Ballett + Wildnis

2. Weiterentwicklung:

Eine öffentliche Ballett-Probe am 17. Juni 2018 unter Urwaldrelikten des Nationalparks Bayerisch. Wald bot den Auftakt zur Fortführung des Projekts "Ballett und Wildnis" mit dem Bayerischen Junior-Ballett in Kooperation mit dem Bayerischen Umweltministerium. Das Experiment unter Leitung des Ballettdirektors Ivan Liška und der Choreographin Marina La Ragione war der erste Schritt zu der Entwicklung einer "Schlüssel-Choreographie", deren Uraufführung 2020 zum 50. Jubiläum des Nationalparks Bayerischer Waldes vorgesehen ist. "Schlüsselchoreographie", das heißt, dass das Stück innovativ in die Gesellschaft hineinwirken soll. Am Vortag hatten die Tänzerinnen und Tänzer verschiedene Biotope (darunter ein Waldsee) erlebt und Geschichten über Ihre geheimnisvollen Bewohner erfahren. Dies wird im nächsten Jahr fortgeführt. Die Diskussionen am Lagerfeuer und die Übernachtung im Wildniscamp gehört zum Gesamtkonzept, mit dem das "Wilde um uns und in uns zur Deckung gebracht und nach Außen getragen werden soll", so heißt es in dem Konzept. Dies ist auch im Sinne der Absichtserklärung, die am 6. Mai von Ivan Liška und Umweltminister Marcel Huber unterzeichnet worden war. Darin heißt es u.a. dass im Sinne Darwins gezeigt werden soll, dass der Mensch Teil der Natur ist, und wilde Natur nicht nur in Schutzgebieten Platz haben soll. Das Projekt wird in der Broschüre des Bayerischen Junior-Balletts dokumentiert und mit auf Tournee gehen, in Bayern, bundesweit und bei internationalen Gastspielen.

Weiterentwicklung:

Das Projekt „Ballett + Wildnis“ konnte anlässlich einer Ballettaufführung im Nationalpark Šumava im Jahr 2015 weiterentwickelt werden. Dazu wurde ein projekt-begleitender Film gedreht, bei dem die Aufführung als Aufhänger genommen wurde, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Nationalpark Bayerischer Wald und dem tschechischen Nationalpark Šumava dazustellen. Insbesondere Fragen des Tourismus, des Artenschutzes und der grenzüberschreitenden Wildbiologie wurden behandelt. Diese Komponenten (Wildnis-Tourismus und Vielfalt) sollen bei der zukünftigen Konzeption des Projekts mit verwoben werden; inkl. verwandter Fragen der Ethik und Ästhetik, aber auch der Psychologie mitsamt Gefühlen wie Angst, Respekt und Ehrfurcht vor Wildnis. Der klassische Tanz bietet durch seine speziellen Ausdrucksformen enorme Möglichkeiten, um Artenvielfalt, Wildnis und Wildnistourismus auf humanistischer Ebene zu veranschaulichen.

Ursprüngliche Bewerbung:

"Ballett + Wildnis" ist eine Kooperation zwischen dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz, dem Bayerischen Staatsballett, der Junior Company des Bayerischen Staatsballetts, sowie der Heinz-Bosl-Stiftung. Ziel des Projekts ist u.a. die künstlerische Darstellung der ästhetischen und ethischen Dimensionen von Naturerfahrung in Prozessschutz-Biotopen (Wildnis). Die Kooperation berücksichtigt auch grenzüberschreitende Aspekte, wie die Zusammenarbeit zwischen den Nationalparks Bayerischer Wald (D) und Šumava (CZ) Das Projekt ist langfristig angelegt; weitere Aufführungen sind geplant, u.a. zum 50jährigen Jubiläum des Nationalparks Bayerischer Wald.

