Biodiversität auf Campingplätzen in Deutschland

Warum Camping und Vielfalt?
Campingplätze sind wie geschaffen für biodiversitätsfördernde Maßnahmen und deren Vermittlung an eine breite Öffentlichkeit.

Zum einen ermöglichen sie Naturerlebnis im Urlaub und öffnen den Blick für Neues. Damit können sie ein Umdenken fördern und Verhalten nachhaltig beeinflussen. Positive Urlaubserlebnisse bleiben in Erinnerung und sind damit der beste Garant für dauerhaft verändertes Handeln.
Zum anderen kann auf Campingplätzen Artenvielfalt an unterschiedlichen Punkten positiv beeinflusst werden, z.B. weg vom „sauberem“ Rasen zur bunten Blumenwiesen mit standortgerechter Bepflanzung und vielen kleinen und großen Biotopinseln wie Naturteichen, Schmetterlingswiesen, Laubhaufen, Unterholzbereichen und Streuobstbeständen. So locken sie viele Arten an. Aber auch ein ausgeklügeltes Beschaffungswesen mit regionalen, fairen, nachhaltigen Produkte in Laden, Gastronomie sowie in der betriebsinternen Verwendung, die Information der Campinggäste und die Entwicklung und Vermarktung von hochwertigen Naturerlebnisangeboten unterstützen Biodiversität auf den Plätzen.

Wie soll das gehen?
In Deutschland zeigen bereits 220 Campingplätze ihr Engagement mit der Auszeichnung ECOCAMPING und haben im Rahmen dieses Nachhaltigkeitsmanagements diverse Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität in Angriff genommen. Es gibt also bereits jetzt einige Plätze aus dem ECOCAMPING Netzwerk, die vorbildlich zum Schutz der Arten-, Gen- und Biotopvielfalt beitragen. Deren Erfahrungen werden im Projekt genutzt, so dass weitere Campingunternehmen davon lernen und Bewährtes für die Umsetzung eigener Maßnahmen nutzen können. Die Erfahrungen dieser „Biodiversitäts-Pioniere“ sind somit neben den Vorerfahrungen aus anderen Branchen und den zu erarbeitenden Ansätzen die Grundlage für die Projektarbeit.
Beispiele für Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität auf Campingplätzen:
• Nutzung von Freiflächen zur Schaffung von besonderen Naturräumen, z. B. Feuchtbiotope, Benjeshecken, Schmetterlings- oder Fledermausgärten
• Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten
• Extensive Begrünung von Dachflächen
• Standortgerechte Bepflanzung u.a. mit Nutzpflanzen wie Streuobst, Kräuter- und Gemüsegärten
• Naturnahe Spiel- und Freizeitgelände etwa mit Weidenbauten
• Nutzung alter Haustierrassen
• Berücksichtigung des Artenschutzes beim Beschaffungswesen

Was wird dafür getan?
Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die individualisierte Förderung der Biodiversität auf mindestens 30 Campingplätzen in Deutschland durch:
• Qualifizierung der Eigentümer, Pächter, Mitarbeiter und Partnerorganisationen der Campingplätze
• Analyse des Potentials mit Hilfe eines branchenspezifischen Biodiversitäts-Checks
• Aufnahme der im Projekt erarbeiteten Maßnahmen in die CSR-Aktionspläne von 15 Campingplätzen
• Einrichtung von „Biodiversitäts-Erlebnisbereichen“ auf mindestens 5 Campingplätzen
• Ein allgemein anwendbares, branchenspezifisches Biodiversitätsprogramm, das weitere Campingunternehmer umsetzen können
• Sensibilisierung der Campinggäste für das Thema Biodiversität z.B. durch Aktionstage, Naturerlebnisangebote, Themengärten, Lehrtafeln und Lehrpfade sowie zielgruppengerechtes Informationsmaterial.
• Informations- und Erlebnisangebote zu Biodiversität bzw. weiteren Nachhaltigkeitsthemen auf mindestens 15 Campingplätzen
• Aufbau eines nationalen Kooperationsnetzwerks für nachhaltige Biodiversitätsstrategien auf Campingplätzen
Das Projekt wird deutschlandweit, v.a. in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen durchgeführt.
Das Projekt startete im Mai 2014.

Was bedeutet das also?
Das Projekt ist optimal auf die Erfordernisse der Campingwirtschaft und ihrer Gäste abgestimmt. Ein bislang ungenutztes Entwicklungspotenzial besteht. Campingplätze können ökologisch wertvolle Flächen bereitstellen und zu Biodiversitäts-Hotspots entwickeln. Viele Gäste können gezielten Zugang zur Natur bekommen. Durch eine verstärkte Sensibilität für Biodiversität wird eine Atmosphäre geschaffen, die auch das Erlernen neuer Verhaltens- und Konsumgewohnheiten im Alltag ermöglicht.
Durch die Verbindung von Mitarbeiterqualifizierung, individueller Beratung, Netzwerkbildung und Öffentlichkeitsarbeit werden gleichzeitig Naturschutzbelange gefördert und zugleich Tourismusanforderungen erfüllt. Parallel dazu wird die Stellung der Unternehmen im Wettbewerb gestärkt und Arbeitsplätze werden nachhaltig gesichert.
Das Projekt wirkt langfristig, indem Strukturen und Verfahren etabliert werden, die das Thema Biodiversität in der Campingwirtschaft fest verankern und zu einem wichtigen Baustein des touristischen Angebots machen.
Das Projekt unterstützt konkret und praktisch den Arten-, Gen- und Biotopschutz, da es zu direkten Verbesserungen auf den beteiligten Campingplätzen führt.


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Projektbüro

Gustav-Schwab-Str. 14 G
78467 Konstanz

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-16 Uhr

Herr Wolfgang Pfrommer
Tel.:07531-282570
info@ecocamping.net
http://www.ecocamping.net

 

Weitere Infos

ECOCAMPING e.V., Konstanz Global Nature Fund, Radolfzell
Konstanz

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