Quaken für das Klima - die Zucht- und Schutzstation für Amphibien Düsseldorf

2. Weiterentwicklung:

Im zehnten Jahr wirbt das Projekt für den Erhalt bedrohter Amphibien. Hier freut man sich über zahlreiche Nachzuchten seltener Arten. Auch die Forschung zur Fortpflanzungsbiologie der Moosfrösche macht gute Fortschritte. Im September 2017 wurde das Aquazoo Löbbecke Museum, als Standort der Station, nach der sanierungsbedingten Schließung wieder eröffnet und begeistert seither erneut seine Gäste für die Vielfalt der Natur. Hier wird die Biologie der Amphibien anschaulich erläutert. Museale Objekte, lebende Tiere und moderne Grafiken zeigen die faszinierenden Anpassungen dieser Tiergruppe. In einer interaktiven Vitrine sind alle heimischen Amphibien in ihrem Lebensraum und mit ihren typischen Rufen zu finden. Daneben werden auch Bedrohungsfaktoren dargestellt. Heimische Amphibien sind im neu gestalteten Bachlauf zu beobachten. Beim Spiel „Hilf dem Frosch in seinen Teich“ werden spielerisch Münzen für den Artenschutz gesammelt. Ein interaktiver Monitor informiert über die Amphibien der Welt, das Schutzprojekt, die Amphibienkrise und den Erhalt der Biodiversität. Die Amphibienbroschüre „Wunderbare Welt der Amphibien“ wurde neu aufgelegt und ist kostenlos erhältlich. 2018 wurde erneut eine Evaluierung des Amphibienbestandes in Düsseldorfer Stadtparks durchgeführt und Stichproben zum Chytridbefall genommen. Die Daten werden nun mit jenen der ersten Evaluierung von 2012 verglichen und die Ergebnisse veröffentlicht. Im Dezember 2018 richtet das Projekt ein Amphibiensymposium aus.

Weiterentwicklung:

Trotz sanierungsbedingter Schließung des Institutes konnte das Projekt seine Aufgaben aktiv weiterverfolgen und ausbauen. Die Naturbildungsabteilung war unter dem Motto „Natur zu Besuch“ unterwegs in Seniorenwohnanlagen, Schulen, Kitas und zu Gast bei Kindergeburtstagen. Der Amphibienstation gelang 2016 erstmalig die Nachzucht der kritisch bedrohten Zagros-Molche. Auch alle anderen Zuchten erbrachten zahlreiche Jungtiere, wie Maranon-Baumsteiger, Rotaugenlaubfrosch und dreier Moosfroscharten. Hunderte Nachzuchten dieser beeindruckenden Amphibien konnten in ganz Europa weitergegeben werden. Sie tragen zur Arterhaltung und Begeisterung der Menschen für die Artenvielfalt bei. Unter den Rubriken „Natur schützen“ und „Forschen“ ist das Projekt nun auch im Internetauftritt des Aquazoos präsent. Die mittlerweile vergriffene Broschüre wird aktuell überarbeitet und erscheint in einer Neuauflage. Das moderne neue Froschspiel wird mit der Wiedereröffnung des Institutes 2017 erneut Gelder für den Artenschutz, insbesondere der Amphibien, sammeln. Die Ausstellung des Institutes wurde vollständig überarbeitet und thematisiert den Artenschutz in besonderer Weise. Nicht nur in einem eigens hierfür gestalteten Themenbereich, sondern ausstellungsbegleitend werden Gäste für den Erhalt der Artenvielfalt sensibilisiert. Einzigartige interaktive Objekte veranschaulichen die Notwendigkeit, die Biologische Vielfalt zu erhalten. Wir „Quaken für das Klima“ und für den Erhalt der Biologischen Vielfalt!

Ursprüngliche Bewerbung:

Amphibien existieren seit rund 360 Millionen Jahren, sie sahen die Dinosaurier kommen und gehen und überlebten – bis heute! Bereits seit den 1980er Jahren lässt sich ein weltweites Amphibiensterben beobachten. Mehr als ein Drittel der etwa 7000 uns heute bekannten Amphibienarten werden in der Roten Liste der IUCN als vom Aussterben kategorisiert.

Weit mehr als 100 Arten sind in den letzten Jahren völlig aus ihren natürlichen Lebensräumen verschwunden. Die Ursachen für dieses weltweite Amphibiensterben sind sehr vielfältig (Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Umweltverschmutzung…) und sorgen dafür, dass die Amphibien kurz vor der größten Aussterbewelle stehen – seit Menschengedenken.

Das Amphibienprojekt
Durch die Zooverbände WAZA und EAZA wurden 2008 internationale Kampagnen zum „Jahr des Frosches“ durchgeführt. 2008 konnte auch die Landeshauptstadt Düsseldorf im Rahmen des Programms "Die Schöpfung bewahren - 30 Initiativen für den Klimaschutz in Düsseldorf" ein in dieser Form einzigartiges Projekt ins Leben rufen: "Düsseldorf schützt Arten vor dem Aussterben“. Im Zuge der Umsetzung wurde eine Zucht- und Schutzstation für Amphibien aufgebaut. Das Know-how des Aquazoos ist eine hervorragende Grundlage gewesen, um ein erfolgreiches Zuchtprogramm für Amphibien umsetzen zu können. Zahlreiche Projekte, sowohl im natürlichen Habitat der Amphibien, als auch in menschlicher Obhut werden vom Aquazoo im Rahmen des Amphibienprojektes unterstützt und/oder selbst durchgeführt: u. a. die Evaluierung der heimischen Amphibienfauna in den Parkanlagen im Stadtgebiet Düsseldorf (sieben Amphibienarten konnten identifiziert werden), begleitende Freilanduntersuchungen zum Erhaltungszuchtprojekt der Harlekinkröte (Atelopus) oder die Beurteilung der Risiken und des Schutzstatus des Titicaca-Riesenfrosches (Telmatobius culeus) in seiner Heimat.

