Erhalt der ursprünglich einheimischen Honigbiene

Weiterentwicklung:

Auch mit Hilfe der Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt konnten wir in den letzten 2 Jahren folgende Projekte weiterentwickeln: - Genehmigung eines Anpaarungsplatzes im Naturschutzgebiet Karwendel durch die obere Naturschutzbehörde München. Hier konnten bisher über 100 Königinnen begattet werden und weitere Imker für die Dunkle Biene begeistert werden. - Führung eines Bestandes von ca. 300 reinen Völkern der Dunklen Biene. - Nachzucht von ca. 150 bis 200 rein angepaarten Königinnen / Jahr im gesamten Bundesgebiet. - Kontaktpflege und Zusammenarbeit mit Bieneninstituten in Deutschland, z.B. INRES Bonn, LWG Veitshöchheim in Bayern und mit der Züchtertagung des deutschen Imkerbundes - Begleitung eines Infostand zur Dunklen Biene auf der IGA 2017 in Berlin. - Spende der Knorr-Bremse AG zur Anschaffung von zwei Außenständern für die Belegstelle . - Anwachsen unseres Mitgliederstammes auf knapp 60 Mitglieder - Aktive Teilnahme und Mitarbeit an SICAMM-Konferenzen (International Association for the Protection of the European Dark Bee) - Berufung in das SICAMM-Commitee

Ursprüngliche Bewerbung:

Die Dunkle Europäische Biene (Apis mellifera mellifera) ist eine natürlich entstandene Unterart der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) und ist die in Nordwest-, Mittel- und Nordosteuropa bis zum Ural ursprünglich einheimische Honigbiene. Sie ist durch den import leistungsfähigerer Bienenrassen in Deutschland nahezu ausgestorben.

Die Nordbiene, wie sie auch genannt wird, zeichnet sich aus durch ihre Sanftmut, einen vorsichtigen, „flachen“ Brutrhythmus, ein kompaktes Brutnest, einer guten Fluglochverteidigung und einer überaus guten Winterhärte aus.

Die Kälteresistenz und die ausgeprägte Flugkraft auch bei windigem Wetter resultieren aus der Tatsache heraus, dass sich von allen europäischen Unterarten der Honigbiene lediglich die Dunkle Biene auf natürlichem Wege an das kontinentale Klima in Mittel -, und Nordeuropa perfekt anpassen konnte.

In ihrem Äußerem weist sie am Hinterleib schmale bis mittelbreite, schüttere Filzbinden auf und besitzt auf der zweitletzten Rückenschuppe langes bis mittellanges Überhaar. Ihr Hinterleib ist Dunkel ohne helle Farbeinschlüsse, weshalb sie gegenüber anderen Bienenrassen sehr dunkel wirkt, woraus auch ihr Name resultiert.

Durch den Import leistungsfähigerer Unterarten nach Deutschland wie z.B. der hier nun in Deutschland flächendeckend verbreiteten „Carnica“ aus dem Ausland wurde die Biene durch Verkreuzung (Hybridisierung) oder der gezielten Umstellung auf andere Bienenrassen im 19. Jahrhundert großflächig verdrängt. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie z.B.: Schweiz, Frankreich, Norwegen in denen Schutzgebiete eingerichtet werden konnten, gibt es in Deutschland nur noch wenige Restbestände die von engagierten Imkern aufwändig gepflegt werden.

Durch das steigende Interesse an einer ökologischen Imkerei kehrt auch die Dunkle Biene wieder in das Bewusstsein vieler Imker zurück. Der Honigertrag ist nicht mehr das alleinige Kriterium beim Auswahl der Bienenrasse, vielmehr wird verstärkt Wert auf eine robuste und angepasst, einheimische Biene gelegt.

Um die als ursprünglich einzige natürlich in Mitteleuropa vorkommende Unterart der westlichen Honigbiene vor dem Aussterben zu bewahren, entstand im Jahre 2013 der Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland e.V.

Um unsere Ziele zu erreichen fördern wir die Verbreitung der Dunklen Biene in ganz Deutschland, arbeiten europaweit mit allen an der Erhaltungszucht interessierten Imker zusammen und unterstützen alle Bemühungen zur Rettung des genetischen Materials der Dunkle Biene in seiner ganzen Bandbreite.

Folgendes konnten wir bisher erreichen:

• Gründung regionaler Zuchtgruppen in Bayern, NRW, Hessen, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Diese Erhalten mithilfe eines angepassten Prüfprogrammes und einer abschließenden DNA-Analyse reine Nachkommen der Apis mellifera mellifera.
• Betrieb und Ausbau unserer Gebirgsbelegstelle im Naturschutzgebiet "Karwendel" mit Unterstützung der bayrischen Staatsforsten seit 2013. Seit 2015 Belegstelle "Waldeshöh" im Sauerland. Hier können unsere Königinnen rein angepaart werden.
• Regelmäßige regionale und überregionale Treffen
• Förderung von Aus- und Weiterbildung in Bienenkunde, insbesondere der Haltung und Zucht
• Enge Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit anderen Zuchtverbänden und Züchtern auf europäischer Ebene, die sich um die Erhaltung der Dunklen Biene bemühen. Exemplarisch sei hier die hervorragende Zusammenarbeit mit dem "VSMB - Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde" zu nennen.
• Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Belange im Bereich der Dunklen Biene im speziellen, sowie des Tier- und Umweltschutzes der Honigbienen im Allgemeinen zu fördern.
• Öffentlichkeitsarbeit (Vorträge) in Imkervereinen zum Thema „Geschichte und Erhaltung der Dunklen Biene“ und deren Nutzen zur Erhaltung des genetischen Materials
• Veröffentlichungen in verschiedenen Imkermagazinen
• Besichtigungen für interessierte Imker und Vereine am Bienenstand und der Belegstelle.

Für die Zukunft steht unser Fokus in der Einbindung weiterer Züchter und der Betrieb weiterer sogenannter „Belegstellen“ um die Biene in ihrer ursprünglichen Form zu erhalten und zur Biodiversität im Bereich der Imkerei beizutragen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Erhalt der ursprünglich heimischen Honigbiene (Apis mellifera mellifera) , auch "Dunkle Biene" genannt in ihrem ursprünglichen Heimatraum. Diese Biene soll wieder allen Imkern in Deutschland als alternative Bienenrasse zur Verfügung stehen und sich als extensive und robuste Rasse für die Imkerei etablieren.


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Besuchen Sie uns

Gebirgsbelegstelle Vorderriß

Simon-Rabl-Str. 2
85229 Markt Indersdorf

Öffnungszeiten: Mai-Juli, Besuch nach Absprache

Herr Thomas Petermann
Tel.:0160-5812072
petermann@mail.de
http://www.dunkle-biene.com/belegstellen

 

Weitere Infos

Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland e.V.
Markt Indersdorf

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