Der Wald ist voller Nachhaltigkeit

In dem bundesweiten Projekt „Der Wald ist voller Nachhaltigkeit“ werden Forstleute und Erzieherinnen gemeinsam im Bereich BNE qualifiziert und bei der Entwicklung von Bildungsangeboten zu waldbezogenen Nachhaltigkeitsthemen für Kindergarten und Grundschule fachlich begleitet und unterstützt. In den entwickelten Bildungsangeboten kommt dem Themenfeld Biodiversität eine besondere Bedeutung zu.

Vorgehen
Das Projekt gliedert sich in eine dreiphasige Workshop-Reihe von insgesamt sechs zweitägigen Workshops. An diesen Workshops nehmen 20 sogenannte „Erzieher-Förster-Tandems" teil.

In der ersten Phase werden die "Tandems" im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) qualifiziert und identifizieren im Dialog (partizipativer Ansatz) mit den Kindern geeignete Themen für "ihr" BNE-Angebot.
In der zweiten Phase werden sie bei der Entwicklung und Erprobung ihres Angebotes gecoacht.
Um eine interdisziplinäre Ausrichtung der Bildungsangebote zu ermöglichen, kooperieren die Tandems mit Akteuren aus anderen Fachrichtungen (z.B. Naturschutz, Kultur- und Sozialarbeit, Kirche, Unternehmen, Kunst, ...). Ferner ist die Kooperation mit einer örtlichen Grundschule vorgesehen. Phase 1und 2 sind bereits abgeschlossen.
Die dritte Phase dient der Verbreitung der Ergebnisse und der Etablierung von waldbezogener BNE im Elementarbereich. Maßnahmen sind: a) bundesweite Abschlusstagung (Frühsommer 2014), b) Buchpublikation d. Bildungsangebote (Frühsommer 2014), c) Broschüre mit Hinweisen zur Multiplikatorenschulung (Frühsommer 2014), d) abschließendes bundesweites Fortbildungsangebot (vier Seminare, September 2014) zur Verbreitung d. Ergebnisse vorgesehen.

Das Besondere
Hervorzuheben ist, dass in dem Projekt die Ansätze Naturbildung und BNE konsequent verbunden werden. Ausgehend von der unmittelbaren Naturerfahrung und dem beobachtbaren Phänomenen im Wald werden Themen nachhaltiger Entwicklung, die im engen Bezug zur Lebenswelt der Kinder stehen, erarbeitet. Auf dieser Basis erarbeiten die Kinder gemeinsam mit Erzieherin und Förster(in), kindgerechte Handlungsansätze für einem verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Mitmenschen.


Biodiversität
In den entwickelten Bildungsangeboten kommt dem Themenfeld Biodiversität eine besondere Bedeutung zu.
Die Kinder begeben sich in den entwickelten Angeboten auf eine Reise, die in der Natur beginnt und bei Ihnen zu Hause oder im Kindergarten, d.h. in ihrem Alltag, endet. Ziel ist es, dass die Kinder a) anschaulich und kindgerecht das Verhältnis von Mensch und Natur reflektieren, (b) an einem konkreten Beispiel die Bedeutung von Natur für ihr Leben zu erkennen und (c) kindgerechte Handlungsoptionen für einen nachhaltigen Umgang mit Natur und den Schutz der Biologischen Vielfalt erarbeiten.
Die Bedeutung von Biodiversität für uns Menschen wird in den entwickelten Bildungsangeboten mit Schlüsselthemen Nachhaltiger Entwicklung wie z.B. Konsum oder Ernährung verbunden. So entstand z.B. ein Projekt zu Fröschen, die im Gebiet eines der teilnehmenden Waldkindergärten vorkommen. Ausgehend von Arten, Lebensräumen und Lebensweisen, lernen die Kinder, welche Bedeutung Frösche für uns Menschen haben. Z.B. sind Froschschenkel in vielen Ländern eine Delikatesse und es gibt auch einige Froscharten Arten, die für unsere Gesundheit wichtig sind (Herstellung von Heilmitteln).
So erkennen die Kinder am Beispiel Frosch die Bedeutung der Artenvielfalt weltweit. Die Kinder überlegen gemeinsam was Sie zum Schutz von Fröschen tun können, lernen Schutzmaßnahmen kennen und beteiligen sich auch selber daran.

Andere Projekte behandeln die Bedeutung von Biodiversität z.B. anhand
• der Vielfalt von nationalen und internationalen Waldprodukten in unserem Alltag (z.B. Papier, Luftballons (Kautschuk), Möbel, Kaffee, Schokolade, ...)
• der Bedeutung einzelner Arten für uns Menschen (z.B. Brennessel als Wildkraut, Lebensraum, Heil- und Nutzpflanze)
• im Zusammenhang mit unserer Ernährung (Stichwort: Essbares aus der dem Wald).
Neben der Schärfung des Bewusstseins für die Bedeutung der Biologischen Vielfalt für uns und für Menschen in anderen Teilen der Welt werden auch die Konsequenzen unseres nicht-nachhaltigen Handeln für Natur Mensch und Natur weltweit aufgezeigt und kindgerechte Beiträge zum Schutz und Erhalt der Biologischen Vielfalt (z.B. nachhaltiger Konsum) erarbeitet.

An dem Projekt nehmen teil bzw. mit dem Projekt werden erreicht:
20 Förster(innen), 20 Erzieherinnen, 20 „Paten“ (Akteure aus Berufsfeldern mit Bezug zum entwickelten Bildungsangebot), ca. 800 Kindergarten- u. Schulkinder, Abschlusstagung: ca. 150 Personen, Folgeseminare: ca. 160 Personen, Leser der Abschlusspublikation.
Keine konkreten Zahlen liegen für die internen Weiterbildungen der 12 Forstverwaltungen vor.


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Weitere Infos

Bundesverband d. Natur und Waldkindergärten(BvNW), Forum Bildung Natur, Uni Freiburg. Weitere Partner sind d. Forstbehörden d. Bundesländer: Ba-Wü, By, Bbg, He, Ns, Saarl., Sachsen, S-Anh., SH, T, NRW, RP sowie SDW, DJV u. Partner aus A, KR, JP.

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