CSA Hof Pente - gemeinsam Vielfalt ermöglichen

2. Weiterentwicklung:

Es wurde die Freie Hofschule Pente, als Modellprojekt zur Umsetzung für Bildung für Nachhaltige Entwicklung gegründet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der Gestaltungskompetenz in Bezug auf die Entwicklung der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus wurde die Gemeinschaftsstiftung Hof Pente gegründet. Sie fördert die Entwicklung der biologischen Vielfalt auf Hof Pente. Der Lernort Hof Pente wurde 2018 für die strukturelle Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgezeichnet.

Weiterentwicklung:

Mit dem Buch: "Vogelvielfalt & Insekten auf dem CSA Hof Pente - Wie Landwirtschaft Artenvielfalt ermöglicht aufgezeigt am Beispiel einer Vogelstudie" konnten wir aufzeigen, das eine vielfältige landwirtschaftliche Kultivierung sogar zu einer höheren Artenvielfalt als auf Naturschutzflächen führen kann. Rolf Hammerschmidt stellte in der vorliegenden Studie zur Vogelbesiedlung auf dem CSA Hof Pente fest, dass sich durch diese vielfältige Gestaltung der Kulturlandschaft die Artenvielfalt in der Vogelwelt enorm erhöhte. So wurde 2015 ein Vogelbestand von mehr als 50 Arten auf 20 ha kartiert: das sprengt alle für einen Vergleich verfügbaren Daten. Die Artenvielfalt hier ist größer als vor 50 Jahren auf den artenreichsten Flächen in der Region gemessen wurde.

Ursprüngliche Bewerbung:

„Was kostet eigentlich der Erhalt der Vielfalt?“ und „wie wird der Erhalt und die Entwicklung der Vielfalt erfahrbar und alltagstauglich?“ Das sind zentrale Fragen des Projektes „CSA Hof Pente“. Auf dem Hof wurde ein partizipatorischer Handlungsraum entwickelt, in dem eine regionale Gemeinschaft Verantwortung für den Erhalt und die Entwicklung der Vielfalt in der Kulturlandschaft übernommen hat.

CSA steht für eine weltweite Bewegung und bedeutet community supported agricultur, übersetzt Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft und im deutschen auch Solidarische Landwirtschaft genannt.
Der CSA Hof Pente ist ein generationsübergreifender Lebenslernort im Sinne einer ökologischen Inklusion und steht für ein Lernen in Gemeinschaft mit Pflanzen, Tieren und Boden. Das Projekt beschreitet durch seinen Ansatz neue Wege im Wirtschaftsleben und eröffnet ein Lernfeld für Gemeinwohlorientierung und Eigenverantwortung. Ein regionaler Mitgliederkreis (von derzeit 270 Personen) ermöglicht dem Hof, vielfältig zu wirtschaften und der Hof ermöglicht den Mitgliedern, Verantwortung für die Lebensmittelgrundlage zu übernehmen, am Landleben teil zu nehmen und stellt volle Transparenz in Produktion und Finanzen sicher. Gemeinsam wird dadurch Vielfalt kultiviert. Es werden nicht nur über 60 Gemüsekulturen, 100 Streuobstbäume, vielfältige Ackerfrüchte angebaut, Hühner, Rinder, Bienen und seltene Rassen wie das Coburger Fuchsschaf und das Bunte Bentheimer Schwein gehalten, sondern auch das Wissen und die Kulturtechniken, die eine Entwicklung und Nutzung von Vielfalt fordern, gemeinsam geteilt und weitergegeben. Von der Sauerkraut Herstellung, Imkern, Obstbaumschnitt, saisonalem und vielfältigem Kochen, Konservieren und Einmachen bis hin zur Bodenkulturpflege wird der Erhalt der Vielfalt zur Gemeinschaftsaufgabe.

