Die Artenvielfalt im Tier- und Ökogarten pflegen und nachhaltig, ressourcenschonend nutzen.

2. Weiterentwicklung:

Der Tier- und Ökogarten hat 2015 den 5.nds.Schulgartentag ausgerichtet und Tag des Schulgartens 2017 ganz in unter den Schwerpunkt „Nutzgarten“ und dem Erhalt der biologischen Vielfalt gestellt. Damit wurden nicht nur alte Kartoffelsorten und fast vergessene Gemüsepflanzen in den Mittelpunkt gehoben sondern auch Pflanzen, die unsere Gesundheit unterstützen. So gab es sieben verschiedene Minzen zu unterscheiden und die Heilpflanzen aus dem Beet mit ihren Wirkungen und Zubereitungen zu vergleichen. Leckerer Zitronemelissentee oder Pfefferminz-Thymian-Tee konnten getrunken und verglichen werden. Duftpflanzen, die oft in der Medizin verwendet werden, wurden mit verbundenen Augen erraten. An Küchenkräutern konnte man ebenfalls seinen Duftsinn testen und ihre besonderen Wirkungen auf unseren Körper erfahren. Wildbienen, ihre Lebensweise, Brutverhalten und Nahrungspflanzen werden seit 2017 in einer begehbaren Bienenwabe auf großen Bildtafeln erläutert. Dazu wurde anschaulich ein Grünstreifen 50 m x 6 m als Bienenweide umgestaltet. Verschiedene Bodensorten wurden aufgebracht einschließlich großer Baumstümpfe als Totholz. Schüler_innen, Eltern und freiwillige Helfer_innen pflanzten Stauden, setzten Zwiebeln und gossen bei der sommerlichen Trockenheit. So blühte der Streifen das ganze Jahr und zeigte hohe biologische Vielfalt bei den Pflanzen und den nutzenden Tieren.

Weiterentwicklung:

Der Tier- und Ökogarten der IGS Peine entwickelt sich zu einem Umweltbildungszentrum. Die GEH(Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.) hat uns zum Archpark ernannt, damit sind wir die einzige Schule und der 13. Arche Park in Deutschland. 2014 wurden wir mit dem „Regionalen Bildungspreis“ 1.Platz in der Kategorie Kinder ausgezeichnet. Seit 2014 verleihen wir Bienenvölker für maximal zwei Jahre an Schulen und vermitteln in Arbeitsgemeinschaften das Wissen rund um die Bienen. Eine Lehrerkraft der dortigen Schule wird parallel zum Imker ausgebildet. So werden zurzeit drei Grundschulen, eine IGS und die FIPS (Förderung und Integration psychisch kranker Menschen)Tagesstätte in Peine mit jeweils einem Bienenvolk von unserem Imker in Zusammenarbeit mit dem Imkerverein Peine betreut. Eine Schülergruppe wird im Juli 2015 auf der Ideenexpo die Vorzüge der Schafwolle unter dem Titel“ Wolle – nachwachsender Rohstoff mit Zukunft“ 12 Tage lang vorstellen. Mitmachexperimente werden überzeugen, dass Wolle Füße und Häuser warm hält, schwer entflammbar ist, drei mal soviel Wasser speichert wie ein Tafelschwamm und deshalb auch die Pflanzen imUrlaub versorgen kann. Außerdem ist sie als biologischer Langzeitdünger wie Hornspäne einsetzbar und Autos kann man damit auch prima waschen. Nicht zu vergessen, dass sie auch im Aquariumfilter beste Dienste leistet. Wenn ein Stoff mit diesen Eigenschaften „erfunden“ werden würde, wäre er unbezahlbar…und alle würden jubeln!

Ursprüngliche Bewerbung:

Chillen in der Hängematte auf der Teichterrasse und dabei dem leisen Lockruf des Erdkrötenmännchens zuhören. Im Baum dösend dem Schlagen der Nachtigallen lauschen, die sich in der Benjeshecke wohlfühlen, oder sich einfach auf der Insektenwiese von dem Gebrumm unserer fleißigen Bienenvölker und Schmetterlinge verzaubern lassen. Durch entsprechende Angebote an Überwinterungs- und Schlaf- sowie Brutplätzen, die von den unterschiedlichsten Arten genutzt werden, entwickelt sich eine große biologische Vielfalt nicht nur unter den Hautflüglern sondern auch bei den Vögeln und Schmetterlingen. Hier ist alles möglich: Entspannen, forschen, staunen, lernen, genießen.