AUSBLICK: Zum fünfzigjährigen Jubiläum des Nationalpark Bayerischer Wald im Jahr 2020 (dem Zieljahr der UN-Dekade Biologische Vielfalt) ist eine Gala geplant. Eine erste öffentliche Kostprobe findet am 17.6. 2018 Sonntag statt unter den Urwaldriesen des Hans-Watzlik-Hains im Nationalpark Bayerischer Wald. Eingeführt werden die kurzen Choreographie-Bausteine durch den Ballett-Leiter und Vorsitzenden der Heinz-Bosl-Stiftung und Ivan Liška sowie die Choreographin Martina La Ragione.
BISHERIGER VERLAUF: Den Auftakt machte 2003 ein Ausflug des Bayerischen Staatsballetts in den Nationalpark Bayerischer Wald. Die Exkursionen hinterließ bei den Tänzern nachhaltige Eindrücke und führten zum Wunsch nach einer Ballett-Aufführung in der Wildnis. Dies wurde im Folgejahr auf einer eigens gezimmerten Waldbühne realisiert. 2007 folgten Aufführungen im Nationalpark Berchtesgaden und 2013 im Natura 2000 und Europadiplomgebiet Weltenburger Enge/Kelheim, 2015 im tschechischen Nationalpark Šumava.
Im Umfeld der Aufführungen und in den Jahren dazwischen wurde das Projekt in Ausstellungen (München, Augsburg, Berchtesgaden, Prag, Potsdam, Kelheim) und Filmen (Neuschönau, Kelheim) präsentiert. Film und Ausstellung wurden außerdem in in Englisch beim internationalen Wildniskongress 2005 in Anchorage, Alaska und 2009 in Mérida, Mexiko gezeigt. Eine tschechische Fassung ergänzt den grenzüberschreitenden Anspruch des Projekts. Die Vielzahl von regionalen und überregionalen Beiträgen in der Tagespresse, durch Rundfunk und TV sowie Monatszeitschriften haben dem Projekt weite Verbreitung und Anerkennung gebracht.
>Hintergründe< Das Projekt „Ballett + Wildnis“ widmet sich künstlerisch dem Dualismus zwischen Mensch und (wilder) Natur.Es bezieht sich auch auf die gemeinsame romantischen Traditionslinien, die sowohl das klassische Ballett als auch die Anfänge der Naturschutzbewegung kennzeichnen.
KÜNSTLERISCHE INHALTE (bisher) Bei den Aufführungen 2004 im Nationalpark Bayerischer Wald konnten Tänzer und Tänzerinnen eigene „Wildnis-Choreographien“ umsetzen. Im Nationalpark Berchtesgaden wurde 2007 das Ballett „Giselle“ aufgeführt, dessen 2. Akt in einer von Geistern belebten Waldlichtung stattfindet. Im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge 2013 und im Nationalpark Šumava 2015 kamen moderne Stücke zur Aufführung, die an Naturthemen angelehnt waren (Na Floresta / Im Wald und Jardi Tancat / Geschlossene Gärten). Im Hinblick auf weitere Veranstaltungen sollen neue (Natur) Choreographien erarbeitet werden, die sich der Vielfalt der Arten in der wiederverzauberten Natur widmen und die Widersprüchlichkeiten der Beziehung zwischen Mensch und Natur zum Thema machen.
FACHLICHE INHALTE:: Ballett + Wildnis ist als Plattform konzipiert, um einen kreativen Diskurs zwischen Naturschutz und Hochkultur anzuregen, aber auch zwischen Geisteswissen- und Naturwissenschaften. Dies geschah und geschieht mittels begleitender Ausstellungen und Kurzfilmen. Inzwischen ist auch ein Buchprojekt hinzugekommen, das als 150-seitges Booklet mit Film-DVD veröffentlicht wurde. Bedingt durch die internationale Ausrichtung des Projekts nehmen an dem Diskurs Stimmen aus diversen Nationen teil. In der weiteren Entwicklung (2015/16) des Projekts wird in dem aktuellen Kurzfilm „Ballett + Wildnis in Šumava“ auch grenzübergreifender Naturschutz zwischen Bayern und der tschechischen Republik thematisiert und durch den in Prag geborenen Münchner Ballettchef Ivan Liška kommentiert.
INTERVIEWS: Zu Beginn des Projekts wurde bei Interviews mit Tänzern und Tänzerinnen deutlich, dass einige der Künstler – die aus über 30 Ländern stammen – einen klugen und sensiblen Zugang zu Wildnis haben. Beispiel (Filip Janda, Tschechien): „Ein Stück Wildnis trägt jeder in sich. Unsere Instinkte werden von der modernen Zivilisation unterdrückt. Doch je mehr wir sie unterdrücken, desto angestrengter versuchen wir sie wieder zu beleben. Natur ist wunderschön. Wir Tänzer möchten den Menschen ein bisschen von dieser Schönheit bringen. Die freie Natur lädt mich mit ihrer Kraft auf, lässt mich aber auch meine Grenzen erkennen. Ohne Natur kann man nicht leben und nicht tanzen.“
FILM UND BUCHPROJEKT: Zum zehnjährigen Jubiläum der Erstaufführung im Nationalpark Bayerischer Wald erschien 2014 ein Film- und Buchprojekt (DVD und Booklet). Eine Inspirationsreise des Ballettdirektors Ivan Liška in Bayerische Schutzgebiete zu den Höhepunkten des knapp 35minütigen Videos. Bestandteil des Pakets (Restposten erhältlich, solange der Vorrat reicht) ist ein 150seitiges Booklet mit Beiträgen von über 30 namhaften Autoren, die das Thema Kultur und Natur aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beschreiben. Buch und DVD können kostenfrei bestellt werden beim „Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz“, Rosenkavalierplatz 2, 81925 München. Kennwort: „Ballett + Wildnis“. Das PDF des Booklets ist auf der Website der UN-Dekade abrufbar.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

In seiner über 200 jährigen Geschichte hat das romantische Ballett seine Zuschauer immer wieder in jenseitige, geheimnisvolle Welten entführt. Ausgangs- und Endpunkt des Projekts „Ballett und Wildnis“ ist der Nationalpark Bayerischer Wald, der älteste und vermutlich faszinierendste Nationalpark Deutschlands. Dank Jahrzehnte des konsequenten Schutzes konnten bisher in dem 242,2 km2 großen Schutzgebiet über 14000 Arten nachgewiesen werden. Das heißt: 22 Prozent aller in der Deutschland heimischen Arten leben in einem vergleichsweise winzigen Gebiet, das gerade mal 0,07 Prozent der Bundesrepublik einnimmt. Die Mehrzahl der hier heimischen Arten sind allerdings meistens nur den Spezialisten der jeweilige Artengruppe bekannt; etwa Zottenbock, eingenabelte Kristallschnecke, zitronengelbe Tramete, Buchenhütchenträgerpilz oder gekräuseltes Spiralzahnmoos. Es ist eine merkwürdige Welt, die auch die Wissenschaftler des Nationalparks nicht restlos entzaubern können. Je mehr geforscht wird, ob mit Satelliten oder Mikroskopen, desto faszinierender wird die Waldnatur im böhmisch-bayerischen Grenzgebirge; eine Welt die wahrscheinlich erst durch Künstler wirklich erschlossen und dem Publikum vermittelt werden kann. Tänzerin und Tänzerinnen der Junior Company des Bayerischen Staatsballetts wollen sich mit ihrem künstlerischen Leiter Ivan Liška auf diese Welt einlassen und die Ergebnisse zum fünfzigsten Jubiläum des Nationalparks präsentieren.

Video:


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Dokumente

PDF einer Ausstellung die während der der letzen Aufführung in Kelheim gezeigt wurde

Booklet zu Ballett + Wildnis und DVD sind kostenfrei erhältlich beim „Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz“, Rosenkavalierplatz 2, 81952 München. Kennwort Ballett+Wildnis

absichtserklaerung_2018.pdf

absichtserklaerung_2018.pdf

Absichtserklärung über das Projekt ´Ballett und Wildnis´ zwischen dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, der Heinz-Bosl-Stiftung und dem Bayerischen Junior-Ballett

 

Besuchen Sie uns

Hans- Watzlik-Hain

Wanderparkplatz Brechhäuslau
94227 Lindberg

Öffnungszeiten: Frühsommer 2019

Herr Till Meyer
Tel.:0170 2339554
till.m@arcor.de
http://www.ballettundwildnis.bayern.de

 

Weitere Infos

Till Meyer (Journalist) zusammen mit dem Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und der Heinz-Bosl-Stiftung
Lindberg

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