Den Wert der Entwicklung von Vielfalt ökonomisch denken lernen

Die Grundidee ist, dass der Hof eine Gruppe von Leuten, die sich um den Hof bildet, ernährt und das diese Menschen um den Hof, den Hof finanziell tragen. Einmal im Jahr wird über Geld gesprochen und da wird dargestellt: „Was kostet eigentlich der Erhalt der Vielfalt?“ Und alle sind mit der Frage konfrontiert „Wie können wir diese Vielfalt erhalten und entwickeln?“ Da steht nicht mehr im Mittelpunkt: „Was kostet ein Kilogramm Kartoffeln?“ Das ist ein irrealer Preis, weil der von Spekulationen und Subventionen geprägt ist. Er kann aber nicht die Vielfalt in der Zukunft und die Fruchtbarkeit darstellen. Wir stellen bei CSA den Mitgliedern einmal im Jahr das Jahresbudget vor und gucken, wie das Jahresbudget durch die Mitglieder gedeckt wird und die Mitglieder verpflichten sich dann für ein Jahr das gesamte Hofbudget gemeinsam zu tragen. Dies ist ein gemeinschaftlicher Prozess, der eigenverantwortliches Handeln fördert und bei dem die Kreativität der Mitglieder gefragt ist, denn die Beiträge sind solidarisch variabel. Dadurch wird der Hof zu einem vielfältigen Lebenslernort mit Partizipation und Teilhabe als Begegnungsraum für Jung und Alt. Mitgliedern wird die Mitarbeit sowohl bei der praktischen Arbeit als auch bei der Ideenentwicklung ermöglicht. Außerdem werden umweltfreundlicher Konsum und Gerechtigkeit miteinander verbunden und ermöglichen dadurch die Entwicklung eines Bewußtseins für die persönlichen Einflüsse auf den Klimawandel.

Beim monatlichen Mitmachtag können die Mitglieder (Jung & Alt) in das praktische Hofleben eintauchen.
Das Lernen und die Teilhabe an diesem praktischen und generationenübergreifenden Ort für ökologische Inklusion wird auch Kindern ermöglicht. Damit in diesem Sinne der Inklusion auch Kinder Teil dieses generationenübergreifenden Lebenslernraumes sein können, wurde eine handlungspädagogische Kindertagespflegestelle eingerichtet. Auf dem Hof ist auch eine Tagespflege und ein Kindergarten für zusammen 20 Kinder von 1-6 Jahren.
Der Hof wird von zahlreichen Menschen besucht, die sich im Rahmen von unterschiedlichsten Hofführungen für Besucher-, Studenten-, Arbeits- und Politikergruppen von nah und fern direkt vor Ort über den gemeinschaftlichen Erhalt und - Nutzung von Vielfalt informieren und inspirieren lassen konnten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Diese handlungsorientierte Umweltbildung auf Hof Pente führt nicht nur zu gesunden Lebensmitteln und großer Begeisterung bei Kindern, sondern wirkt sich zudem positiv auf die Vogelwelt rund um den Hof Pente aus. Dieses aufgezeigt zu haben, verdanken wir dem Naturkundler Rolf Hammerschmidt und seinem Team, die in unermüdlicher Entdeckerfreude alle Winkel der Hoflandschaft durchlauschten. So stellte Hammerschmidt in einer Studie zur Vogelbesiedlung auf dem CSA Hof Pente heraus, dass sich durch diese vielfältige Gestaltung der Kulturlandschaft die Artenvielfalt in der Vogelwelt enorm erhöhte. So wurde 2015 ein Vogelbestand von mehr als 50 Arten auf 20 ha kartiert; das sprengt alle für einen Vergleich verfügbaren Daten. Die Artenvielfalt hier ist größer als vor 50 Jahren auf den artenreichsten Flächen in der Region gemessen wurde.

Video:


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Besuchen Sie uns

CSA Hof Pente

Osnabrücker Str. 73
49565 Bramsche

Öffnungszeiten: Hofführung nach Vereinbahrung

Frau Julia Hartkemeyer
csa@hofpente.de
http://www.hofpente.de

 

Weitere Infos

Hof Pente GbR Adolf Reichwein Gesellschaft e.V. Wirtschaftsgemeinschaft Hof Pente
Bramsche

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