Waldschule Köln

2. Weiterentwicklung:

Die Waldschule Köln konnte Ihr waldpädagogische Angebot erweitern und somit auch weitergehende Nutzergruppen gewinnen. Seit 2016 wird neben den regulären Unterrichtseinheiten ein zusätzliches Programm für die Schulferien angeboten. Das Angebot war zunächst auf die Sommerferien beschränkt, konnte aber in 2018 auch auf die Osterferien ausgeweitet werden. Das einwöchige Programm für die Sommerferien wird speziell für das Projekt „HÖVI-Land“ angeboten. HÖVI-Land ist die Ferienspielaktion der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Köln Höhenberg/Vingst speziell für Kinder aus sozial schwachen Familien, die nicht in den Urlaub fahren können. An den sechs Tagen kommen verschiedene Kindergruppen mit jeweils ca. 20 Kindern in die Waldschule, um in der Natur in und um das Gut Leidenhausen abwechslungsreiche und spannende Stunden zu erleben. Seit Ostern 2018 wird zusätzlich eine Ferienaktion angeboten, die sich an Eltern mit Kindern richtet, um auch den erzieherischen Teil der Familie mit einzubeziehen. Eltern haben im regulären Betrieb der Waldschule keine Möglichkeiten den Unterricht zu verfolgen.

Weiterentwicklung:

Die Waldschule Köln konnte ihr Unterrichtsangebot um ein besonderes Projekt erweitern. Mit Unterstützung des Kölner Flughafens ist es der Waldschule Köln möglich einen speziellen, regelmäßigen Unterricht für Kinder der Förderschule (E-Schule) Eduard-Mörike Weg anzubieten. Die Schüler, die im emotionalen und sozialen Bereich Förderbedarf haben, besuchen jede Woche einen Nachmittag die Waldschule. Schnell wurde die positive Wirkung der Wald- und Erlebnispädagogik bei unseren Exkursionen in der Umgebung deutlich. Schon nach wenigen Wochen dieser Einheiten stellten wir einen deutlichen Rückgang des Aggressionspotentials bei den Schülern während unserer Exkursionen fest. Zu Beginn waren unsere Ausflüge mehr auf der spielerischen Seite. Dann folgten Ausflüge, bei denen wir uns spezieller mit der Natur und dem Umweltschutz befassten. So entstand bei den Kindern auch der Wunsch, Teil dieser „Umwelt- und Tierschützer“ zu werden. Ein leeres Aquarium diente erstmal als neues Quartier für eine Ratte. Die Kinder lernten das Tier zu beobachten, deuteten die Nervosität des Tieres mit Unwohlsein und richteten der Ratte nach und nach ein „schönes“ Zuhause ein. Diese Verhaltensbeobachtungen am Tier haben wir dann auch auf uns als Menschen übertragen. Gerade Kinder aus dem Bereich der emotionalen und sozialen Förderung haben immer wieder Probleme in diesem Bereich. Über die Tiere konnten wir einen Brückenschlag zu den Verhalten bei uns Menschen zu finden.

Ursprüngliche Bewerbung:

Die Zielrichtung des Unterrichts der Waldschule Köln ist in den Jahren ihres Bestehens nahezu unverändert geblieben: Kinder und Jugendliche werden durch erlebnispädagogisch orientierte Unterrichtseinheiten an den Wald und die Natur herangeführt, um in ihnen eine besondere Neigung und Zuwendung zu Natur hervorzurufen. Reformpädagogische Ansätze sind von Anfang an bei der Gestaltung der Unterrichtseinheiten mit entscheidend gewesen.

Ein Indikator, dass dies gelungen ist und immer wieder gelingt, ist die Freude und Begeisterung der Kinder und Lehrer vor und während der Unterrichtsveranstaltungen.
Dabei war es den Lehrern von Anfang an wichtig, den Unterricht in seinen Abläufen sehr eng an die Schule anzubinden. So ist der Name "Waldschule Köln" nicht zufällig entstanden.

