Fokus Biologische Vielfalt - von der Naturerfahrung zur politischen Bildung

Mit dem Projekt „Fokus Biologische Vielfalt – von der Naturerfahrung zur politischen Bildung“ möchte die Naturschutzjugend (NAJU) deutschlandweit Kinder und Jugendliche für die Bedeutung der biologischen Vielfalt sensibilisieren und für ihren Schutz motivieren.

Während der Projektlaufzeit von Dezember 2012 bis Mai 2016 entstehen Bildungsmaterialien im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung für den Einsatz in Schulen (Grundschule und SEK1), sowie im außerschulischen Bereich für junge Menschen im Alter von 8-11 Jahren und 14-16 Jahren. Die Zielgruppen sind Multiplikator*innen aus Schule und Umweltbildung, die die jungen Menschen ansprechen und sensibilisieren.

Ausgewählte Tier- und Pflanzenarten bieten als Schlüsselarten des Projektes einen spannenden Einstieg in das Thema: Europäischer Biber, Rotfuchs, Rotmilan, Grünspecht, Ameisenbläulinge, Feuersalamander, Europäischer Laubfrosch, Stieleiche, Wildrose, Feldklee. Diese Schlüsselarten haben einen hohen Bekanntheitsgrad und sind charakteristische Vertreter unterschiedlicher Lebensräume in Deutschland. Die Perspektive dieser Arten ist Ausgangspunkt für die Entdeckung ökologischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Zusammenhänge, welche den Alltag der jungen Menschen mit dem Leben der Arten verknüpfen.

Bspw. dient als Einstieg in das Grundschul-Modul zum Thema Feldklee die Frage, welches grüne Glückssymbol die Kinder kennen, das Landwirte glücklich macht. Hier ist das vierblättrige Kleeblatt gesucht. Zum einen ist es ein geläufiges Glückssymbol, so dass die Kinder leicht einen Bezug zum persönlichen Alltag herstellen können. Zum anderen wird der Feldklee als Zwischensaat zur Bodendüngung genutzt, da er Nährstoffe für andere Arten bereitstellt. Nachdem die Klasse einen Glücksklee-Anstecker gebastelt hat, wird im Klassengespräch erarbeitet, wie verschiedene Arten voneinander profitieren - mit dem Fazit, dass eine Diversifizierung der Nutzpflanzen ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt darstellt. Im folgenden Modul werden die Kinder zu Vielfalts-Detektiven in der Natur und suchen zunächst verschiedene Arten von Kleepflanzen in der näheren Umgebung und pressen diese in ihr Arbeitsheft. Somit wird Naturerlebnis mit der Theorie verknüpft. Als Hausaufgabe machen sich sie auf die Suche nach der Sortenvielfalt in ihrem Alltag und stellen Nachforschungen (z. B. im Garten oder auf dem Markt) an, welche Apfelsorten es gibt und für welche Zubereitungsarten sie sich eignen. Zum Abschluss wird reflektiert, welchen Beitrag die Kinder selbst für den Schutz der biologischen Vielfalt leisten können, z. B. indem sie alte Apfelsorten konsumieren.

Ergänzt werden die Bildungsmaterialien durch eine Homepage für Multiplikator*innen (http://www.fokus-biologische-vielfalt.de/), auf der die Materialien, sowie weitere Links und Aktionstipps bestellt und heruntergeladen werden können. Außerdem finden im Jahr 2015 bundesweite Fortbildungen für Multiplikator*innen in Kooperation mit den Projektpartnern (s.u.) statt, in denen die Materialien vorgestellt werden. Zudem wird im selben Jahr ein Wettbewerb zur Konzeption von Klassenreisen durchgeführt. Hier wird auch die Modellhaftigkeit des Konzeptes deutlich, denn eine Bandbreite von verschiedenen Methoden und Austauschformaten ergänzen das transdisziplinär erstellte Bildungsmaterial.

Das Projekt wird begleitet und evaluiert von Prof. Dr. Armin Lude und Prof. Dr. Bernd Overwien (Didaktik der Biologie bzw. Didaktik der politischen Bildung; Arbeitskreis Biodiversität des runden Tisches der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung). Unter anderem findet vor dem Druck der Materialien eine Zwischenevaluation in Schulen statt (siehe Fotos). Darüber hinaus wird das Projekt von interdisziplinären Kooperationspartnern unterstützt, die durch ihre Expertise eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Themen und durch Praxistests eine Qualitätssicherung des Materials gewährleisten. Die kooperierenden Einrichtungen sind der Bund der Deutschen Landjugend, die Katholische Landjugendbewegung, der Landesjugendring Niedersachsen, das NABU Artenschutzzentrum Leiferde, das NABU Naturschutzzentrum Rheinauen, das NABU Wasservogelreservat Wallnau, der Stadtjugendring Wolfsburg und der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Die Einbindung der Partner hat eine sehr hohe Bedeutung, denn es finden regelmäßige, halbjährliche Treffen der Projektarbeitsgruppe statt. Zudem wurde im Mai 2013 ein Entwicklerworkshop in Eisenach mit allen Projektpartnern durchgeführt. Dieser diente als Kick-Off-Treffen, in dem inhaltliche Schwerpunkte und Vermittlungsmethoden gemeinsam festgelegt wurden (siehe Fotos). Weiterhin findet ein regelmäßiger Austausch der Partner zur Redaktion der Materialien bspw. mit Hilfe einer Dropbox statt.

Das Projekt wurde bis 06/2016 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

s.o.



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