Amphibienfreundliche Biotope
Zwei den Aquazoo umgebende Teiche konnten durch das Amphibienprojekt bereits amphibiengerecht umgestaltet werden. Der hier über Jahrzehnte angesammelte Müll und Schlamm wurde aus den Anlagen entfernt und entsorgt außerdem wurden alle Fische gefangen und in Fischteiche umgesetzt. Alle Mühen haben sich gelohnt, denn Erdkröten, Gras-, Teich- und Seefrösche hielten Einzug und legten ihren Laich ab. Mittlerweile sind auch zwei Molcharten (Berg- und Teichmolch) dazugekommen.

Artenschutz durch Nachzucht
Artenschutz kann auch im Kleinen, fern der Heimat der bedrohten Tiere stattfinden. So werden hier durch Erhaltungszuchten Arten vor der endgültigen Ausrottung bewahrt und über Generationen hinweg erhalten. Zuchterfolge tragen u. a. dazu bei dass das Wissen um die Biologie dieser Arten wächst und somit auch der gezielte Schutz vor Ort verbessert werden kann. Gewonnene Erkenntnisse werden dokumentiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Bereits gelungen sind die regelmäßigen Nachzuchten u. a. folgender Arten: Vietnamesischer Moosfrosch (Theloderma corticale), Flechtenmoosfrosch (T. stellatum), Sa Pa Moosfrosches (T. bicolor), Kleiner Moosfrosche (T. asperum), Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas), Schwimmwühlen (Typhlonectens natans). Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird auch der Maranon-Baumsteiger (Excidobates mysteriosus) regelmäßig gezüchtet. Sensationell war die Nachzucht der bedrohten Harlekinkröte (Atelopus hoogmoedi). Mehrjährige Forschung, Monate des Ausprobierens und Scheiterns wurden durch zahlreiche Jungkröten dieser wunderschönen Amphibienart gekrönt – erstmals in einem Zoo. Im Jahr 2013 gelang die Nachzucht der seltenen Wald-Baumsteiger (Oophaga sylvatica) und aktuell 2014 die des gefährdeten Schrecklichen Pfeilgiftfrosches (Phyllobates terribilis).

Werbung für Amphibien
Das Amphibienprojekt wirbt für ein besseres Image der Amphibien und informiert bei verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen über die Faszination dieser Tiere. Im Bereich der Zoopädagogik können themenbezogene Unterrichtseinheiten gebucht werden, spezielle Führungen werden angeboten und Ferienaktionen rund ums „Tümpeln“ sind bei Kindern beliebt. Aber auch die Ausstellung der lebenden Tiere und der musealen Objekte im Aquazoo/Löbbecke-Museum warf bis heute ein positives Bild auf diese hoch bedrohte Tiergruppe.

Trotz Sanierung geht die Arbeit weiter – ein Ausblick
Aktuell ist das Gebäude des Aquazoos für eine Sanierung bis Mitte 2015 zwar geschlossen, die Arbeit des Amphibienprojektes geht aber weiter.

In der neuen Ausstellung des Hauses wird es einen eigenen Raum zum Thema „Artenschutz“ geben. Hier werden Klimawandel, Verlust der Biologischen Vielfalt und die Amphibienkrise thematisiert. Bis zur Schließung des Hauses Ende 2013 konnten viele Spenden durch das eigens entwickelte Froschspiel „Hilf dem Laubfrosch in seinen Teich“ für Amphibienschutzprojekte gesammelt werden. Das bewehrte Spiel wird hier im überarbeiteten Design wieder fleißig Gelder akquirieren um den Amphibien weltweit zu helfen – so auch vor unserer Haustüre. Denn Amphibienschutz bedeutet auch Klimaschutz.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Erhalt der Biologischen Vielfalt ist eine der Kernaufgaben des Projektes. Durch Haltung und Zucht der Tiere können diese in Menschenhand existieren und ggf. ihre wilden Verwandten überleben. Aus diesem Pool könnten zukünftig Tiere, nach Abstellung der Gefahren in ihrer Heimat, wieder ausgewildert werden.

Video:
https://youtu.be/uiOclfAelK4


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Dokumente

Amphibienbroschüre

Das Amphibienprojekt veranstaltet im Dezember 2018 ein Amphibiensymposium zu Themen rund um diese tolle Tiergruppe.

Unsere neue Amphibienbroschüre ´Die wunderbare Welt der Amphibien´ kann kostenfrei mitgenommen werden und informiert über den Schutz der Vielfalt der Amphibien.

 

Besuchen Sie uns

Aquazoo/Löbbecke-Museum Düsseldorf (im Nordpark)

Kaiserswerther Str. 380
40468 Düsseldorf

Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr (am 01.01., Rosenmontag, 1.5, 24., 25. und 31.12. geschlossen.)

Frau Sandra Honigs
Tel.:0211-899-6153
sandra.honigs@duesseldorf.de
https://www.duesseldorf.de/aquazoo/unsere-aufgaben/natur-schuetzen.html

 

Weitere Infos

Landeshauptstadt Düssedlorf, hier das Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Aquazoo/Löbbecke-Museum Düsseldorf
Düsseldorf

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