Natur- und Heilgarten des "Achillea-Freiburger Heilpflanzengarten e.V."

Weiterentwicklung:

Inzwischen wurden weitere Lebensräume für Tiere geschaffen: Ein Sumpfgebiet mit Sumpfpflanzen und feuchter bis nasser Erde, mehrere Steinhaufen für Zauneidechse, Mauereidechse und Co., ein Laichbecken für Unken aus gestampftem Lehm, welches im Sommer austrocknen darf, Fledermauskästen bieten einen Schlafplatz nach erfolgreicher abendlicher Jagt über dem Teich, neue Beete mit Futterpflanzen für Wildbienen und Schmetterlinge bieten auch der Holzbiene oder dem Schwalbenschanz Nahrung, ein Sandbeet für Sandbienen und spezielle Heilpflanzen, tote Baumstämme und Totholzhaufen sorgen mit den darin wachsenden Kleinlebewesen für die Nahrungsgrundlage höherer Tiere, Reisighaufen bieten Igel und Zaunkönig Unterschlupf. Zur Bedeutung der biologischen Vielfalt werden inzwischen regelmäßig, in unserem Programm und in der Tagespresse angekündigte Führungen durchgeführt, in denen Wissen und direkte Erfahrungen vermittelt werden. In den Medien, angefangen bem Stadtteilblatt "St. Georgener Bote" über die Badische Zeitung bis zum SWR-Fernsehen haben wir inzwischen die Bedeutung der biologischen Vielfalt für unser aller Leben aufgezeigt und dargestellt. Und das Interesse wächst. Die Kindergruppen zweier nahegelegener Kindergärten kommen bei schönem Wetter fast täglich zu kleinen Exkursionen in den Garten und freuen sich mit großen Augen über die Schmetterlinge, Kaulquappen, und alles was da sonst noch so kreucht und fleucht. Dasselbe gilt für die vielen anderen Besucher des Gartens.

Ursprüngliche Bewerbung:

Der Achillea Garten verbindet eine Vielzahl an Heilpflanzen mit den unterschiedlichsten Standortbedürfnissen mit einer zunehmenden biologischen Vielfalt an Kleinlebewesen, Insekten, Amphibien, Reptilien und mehr. In Führungen und Schulungen wird nicht nur Wissen um die Wirkung von Heilpflanzen und zu den hilfreichen Maßnahmen für den Erhalt einer bilogischen Vielfalt vermittelt, sondern die Vielfalt in der Natur auch direkt erfahrbar gemacht.

Vor 14 Jahren hatten eine Gruppe von Schülerinnen und Freunden der Freiburger Heilpflanzenschule das Angebot angenommen, auf dem brachliegenden und ungepflegten 3.000 m² großen Gelände am Zechenweg in Freiburg - St. Georgen einen Heilpflanzengarten anzulegen. Sie gründeten dazu den gemeinnützigen Verein Achillea e.V.. Zur Bewirtschaftung des Gartens wurde dem Verein Zugang zu dem Quellwasser aus dem Zechenstollen und zu Strom aus dem nahen Albertus-Magnus-Haus bereitgestellt.

Klar war: Der Garten soll nach biologischen Gesichtspunkten betrieben werden, er soll natürlich bleiben, mit angelegten und mit Wildbereichen und er soll allen Besuchern und Freiwilligen offen stehen. Er soll der Wissensvermittlung dienen, die Heilkraft der Natur aber auch direkt erfahrbar machen.

Was ganz harmlos begann, wurde bald zu einem phantastischen Abenteuer, bei dem die ehrenamtlichen Gartenhelfer sehr viel lernen durften. Und wer glaubt, ein Stück Land habe keinen Einfluss darauf, was aus ihm werden soll, der irrt gewaltig.

Wie in den meisten Heilpflanzengärten üblich, wurde damit begonnen, sogenannte Themenbeete anzulegen. Da werden dann Heilpflanzen mit den unterschiedlichsten Standortanforderungen (feucht, trocken, schattig, sonnig, lehmig, mager, sandig, steinig etc.) gezwungen, sich einen gemeinsamen Standort zu teilen, eingeteilt nach ihrer Wirkung gegen die unterschiedlichen Krankheiten und Leiden, z. B. Magen-Darm, Leber-Galle, Nerven-Psyche, Lunge, Frauenthemen u.s.w..

Einige Heilpflanzen hatten dafür jedoch kein Verständnis und ganz eigene Vorstellungen. Sie büchsten aus. So stellte sich heraus, dass Pflanzen durchaus in der Lage sind, zu wandern. Sie machen das eben nur etwas anders als wir. Ein Beispiel: Die Wegwarte im Leber-Galle-Beet mickerte ein, zwei Jahre und zog sich schließlich ganz zurück. Dafür entschied sie sich, 2 m weiter auf dem mit Schotter und Kies dicht verfestigten Besucherplatz zu wachsen. Aus der ca. 80 cm hohen Pflanze im Beet wurde so eine kleine Ansammlung gigantischer Wegwarten von über 2 m Höhe. Die Besucher müssen und können um diese kleine Insel aus Wegwarten jetzt bewundernd herumgehen und die Gärtner lernten, die Wünsche der Pflanzen zu respektieren und mit zu berücksichtigen.