Im Jahre ihrer Gründung 1984 war die Waldschule Köln die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Außerschulischer Lernort im und mit Wald
o Erlebnispädagogik = erlebnisorientierter Unterricht, erleben und lernen
o vor allem im Wald, aber auch in der Greifvogelschutzstation und im Haus des Waldes
o als Angebot an alle Kölner Schulen
o unter Einsatz reformpädagogischer Methoden

Ziele
o Naturerleben ermöglichen
o Sinne für Natur schärfen
o Emotionen wecken bzw. verändern
o Artenkenntnisse vermitteln
o Ökologische Zusammenhänge begreifbar machen
o Hilfe zum Aufbau eines neuen Naturverständnisses

Unterrichtsinhalte
o Erlebnisexkursion
• Erleben des Waldes über alle Sinne, sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken, meditative Elemente – Stille
o Bodentiere
o Angstabbau
• Einstieg mit lebenden Spinnen über den OHP = Ekelabbau und Vorbereitung
• Spinnenkontakt = Spinne auf der Hand = Hauptekelabbau
• Suchen und Bestimmen = anwenden des Gelernten = erneuter Ekelabbau
o Greifvögel
• Tag- und Nachtgreifvögel
• Anpassung an die Lebensweise = Augen, Schnabel, Federn
o Mein Baum
• Eine kreative Baumerkundung in Gruppen:
o Blütenträume/Blütenerfahrung
• Wir erfahren alles über Aufbau, Funktion und Sinn der Blüte
• Einführung in die Arbeit mit dem Bestimmungsbuch
• Erlebniswanderung mit Sammelauftrag
• Aufbau eines Herbariums

Die Waldschule - Entwicklung
1984 wurde die Waldschule Köln durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. ins Leben gerufen. Den Begründern und pädagogischen Mitarbeitern war und ist es ein besonderes Anliegen, Schülern und Schülerinnen aus der Großstadt Köln Möglichkeiten für ein aktives Naturerleben zu bieten. Neben der Vermittlung von Artenkenntnissen und dem Verständnis für ökologische Zusammenhänge, stehen Sinneswahrnehmungen und Erlebniswerte im Vordergrund des Unterrichts. Die Waldschule trägt somit zum Aufbau eines verantwortungsvollen und kompetenten Umweltdenkens und schließlich Handelns bei.

Das Waldgebiet um Gut Leidenhausen, das angrenzende FFH und Naturschutzgebiet Wahner Heide und der Königsforst bieten mit ihren verschiedenen Waldformationen ein ideales Untersuchungsgebiet für den naturbezogenen Unterricht. Da Lernen über den Wald auch gleichzeitig Lernen im Wald ist, steht die Naturbegegnung und das Erleben unter Beteiligung aller Sinne im Vordergrund.

In einem geräumigen Unterrichtsraum können die Freilandbeobachtungen vor- und nachbereitet werden. Die ebenfalls von der Schutzgemeinschaft betriebenen Einrichtungen des Waldmuseums im „Haus des Waldes“, der Greifvogel-Schutzstation, des Obstmuseums sowie die Rot- und Schwarzwildgehege im Erholungsgebiet Leidenhausen ermöglichen darüber hinaus die Vertiefung und Erweiterung einzelner thematischer Aspekte.

Durch eine gemeinsame Vorbereitung und Vorbesprechung mit den Lehrern und Lehrerinnen wird eine sinnvolle Integration des Waldschulbesuchs ins Unterrichtsgeschehen der Schule gewährleistet. Auf diesem Wege wird sichergestellt, dass die jeweiligen Inhalte den unterschiedlichen Altersstufen und Schulformen entsprechend ausgewählt und umgesetzt werden.

Kölner Schulen haben die Möglichkeit, an einem oder auch mehreren Tagen das Unterrichtsangebot der Waldschule wahrzunehmen. Der Lehrer der Waldschule steht sowohl für den Unterricht, als auch für die Beratung und Unterstützung der Lehrer und Lehrerinnen zur Verfügung.

Die Waldschule - Anmeldungen
Die Anmeldungen für den Unterricht in der Waldschule werden mittlerweile für die jeweils nächsten drei Jahre über das Internet abgewickelt.
Die Auslastung der Waldschule ist ganzjährig in allen Jahreszeiten 100 %.
Die Verteilung der Schularten ist mit ca. 85 % Grundschulen und 15 % weiterführende Schulen in den Jahren weitgehend konstant geblieben.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Kernaufgaben der Waldschule liegen in der nachhaltigen Vermittlung von Wissen und Werten über die Vielfalt der belebten Natur und dem daraus resultierenden Bedarf die Umwelt zu schützen. Grundlagen der Ökologie und des Umweltschutzes werden durch den direkten Kontakt mit Lebewesen erarbeitet. (Nur das, was wir kennen und lieben gelernt haben, wollen wir auch schützen!)


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Besuchen Sie uns

Gut Leidenhausen, Köln Porz-Eil

Gut Leidenhausen
51147 Köln

Öffnungszeiten: nach Anfrage

Herr Frank Küchenhoff
Tel.:0163/5297161
sdw-nrw-koeln@netcologne.de
http://www.sdw-nrw-koeln.de

 

Weitere Infos

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V.
Köln

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