Heimatmuseen vermitteln die Themen Biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit und Kulturlandschaft

Der Bund Heimat und Umwelt setzt sich dafür ein, dass die Themen Biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit und Kulturlandschaft in Heimatmuseen verstärkt integriert und vermittelt werden. Die Deutschlandweit ca. 3000 Heimatmuseen verfügen über einen reichen Fundus an Wissen und Erfahrungen über die Besonderheiten beispielsweise eines Ortes, einer Region oder einer Kulturlandschaft.

Mit Ausstellungen, Führungen, Vortragsveranstaltungen und Aktionstagen zu Themen wie Bauerngärten, Obstwiesen, genetische Ressourcen alter Kulturpflanzen und Nutztierrassen, Kräuterbräuche, Landschaftsgeschichte, historische Landnutzungsformen und Landschaftselemente etc. tragen sie zur Vermittlung und Verbreitung der Bedeutung der biologischen Vielfalt in der Bevölkerung wesentlich bei. Durch ihren eigenen, spezifischen Blickwinkel sind sie zugleich wichtige Multiplikatoren für diese herausragende Aufgabe. Denn gerade die Verbindung von Kultur- und Naturthemen bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die Attraktivität eines Museums zu steigern und die Besucherinnen und Besucher gezielt an diese Zusammenhänge heranzuführen. Heimatmuseen werden in der Freizeit besucht. Hierbei nutzt die lokale Bevölkerung die Museen insbesondere als sozialen Treffpunkt hinsichtlich Aktionen, Erfahrungsaustausch und Erinnerungskultur. Für externe Besucher sind Heimatmuseen ein Ausflugsziel, an dem sie natur- sowie kulturhistorische regionale Besonderheiten kennenlernen. Die stärkere Einbindung der Themenfelder Biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit und Kulturlandschaft in den Museumsalltag trägt zu einer Verankerung der Bedeutung von biologischer Vielfalt im öffentlichen Bewusstsein bei und bietet die Möglichkeit, auch neue Besuchergruppen anzusprechen.
Viele Heimatmuseen haben damit zu kämpfen, dass kaum finanzielle Mittel für eine Umgestaltung ihrer Ausstellungen sowie zur Umsetzung von modernen, meist technikaffinen Ausstellungskonzepten vorhanden sind. Nichts desto trotz sind zeitgemäße, museumspädagogische Konzepte für die Attraktivität von Museen wichtig.
In einem vom BfN, mit Mitteln des BMU geförderten Projekt hat der BHU zu der Thematik zwei Expertenworkshops durchgeführt und die Publikation "Biologische Vielfalt - ein Thema für Heimatmuseen" herausgegeben. Modellhaft wird die Einbindung der Themen Biologische Vielfalt Nachhaltigkeit und Kulturlandschaft in die Museumsarbeit beleuchtet. Der hierbei entwickelte Leitfaden mit flankierenden Praxisbeispielen bietet Heimatmuseen ein geeignetes Instrument, anhand der genannten Themen den immer wieder notwendigen Modernisierungsprozess mit wenig Mitteln und schrittweise umzusetzen. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass Heimatmuseen auch künftig ein breites Publikum ansprechen und vor allem auch jüngere Zielgruppen dazugewinnen können. Nicht zuletzt können moderne Konzepte dabei helfen, Sponsoren zu Zuwendungen für die Überarbeitung von Ausstellungen zu bewegen. Insgesamt hat sich gezeigt, dass ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl Natur- als auch Kulturthemen zusammenbringt, der Sache sehr dienlich ist und zahlreiche Menschen anspricht. Die Publikation bietet zudem anschauliche Informationen dazu, wie regionales Handeln ein Teil globaler Prozesse sein kann. Praxisbesogene Ansätze als Beiträge zur Umsetzung der nationalen sowie der EU-Strategie zur biologischen Vielfalt oder auch zur UN-Dekade zur Biologischen Vielfalt werden vorgestellt.
Die Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten von Heimatmuseen mit unterschiedlichsten Partnern wurde als wichtige Chance für die Attraktivitätssteigerung der Institutionen herausgearbeitet. Der BHU bringt in dem Projekt verschiedene Akteure, insbesondere aus der Museumsarbeit (Heimat- u. Freilichtmuseen), der Land- und Forstwirtschaft, der Bildungsarbeit (Naturschutzakademien, Umweltpädagogen etc.) sowie der Vereine und Verbände (u.a. Heimat- u. Naturschutzvereine) zusammen. Die zielgruppengerechte Vermittlungsarbeit ist ein wichtiger Punkt des Projektes. So werden neben einer milieu- und altersgerechten Vermittlung auch Aspekte wie die Einbindung von Migranten in die Museums- und Vermittlungsarbeit, Barrierefreiheit oder erlebbare Erinnerungskultur für Demenzkranke angesprochen.
Hinsichtlich der kontinuierlichen Weiterführung des Projektes ist der BHU weiterhin gemeinsam mit seinen Landesverbänden beratender Ansprechpartner für Heimatmuseen. Es werden Materialien entwickeln sowie Multiplikatorenschulungen durchgeführt, insbesondere zu den Themen Biologische Vielfalt, Kulturlandschaft und Nachhaltigkeit. Hierbei bindet der BHU aktuelle Forschungsergebnisse ein und ist selbst insbesondere auf dem Themenfeld Kulturlandschaft innovativ tätig. Über das Deutsche Forum Kulturlandschaft, dem über 50 bundesweit agierende Organisationen aus vielfältigen Fachbereichen angeschlossen sind, ist der BHU sehr gut interdisziplinär vernetzt. Mit der Internetseite des BHU www.bhu.de und weitere Öffentlchkeitsarbeit wird über das Projekt und Aktivitäten im Themenfeld berichtet.



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