Seither wurde mehr auf die Standortbedürfnisse der Pflanzen geachtet und es wurden unterschiedliche Standortbereiche angelegt, ein schattiger Waldbereich, halbschattige Waldrand- und Heckenbereiche, Trockenzonen, Feuchtgebiete, Sumpfbereich, Magerbeete, Sandflächen, Kiesbereiche, Schotterbeete und vieles mehr.

Es entstand eine Vielfalt an Pflanzen-Lebensräumen. Und wen wundert es, dass sich zu den Pflanzen rasch eine zunehmende Vielzahl an Tieren gesellte. Den Läusen folgten die Marienkäferlarven, den Käfern folgten die Vögel, dem Wasser im Teich folgten die Grasfrösche und Erdkröten, deren Kaulquappen folgten die Libellenlarven und Molche, den Molchen folgte die Ringelnatter, den Brennnesseln folgten die Schmetterlinge, den Sonne liebenden Insekten folgten die Zauneidechsen, den abendlichen Insekten folgten die Fledermäuse.

Von der wachsenden biologischen Vielfalt an Insekten, Kleinlebewesen, Vögeln, Amphibien oder Reptilien entzückt und der Auszeichnung durch die UN Dekade Biologische Vielfalt in 2015 motiviert, gewinnt das Thema biologische Vielfalt inzwischen im Achillea-Garten immer mehr an Bedeutung. Um einer noch größeren Vielfalt an Tieren eine Heimat zu bieten, wurden zahlreiche Totholzhaufen und Reisighecken angelegt, es wurden Fledermauskästen aufgehängt, ein Sumpfgebiet geschaffen und Laichplätze für Unken angelegt, die gerne aus dem angrenzenden FFH-Gebiet Schönberg hier einziehen können. Weitere Steinhügel sollen den Eidechsen noch besseren Schutz und noch mehr warme Sonnenplätze bieten.

In praktisch allen Punkten entspricht der Achillea-Garten inzwischen dem idealen Naturgarten wie er in einem Prospekt des Umweltschutzamts der Stadt Freiburg von 2012 dargestellt ist.

Und die Teilnehmer der Heilpflanzenschule, die interessierten Schulklassen, die Ferienkinder des Abenteuerhofs, die Seniorengruppen, die Mitglieder des Scharzwaldvereins und die vielen anderen Besucher und Besuchergruppen staunen, sind entzückt und freuen sich an der lebendigen Vielfalt. In den letzten Jahren hat sich der Achillea-Garten zu einem „Geheimtip“ für Heil- und Naturinteressierte entwickelt. Inzwischen werden regelmäßig Führungen mit Tipps zur Stärkung der biologischen Vielfalt angeboten.

Auch die Öffentlichkeit verfolgt die Entwicklung des Gartens neugierig und wohlwollend. Die Badische Zeitung und andere lokale Medien berichteten bereits mehrfach, das SWR-Fernsehen sendete bereits zweimal einen Beitrag zum Achillea-Garten und seiner biologischen Vielfalt in der Landesschau Baden-Württemberg.



Bezug zur biologischen Vielfalt:

Neben der Heilwirkung von Pflanzen ist uns die heilende Wirkung einer biologischen Vielfalt ein Herzensanliegen geworden. Dabei ist uns wichtig, diese Vielfalt direkt erfahrbar zu machen und möglichst viele Menschen davon zu begeistern, ihren eigenen Garten auch vielfältiger zu gestalten. Durch Vernetzung und Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Projekten, z. B. dem Netzwerk "Hortus Insektorum", lernen wir, die biologische Vielfalt weiter auszubauen.


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Dokumente

Flyer

Vereinssatzung

Bestandsliste der Heilpflanzen im Garten

Veröffentlichungen zum und über den Achillea-Freiburger Heilpflanzengarten

 

Besuchen Sie uns

Achillea Heilpflanzengarten

Zechenweg
79111 Freiburg im Breisgau

Öffnungszeiten: April - Oktober Samstags 14 - 17 Uhrund nach Absprache sowie angekündigte Führungen

Frau Marga Baldas-Posavac
Tel.:0761-4539455
info@heilpflanzengarten.net
http://www.heilpflanzengarten.net

 

Weitere Infos

Achillea - Freiburger Heilpflanzengarten e.V., Vorstände: Marga Christine Baldas-Posavac, Hans-Peter Posavac, Klaus Binder
Freiburg im Breisgau

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