurstücke mit einer Fläche von 92 Hektar erworben. Um Flächenkäufe und Naturschutzmaßnahmen fortführen zu können, wurde das Projekt um ein Jahr bis Mitte 2018 verlängert. Auf 1.100 Hektar wurden in den Lückenschluss-Modellregionen Brutvogeldaten erhoben und darauf aufbauend Schutzmaßnahmen umgesetzt. Zunächst wurde auf 22 Hektar in Zusammenarbeit mit den Landwirten die Mahd an bodenbrütende Arten angepasst. Im ersten Maßnahmenjahr wurde damit eine Verdopplung der flügge gewordenen Braunkehlchenjungen erreicht. Nach dem Fund der FFH-Anhang-II-Arten Vogel- und Helmazurjungfer erfolgte eine Bestandserfassung für 150 km Grabenlänge. In 2016 wurde das für die beiden Arten erarbeitete Schutzkonzept um 2 Gebiete (90 km in Niedersachsen, 40 km in Allerniederung) erweitert. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit gibt es Neues. Neben der Fortführung der Pressearbeit und zahlreichen Führungen steht jetzt eine Lückenschluss-Wanderausstellung aus 17 Elementen zur Verfügung. Die Erstauflage (10.000 Stk.) der 32seitigen Broschüre „Spurensuche am Grünen Band“, die als „Feldguide“ Besucher*Innen am Grünen Band die ehemaligen Grenzstrukturen erklärt, war bereits nach wenigen Monaten vergriffen. Das Grüne Band-Maskottchen ‚Bandi‘ erblickte das Licht der Welt, dessen Namen in einem Namenswettbewerb aus 720 Vorschlägen ausgewählt wurde.

Ursprüngliche Bewerbung:

Das Grüne Band - ein Naturrefugium mit Geschichte. Fast 40 Jahre lang war Deutschland geteilt. Die innerdeutsche Grenze wurde mit hohen Mauern, Stacheldraht und Wachtürmen streng bewacht. Viele Menschen verloren ihr Leben bei dem Versuch, sie zu überwinden. Gleichzeitig gab diese Grenze der Natur eine Atempause. Sie wurde zum Refugium für Flora und Fauna.

Mehr als 1.200 Tier- und Pflanzenarten der "Roten Liste der gefährdeten Arten in Deutschland" fanden hier einen Rückzugsraum. Einzigartige Busch- und Waldparadiese, Sümpfe und Heiden bilden heute ein einzigartiges, länderübergreifendes Verbundsystem verschiedener Lebensräume – mit einer beeindruckenden Länge von rund 1.400 Kilometern.
Besonders Anfang der 1990-er Jahre wurde diese Lebenslinie durch intensive Landwirtschaft und Straßenbau zerschnitten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hat den Wert dieses besonderen Rückzugsraumes früh erkannt und es zu einem der größten Naturschutzprojekte Deutschlands entwickelt – dem Grünen Band. Ein schöner Erfolg der Arbeit: 2001 wies diese Lebenslinie auf einer Fläche von 15 Prozent Lücken auf, 2012 waren es nur noch 13 Prozent.
Der Biotopverbund ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Tiere und Pflanzen die Chance bekommen, neue Lebensräume zu erobern und dass ihre Populationen stabil und gesund bleiben. Das Grüne Band ist der einzige real existierende nationale und länderübergreifende Biotopverbund und trägt als „grünes Rückrat“ mitten in Deutschland eine nationale Verantwortung für den Erhalt der Biologischen Vielfalt in unserer Heimat.

Lebensräume verbinden – Biologische Vielfalt fördern
Durch das Projekt „Lückenschluss Grünes Band“ (Start im August 2012 und ausgelegt auf die Dauer von fünf Jahren) sollen modellhaft bestehende Lücken entlang dieser Lebenslinie verkleinert oder gar geschlossen werden. Dadurch möchte der BUND seinem großen Ziel, der Wiederherstellung eines lückenlosen 1.400 Kilometer langen zusammenhängenden Biotopverbundes, als Hot Spot der biologischen Vielfalt, ein Stück näher kommen. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.
Zu Beginn wurden bundesweit die gravierendsten Lücken im Grünen Band identifiziert. Insgesamt klaffen 26 große "Löcher". Manche von ihnen sind mehr als 20 Kilometer lang. In die Untersuchungen integriert waren auch umfangreiche Arten- und Biotoptypen-Kartierungen. Erstmals werden ausgehend vom Grünen Band auch Querverbindungen zu angrenzenden naturnahen Gebieten benannt. So könnte die Lebenslinie langfristig zu einem Lebensnetz werden.
Herzstück der dann folgenden Flächenanalysen ist eine eigens dafür entwickelte Flächendatenbank, die insbesondere Abfragen zu Besitzverhältnissen, aber auch biologischem Zustand und Schutzstatus möglich macht. Im nächsten Schritt folgten die Prüfung der Flächenverfügbarkeit sowie die Ermittlung der Eigentumsverhältnisse ausgewählter Flächen. Ein wesentlicher Meilenstein des Projektes ist, dass sowohl in Sachsen- Anhalt in der Region Arendsee und der Salzflora Hoyersburg, als auch in Thüringen im Tettautal Flächen im Grünen Band erfolgreich gesichert und erste naturschutzfachliche Arbeiten durchgeführt werden konnten. In der Region Arendsee werden beispielsweise auf einer Länge von über 20 Kilometern Heide- und Trockenrasenstandorte sowie extensiv genutzte Wiesen und Weiden wiederhergestellt. Hier können zahlreiche seltene Tierarten wie Ziegenmelker, Heidelerche, Neuntöter, Wiesenweihe, Zauneidechse, Kreuzkröte und Schlingnatter künftig wieder Lebensraum finden.
In bislang vier Modelregionen (Arendsee, Hoyersburg, Oebisfelde, Tettautal) sollen nun weitere Maßnahmen zum Lückenschluss und ggf. Quervernetzungen umgesetzt werden.
Das Grüne Band braucht regional aber auch national FreundInnen, Verbündete und UnterstützerInnen - nur so kann die Arbeit des BUND Früchte tragen und der Lückenschluss gelingen. Mit Informationsmaterialien, Aktionsständen, Wettbewerben und Filmen zum Projekt sollen AnwohnerInnen, LandwirtInnen, LandbesitzerInnen, PlanerInnen und PolitikerInnen mit ins Boot geholt werden. Sie alle können ihre Erfahrung und ihr Wissen einbringen, wenn es darum geht, dieses einzigartige lebendige Symbol der deutschen Wiedervereinigung zu bewahren und zu entwickeln. Aber auch junge Leute und Menschen, die nicht unmittelbar in der Nähe des Grünen Bandes wohnen sollen von der Idee begeistert werden, denn für dieses grüne Naturerbe tragen wir auch aus historischen Gründen eine besondere Verantwortung.
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Das Grüne Band gehört zum Nationalen Naturerbe, es ist eines der wenigen Naturschutzprojekte, die als Leuchtturmprojekt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland (siehe „Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt“, BMU, Oktober 2007, S. 112) ausgezeichnet wurden und es ist seit 2009 auch namentlich im Bundesnaturschutzgesetz im § 21 verankert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:


Video:


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Dokumente

Faltblatt „Naturerbe Grünes Band – Grenzen trennen. Natur verbindet“

Handlungsleitfaden Grünes Band

Faltblatt ´Wild durchs Land, Entdeckertage am Grünen Band´

Flyer_Grünes-Band-Lückenschluss-online.pdf

 

Besuchen Sie uns

BUND-Projektbüro Grünes Band

Hessestraße 4
90443 Nürnberg

Tel.:(09 11) 57 52 94-0
gruenesband@bund-naturschutz.de
http://www.bund.net/lueckenschluss

 

Weitere Infos

Träger des Projektes ist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Die Koordination obliegt dem BUND-Projektbüro Grünes Band in Nürnberg.
Nürnberg

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