Als „ZeitOrt“ werden wir in der Braunschweiger Region von einem Tourismusverband beworben, Lokalblätter und die regionale Tageszeitung berichten monatlich über die Aktionen an den Besuchersonntagen, und mit dem Tier und der Pflanze des Monats werden jeweils 12 Mal im Jahr Arten vorgestellt, die sonst mit ihren Besonderheiten im Alltag oft unbeachtet bleiben. Ob Zimbelkraut, Huflattich oder die europäische Zwergmaus im Mittelpunkt standen, immer gab es positive, erstaunte Rückmeldungen und besonderes Interesse für diese Lebewesen am folgenden Besuchersonntag.
Im Tier- und Ökogarten werden von einheimischen Tieren und Pflanzen die Wild- und Zuchtformen vorgestellt und viele vom Aussterben bedrohte Nutztier-Rassen gehalten.
Von den sieben verschiedenen Schafrassen, die auf einer Streuobstwiese stehen, die von einer Benjeshecke umgeben ist, werden die Unterschiede der Vliese erfühlt und die verschiedenen Woll-Verarbeitungswege kennengelernt. So sind die Haare des Kamerunschafes hart und kurz, die der Schnucken lang und glatt. Skuddenwolle kann mit den kleinen „Engelslocken“ gut zum Basteln oder Spinnen genutzt werden. Am weichesten aber ist die Wolle von „Leonie“, dem großen Merinoschaf.
Alle unsere handaufgezogenen Schafe lassen sich gern füttern und anfassen, wobei gehörnte Rassen mehr Respekt hervorrufen als die ungehörnten, ein nachhaltiger, eindrucksvoller Aspekt bei unserer gemischten Herde, zugleich aber auch nachvollziehbarer Grund, hornlose Schafe in der Zucht zu bevorzugen. Die Vielfältigkeit im Aussehen, der Wollqualität und der Nutzung der Tiere sind damit direkt begreifbar. Diese biologische Vielfalt wird somit bewusst gemacht und als erhaltenswert erkannt.
Anders verhält es sich, wenn sich die Tiere in der freien Natur noch gegen Feinde wehren müssen.
Anhand der Vertreter kleiner Rassen in der Herde wie die Shetty Ponys oder die Oussant Zwergschafe werden Zuchtziele oder Lebensbedingungen dieser Exemplare erläutert.
Verwaiste Lämmer verschiedener Rassen werden inzwischen hier abgegeben und sind als Flaschenaufzucht immer ein besonderer Anziehungspunkt. Regelmäßige Besucher erleben das Wachstum, die Farbveränderung und die Rassenunterschiede der wachsenden Schafe ganz besonders eindrucksvoll.
Auffällig ist, dass Kinder viel genauer Unterschiede wahrnehmen als ihre Eltern, so dass sich in einigen Familien ein kleiner Beobachtungs-Wettstreit bei den regelmäßigen Wochenendbesuchen entwickelt. Mit ausgewiesenen Fragebögen unterstützen wir diese Freizeitaktivität, die genaues Hinschauen übt und das Wissen um verschiedene Arten und ihre Lebensbedingungen spielerisch ergänzt.
Auf Kindergeburtstagen oder Besuchertagen, Sommerfesten oder Gruppenausflügen können Angebote wie Ralleys oder Workshops rund um Wollverarbeitung und Lämmeraufzucht oder über Lebensräume wie Benjeshecke, Streuobstwiese und Magerrasen genutzt werden.
Dabei werden in diesem Umfeld die Vögel der Hecke bestimmt. Ihre Nahrungsquellen können weiterhin anhand der Schnabelformen zugeordnet werden, so dass noch andere Wildbüsche und Stauden als mögliche Erweiterung des Lebensraums genannt und ggf. gepflanzt werden können. Zusatzangebote an Brutstätten, ob Büschel aus Dornenzweigen, Insektenhotels oder Bruthöhlen, werden gebaut und aufgestellt.
Andere Schwerpunkte ergeben sich beim Basteln von „Geistermasken“, die sich mit Federn, Samen und Tierhaaren „schmücken“ und tarnen. Die Federn von Fasan, Wachtel, Haushuhn, verschiedenen Tauben, Sittichen und Finken leisten hier ebenso gute Dienste wie die Haare von Esel, Hund oder Katze. Es ist den Bastlern immer sehr wichtig zu wissen, welche Tiere „ihre“ Geister nutzen.
Für das leibliche Wohl wird mit selbstgebackenen Brötchen aus unterschiedlichen Getreidearten und Kräuterquark gesorgt, deren Zutaten aus dem eigenen Gartenanbau stammen.
Kartoffelsorten, ob rot, lang, dick oder Topinambur können wie die vielen verschiedenen Wildkräuter „erschmeckt“ werden, aus denen leckere Brotaufstriche, Quarks, Tee oder Kräuterbrötchen hergestellt werden.
Im Naschgarten warten unterschiedliche Beeren auf Vergleiche. Heilpflanzen, Kräuter und Gemüse können gesäht, gepflegt und geerntet werden.
Besucher staunen oft, welche Pflanzen-Vielfalt auf dem langen Kalkbeet oder dem Schotterhügel und der Sanddüne zu finden ist. Ableger und Samen können an den Staudenständen getauscht und erstanden werden.
Aus unseren Ernten werden leckere Eintöpfe oder Gebäckstücke hergestellt. Nach der Weitergabe der Rezepte ergeben sich dann Gartenkulturen alter Pflanzensorten durch unsere Ableger oder Samen auch in anderen Gärten.
Ein regelmäßiger Schildkrötenstammtisch und die Arbeitsgemeinschaften "Bonsai" und "Sockenstricken" runden das Freizeitangebot ab.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Sowohl in der Tierhaltung als auch im Garten wird großen Wert auf biologische Vielfalt gelegt. Verschiedene Rassen einer Haustierart, fast vergessene Gemüsepflanzen, geschützte Tierarten aus unserer Region, alles wird artgerecht und anschaulich gehalten, gepflegt und auf Schautafeln oder zu bestimmten Aktionen erklärt.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Zum ´Erntedank Tag´ konnten alte Apfelsorten bestimmt und verkostet werden.

 

Besuchen Sie uns

Tier- und Ökogarten der IGS Peine

Pelikanstraße 16
31228 Peine/Vöhrum

Öffnungszeiten: Jeden ersten Sonntag imMonat von 10-16 Uhrund nach Anmeldung

Frau Betina Gube
Tel.:0175/5421390
betina.gube@igs-peine.de
http://www.oekogarten-peine.de

 

Weitere Infos

Förderverein des Ökogartens der IGS Peine e.V
Peine/Vöhrum

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld