Der Umweltgarten in Wiesmühl an der Alz

2. Weiterentwicklung:

Mit einer Station zum Hochmoor wurde nun ein weiterer Lebensraum im Umweltgarten mit aufgenommen, welcher ebenfalls über eine sehr einzigartige biologische Vielfalt verfügt. Diese wird auf einer informativen Infotafel auf ansprechende Weise dargestellt. Grundlage der Station ist ein „Moorbaum“, ein alter Kiefernstamm, welcher bei Moor-Renaturierungsmaßnahmen in einem Moor im Landkreis Traunstein geborgen wurde und dem Umweltgarten zu Ausstellungszwecken zur Verfügung gestellt wurde. Über diesen Baumstamm kann der Bezug zum Lebensraum Hochmoor hergestellt werden, auch wenn der Lebensraum an sich nicht direkt vor Ort ist. Somit hat der Umweltgarten wieder einen weiteren Lebensraum mit seiner biologischen Vielfalt dazugewonnen.

Weiterentwicklung:

Im Nektargarten bewundern die Besucher mittlerweile die Insekten-Vielfalt. So mancher holt sich Anregungen, welche Blumen im eigenen Garten gepflanzt werden können. Wir versuchen auch in Zukunft den Nektargarten mit bienenfreundlichen Pflanzen bestmöglichst zu gestalten Das Wolkenkino ist beliebt und wird bei diversen Führungen gerne genutzt. Unsere Ringelnatter im Paludarium hat mittlerweile Gesellschaft bekommen. vor kurzem haben wir ein weiteres Exemplar aus einer Zucht erhalten. Für unsere Besucher ist es eine Attraktion, die scheuen Reptilien hier betrachten zu können. Zudem können wir bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass diese Tiere nützlich und keinesfalls gefährlich sind. Die neu angeschafften Tafeln zum Tierweitsprung und Größenvergleich sind sehr gefragt. Die Besucher sind immer wieder erstaunt, welche Distanz selbst kleine Tiere im Vergleich zu uns Menschen bei einem Sprung zurücklegen.

Ursprüngliche Bewerbung:

Der Umweltgarten wurde 1997 von ehrenamtlichen Helfern der LBV-Ortsgruppe Engelsberg unter der Leitung von Walter Gründl errichtet. Die Arbeiten wurden, soweit es möglich war, in Eigenleistung erbracht. Auf einer Fläche von ca. 10.000 m² wurden verschiedene Lebensräume angelegt, die über einen Rundweg erforscht werden können. Hierzu zählen: eine begehbare Hecke, eine Streuobstwiese, ein Trockenbiotop, eine Insektenlehmwand, ein Fühl- und Tastpfad, ein Naturteich, ein Wiesenlehrpfad, ein Lehrbienenstand, eine Pflanzenkläranlage sowie weitere Strukturelemente wie ein Spechtbaum und ein Totholzhaufen.


Ziel ist es, der breiten Bevölkerung die Artenvielfalt unserer heimischen Flora und Fauna und die ökologischen Zusammenhänge in der Natur näher zu bringen. Der Garten vermittelt den Besuchern viele praktische Tipps und Anregungen für Naturschutzmaßnahmen im eigenen Garten und in der “Natur vor der Haustür“. Ein zentrales Anliegen unserer Einrichtung ist die Umweltbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die hier die Natur mit allen Sinnen erleben und erfahren können - unter dem Motto “Naturschutz macht Spaß”. Denn nur was man kennt und liebt, ist man bereit zu schützen.

Für Schulen bieten wir lehrplanbezogene Führungen zu den Themen Wasser, Wiese, Hecke, Bienen und Wespen an. Beim Auenlehrpfad an der nahe gelegenen Alz bieten wir auch das Thema Fließgewässer an. Die Führungen werden jeweils dem Alter der Teilnehmer angepasst. Jährlich nutzen über 100 Schulklassen den Umweltgarten als grünes Klassenzimmer für den praktischen Naturkundeunterricht.

Im Ehrenamt wären die vielen Führungen nicht mehr zu bewältigen. Aus diesem Grund beschäftigen wir seit 2003 Honorarkräfte, die mit großem Engagement ihr Wissen an unsere Besucher weitergeben. Die Leitung und die Organisation erfolgt nach wie vor im Ehrenamt.

Seit Dezember 2007 ist der Umweltgarten Träger der Dachmarke "Umweltbildung Bayern". Mit dieser Anerkennung zählt unsere Einrichtung zum Kreis derer, die gemeinsam und bayernweit die Leistungen und Chance der Umweltbildung als erste und wichtige Säule einer Bildung für nachhaltige Entwicklung deutlich machen. Unsere Anlage ist größtenteils rollstuhlgerecht und somit auch für Menschen mit Gehbehinderung zu bewältigen. Eine behindertengerechte Toilette ist ebenfalls vorhanden.

Schutz der biologischen Vielfalt:

Seit 1992 wird die Amphibienwanderung in Bock von ehrenamtlichen Helfern der LBV Ortsgruppe Engelsberg betreut. Dort wandern jährlich ca. 3.000 Amphibien von ihrem Winterquartier im Eigelwald über die Staatsstraße zu den Laichgewässern. Das Nahrungsangebot für die Bienen ist im Umweltgarten reichhaltig.

Die üppige Blüte der Streuobstwiese, eine Vielzahl von Sträuchern und Wildblumen, ist nicht nur Bienennahrung, sondern auch eine Augenweide für die Besucher. Trockenbiotope bieten Lebensraum für allerlei Pflanzen und Tiere z.B. Zauneidechse und Schlingnatter. Im Insektenhotel und in der Insektenlehmwand finden Wildbienen und sonstige Nutzinsekten finden im Insektenhotel ihr Zuhause.

Die Unterwasserwelt ermöglicht trockenen Fußes, einen Einblick in das Leben unserer heimischen Wasserwelt zu bekommen. Zwei 2,5 m tiefe Becken mit je 100.000 Liter Wasser beherbergen heimische Raub- und Friedfische. Durch vier Fenster (1,2 m x 1,6 m) kann der Besucher sie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.

Nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt:

Der Naturteich im Umweltgarten wird über den Sumpfgraben mit Regenwasser des angrenzenden Daches gespeist. Die Natur bietet eine Vielzahl von Kräutern, die auch im Umweltgarten zu finden sind. Unsere Kräuterführungen stehen unter dem Motto: "Was Großmutter über Kräuter wußte". Seit 1998 betreibt der Bienenzuchtverein Trostberg einen Lehrbienenstand im Umweltgarten. 14 Kurse für Imker werden dort jedes Jahr angeboten. Die Teilnehmerzahl ist steigend, es sind viele jüngere Teilnehmer dabei.

Die Bienenhaltung im Umweltgarten wirkt sich positiv auf den Obstertrag der Streuobstwiese aus. In unserem Lehmbackofen wird Brot gebacken wie zu Urgroßmutters Zeiten. Dem Besucher wird der Weg "vom Korn zum Brot" aufgezeigt. Wir bieten auch Aktionen zum Thema "Werken, Basteln und Gestalten mit Werkstoffen aus der Natur" an. Hierzu wurde eine Handreichung erarbeitet.

Umwelteinflüsse auf die Biologische Vielfalt, Stoffeinträge, Klimawandel:

Zur Verbesserung der Wasserqualität der Unterwasser-Beobachtungsstation wird das Wasser über die Pflanzenkläranlage geleitet. Seit 2011 besitzt der Umweltgarten ein neues Gebäude. Im Werk- und Experimentierraum stehen den Schulklassen für Beobachtungen Binokulare zur Verfügung.

Gesellschaftliches Bewußtsein:

Im Keller des Gebäudes haben sich die Imker einen Schleuder- und Abfüllraum eingerichtet. Kleinimker können hier ihren Honig schleudern und ersparen sich somit die Anschaffung von teueren Geräten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Umweltgarten Wiesmühl vermittelt dem Besucher durch das enge Nebeneinander ganz unterschiedlicher Lebensräume auf kompakte und überschaubare Weise die biologische Vielfalt unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Dabei ist der Umweltgarten stets bestrebt, immer wieder neue, für unsere Landschaft typische Lebensräume mit aufzunehmen und die dazugehörige lebensraumtypische biologische Vielfalt darzustellen.
Wichtiger Grundsatz des Umweltgarten ist stets, dass die biologische Vielfalt direkt erlebt und erfasst werden kann: Unterwasserwelt und Paludarium ermöglichen Einblicke, die einem normalerweise verschlossen bleiben; heimische Sträucher lernt man kennen, indem man in der begehbaren Hecke direkt durch sie hindurch schlüpft; beim Entdecken von Blumen und Blühpflanzen kann man die damit verbundene Vielfalt nicht nur sehen, sondern auch riechen, teilweise schmecken und anhand der Insekten, die sich dort einstellen sogar hören; und auch Stationen wie Tierweitsprung und Tier-Größenvergleich ermöglichen direkte Erfahrungen mit dem eigenen Körper.

Der Nektargarten mit buntblühenden Blumen zeigt eindrucksvoll den Artenreichtum magerer, kiesiger Trockenstandorte, wie sie unter anderem auch für die sogenannten „Brennen“ an der Alz in unmittelbarer Umgebung zum Umweltgarten typisch sind. In direktem Anschluss daran kann der Besucher in den zahlreichen Teichen und Gräben die Tier- und Pflanzenwelt in den unterschiedlich stark wassergeprägten Standorten entdecken.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

 

Besuchen Sie uns

Naturgarten mit Auenlehrpfad

Wiesmühl Nr. 16 direkt an der B299
84549 Wiesmühl/Alz - Engelsberg

Öffnungszeiten: ganzjährig von sonnenaufgang bis sonnenuntergang geöffnet.Erkundung auf eigene Faust.Auf Wunsch wird eine Führung angeboten, hierfür ist aber eine Anmeldung erforderlich.

Herr Walter Gründl
Tel.:08634 5863
walter.gruendl@t-online.de
http://www.umweltgarten.lbv.de

 

Weitere Infos

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.Ortsgruppe EngelsbergUmweltgarten Wiesmühl/Alz
Wiesmühl/Alz - Engelsberg

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld