Schulwandern – Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen.

Projektidee:
Regelmäßige „Wandertage“ in schulnaher Umgebung bieten zahlreiche Lern- und Bildungschancen. Draußen zu sein bedeutet die Natur direkt zu erleben und ihre Vielfalt zu entdecken. Die Schüler/-innen lernen genau hinzuschauen. Sie schärfen ihren Blick für Details und nehmen Veränderungen der natürlichen Umgebung im Jahresverlauf bewusst wahr. Dies unterstützt das Verständnis für die Zusammenhänge, Einflüsse und Abhängigkeiten in der Natur.

Von der Schule initiierte Naturerfahrungen können sich positiv auf das Lernen allgemein und das soziale Miteinander in der Schule auswirken.
Mit dem Projekt „Schulwandern“ möchte der Deutsche Wanderverband (DWV) und sein Projektpartner, die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Schulen bundesweit anregen, regelmäßige Draußentage nach dem Modell der skandinavischen Uteskole und Wanderaktivitäten zur biologischen Vielfalt einzuführen. Die Draußenschule beschreibt ein schulpädagogisches Konzept, bei dem Schulklassen im gesamten Schuljahr einmal pro Woche den Klassenraum verlassen und regionale Natur- und Kulturräume aufsuchen. Diese sollen als selbstverständliche Ergänzung zur abstrakten Wissensvermittlung in den Schulalltag integriert werden.

Ziel ist es:
• Lehrer/-innen, Schüler/-innen und Teile der Öffentlichkeit bundesweit anzuregen, Schulwanderaktivitäten biologischer Vielfalt durchzuführen.
• Lehrer/-innen und Schüler/-innen sowie Multiplikatoren/-innen für die Bedeutung der Biodiversität und derrasanten Rückgang zu sensibilisieren.
• Am Schulwandern interessierte Personen zu vernetzen, miteinander in den Dialog zu bringen
• einen innovativen Bildungsansatz einzuführen, der nachhaltige Wirkung auf den persönlichen Umgang mit Natur haben wird.
• wissenschaftlich zu untersuchen, welche Lern- und Bildungsansätze im Bereich des Schulwanderns wirkungsvolle Effekte im Hinblick auf die Wahrnehmung biologischer Vielfalt nach sich ziehen.
• Handlungsmöglichkeiten zum Schutz der Biodiversität aufzuzeigen und exemplarisch auszuprobieren.
• Die Akzeptanz von Schulwanderungen zu erhöhen und die Chancen naturästhetischer Bildungsprozesse in „Draußenschulen“ sichtbar zu machen.
• lokale Netzwerke zw. Schulen u. Außerschul. Orga. zu fördern.

Projektmaßnahmen: Draußenschule und Schulwander-Wettbewerb
Zur Umsetzung wählt das Projektteam zwei Zugänge, die eng in Verbindung stehen. Im Rahmen der Draußenschule führen drei Grundschulen regel. Draußentage ein, die fester Teil des Unterrichtes sind. Sie ermöglichen fachübergreifendes und verbindendes Lernen sowie leib-sinnliche Erfahrungen. Lern- und Entdeckungsaufgaben sind ebenso Bestandteil des Draußentages wie Freiraum für eigenes Spiel und Entdecken. Ideen für eigene Handlungsräume können wachsen z.B. in Bezug auf die Folgen intensiver Landwirtschaft und den eigenen Essgewohnheiten. Die drei Modellschulen geben Impulse für eine bundesweite Entwicklung.

2014 bis 2016 findet der Schulwander-Wettbewerb Biologische Vielfalt statt. Teilnehmen können Schulgruppen und -klassen aller Altersstufen und Schulformen. Der DWV stellt allen Interessierten Infos und Materialien (Booklet, Poster, Wander-Natur-App für Jugendliche, Samenkugeln etc.) zur Verfügung. Die Beiträge werden durch eine Fachjury in drei Altersgruppen bewertet. Zusätzlich wird einen Publikumspreis per Online-Voting auf schulwandern.de. ermittelt. Kriterien sind u.a. Sensibilisierung für biolog. Vielfalt, Partizipation der Schüler/-innen, Erlebnis-/Erfahrungsorientierung. Die Wettbewerbsbeiträge werden von der JGU evaluiert. Die Ergebnisse werden u.a. in einer Begleitstudie und auf einer Fachtagung präsentiert.

Erste Ergebnisse
Das Projekt startete am 1.1.14. Für den ersten Schulwander-Wettbewerb 2014 meldeten sich rund 100 Schulklassen und -gruppen bundesweit an. Beiträge waren u.a. die Untersuchung eines ehemaligen Tagebaugebietes oder Aktivitäten zum Leben der Ameise. 2015 und 16 läuft der Wettbewerb vom 1. Mai und 31. Juli.
Für das Modellvorhaben Draußenschule bewerben sich über 52 Schulen. Ausgewählt wurden drei Grundschulen, die eine möglichst große Vielfalt abbilden, damit die Ergebnisse des Projektes später auf viele Schulen übertragbar sind. Die Modellgrundschulen sind in Stuttgart-Zuffenhausen, Niederahr und Lichterfelde-Schorfheide. Ab dem Schuljahr 2014/15 geht mindestens eine Klasse pro Schule regelmäßig einen Unterrichtstag pro Woche raus in nahe Naturräume. Bis Ende des Schuljahres 2015/16 werden die Klassen wisschaftl. begleitet und evaluiert. Über die Modellphase hinaus sollen die Klassen weiterhin regelmäßig rausgehen und die Schulen die Draußentage fest in ihr Schulkonzept integrieren. Alle Lehrkräfte der Schule haben die Fortbildung Schulwanderführerin absolviert. Ein/e außerschulische/r Netzwerker/-in pro Schule unterstützt bei der Umsetzung der Draußenschule und dem Aufbau eines Netzwerkes schulische u. außerschulischer Organisationen.

Das Projekt wurde bis 03/2017 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

s.o.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Postkartenset mit Aktionsideen zum Schulwander-Wettbewerb Biologische Vielfalt

Kurzbeschreibung des Projektes

Informationen zum Schulwander-Wettbewerb 2015

Didaktik der Draußenschule

Handlungsmöglichkeiten und Schulwandern

Booklet für Schüler/-innen mit Ideen zum Vielfalt entdecken und wandern.

Poster mit Ideen zum Vielfalt etdecken und Platz zum Selbstgestalten.

 

Weitere Infos

Projektträger: Deutscher Wanderverband (DWV), Projektleitung: Ute Dicks, Projektmitarbeiterinnen: Andrea Metz, Uschi Vortisch. Partner: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Projektleitung Prof. Dr. Matthias Witte; Jun.Prof. Marius Harring

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