ANNALINDE - urbane Landwirtschaft im Leipziger Westen

Weiterentwicklung:

Seit der Erstauszeichnung entwickelt sich das Projekt stetig weiter. Der Gemeinschaftsgarten ist weiterhin soziokultureller grüner Anlaufpunkt im Stadtteil und für Interessierten darüber hinaus. Die Gärtnerei versorgt solidarisch Nachbarn mit Gemüse, Jungpflanzen und Kräutern, beliefert die lokale Gatronomie und ist Einsatzstelle für eine Jugendberufshilfemaßnahme sowie für den Bundesfreiwilligendienst. Die Gärtnerei ist 2016 zum Ausbildungsbetrieb in der Fachrichtung Gemüsebau anerkannt worden. Aktuell absolvieren zwei junge Menschen ihre Ausbildung bei uns. Seit 2015 gestalten wir zudem eine Brachfläche auf einem ehemaligen Güterbahnhof zu einer urbanen Streuobstwiese um und weiten unser Bildungsangebot im Bereich BNE aus. Im Stadtteil führen wir aktuell zwei Bildungsprojekte im Rahmen des ESF mit Benachteiligten sowie mit Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchtbiografie, zum Thema nachhaltige Ernährung durch. Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz, soll die Multifunktionalität unserer Vorhaben, in sozialer, ökologischer und ökonomischer Dimension bis Mitte 2018 weiterentwickelt werden. In diesem Zusammenhang wird die ANNALINDE im kommenden Jahr eine weitere Gärtnerei im Leipziger Osten wiederbeleben, dort einen Nachbarschafts- und Firmengarten der ansässigen Sternburg Brauerei aufbauen und allg. ein Zuverdienstprojekt für Menschen mit besonderen Bedürfnissen installieren.

Ursprüngliche Bewerbung:

Die ANNALINDE gGmbH betreibt multifunktionale urbane Landwirtschaft im Leipziger Westen. Sie ist aus der kooperativen Eigeninitiative und Kreativität von jungen Menschen mit Spaß am unternehmerischen Tun entstanden, deren Geschichte 2011 mit einem offenen Garten begann.
Unser Ziel ist es seitdem, Orte des Austausches und des Lernens zu Fragen des lokalen und ökologischen Anbaus von Lebensmitteln, der biologischen Vielfalt, des nachhaltigen Konsums, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen und einer zukunftsfähigen Nachbarschafts- und Stadtentwicklung zu schaffen.
Mit der Übernahme der historischen Gärtnerei auf der Lützner Straße hat sich die Initiative zu einer gemeinnützigen Gesellschaft zusammengeschlossen. Seitdem kamen mit der Akademie und dem Obstgarten weiter Vorhaben hinzu und wir sind an der stetigen Weiterentwicklung.

Als gemeinnützige Initiative betreiben wir einen Gemeinschaftsgarten, beleben eine historische Gärtnerei wieder, legen eine Wiese mit alten Streuobstsorten auf einer ehemaligen Güterbahnhofsfläche an und fördern die Demokratisierung von kommunalen Ernährungsstrategien. Über den ESF können wir die nöchsten zwei Jahre einen Interkulturellen Garten mit aufbauen sowie Benachteiligte Menschen im Stadtteil für eine nachhaltige Ernährung mit dem Projekt Quartiersküche fördern.

Gemeinschaftsgarten
Der Gemeinschaftsgarten entstand 2011 auf einer städtischen Brachfläche. Ziel war es einen Ort zu gestalten, an dem ein lebendiges Lernen über lokale und ökologische Lebensmittelproduktion mit einer zukunftsfähigen sozialen Stadtentwicklung verknüpft wird. Seitdem entwickelte er sich zu einem lebendigen Projekt, das mittlerweile von vielen Ehrenamtlichen getragen wird. Der Gemeinschaftsgarten war in den vergangenen Jahren Gastgeber für diverse Veranstaltungen. Von pädagogischen Programmpunkten wie Lastenradbauen, Einkochaktionen, Imkerkursen oder Brot Backen bis hin zu kulturellen Abenden. Auch zu kulinarischen Angeboten wie regelmäßigen Gartendinnern und natürlich die beliebten Eröffnungs- und -Abschlussfeiern strömten oft mehr als 300 Gästen in den Garten.

Gärtnerei
Seit 2013 wird eine unweit des Gartens liegende historische Stadtgärtnerei wiederbelebt. Diese wäre fast einer Tankstelle zum Opfer gefallen. Nun besteht die Chance die Gärtnerei Stück für Stück wieder zum Leben zu erwecken, von Altlasten zu befreien, zu modernisieren und fortan Gemüse und Kräuter lokal zu produzieren.
Sie erfüllt mit ihrem kleinteiligen, naturnahen, ganzjährigen Anbau in einem gut vernetzten Stadtteil gleich mehrere Funktionen. Die 5000 m2 große Fläche ist ein hoch produktiver Ort der Agrobiodiversität mit 80 verschiedenen, teils seltene Gemüse- und Obstarten. Sie erhält alte Kultursorten, schützt einen fruchtbaren innerstädtischen Boden, bietet seltener Flora und Fauna einen geschützten Rückzugsort und erhält ganz nebenbei alte Kulturtechniken. Ein Ziel ist es Stoffkreisläufe möglichst eng zu halten und Energieverbrauch zu verringern. Ein Brunnen vor Ort dient zur Bewässerung der gesamten Fläche, ein dreiteiliger Kompost nährt die Böden, durch Schattierung und Dämmung wird das Maß an zu beheizender Gewächshausfläche im Winter auf ein Minimum reduziert. Zukünftig sollen Teilbereiche durch eigene Energieproduktion unabhängig betrieben werden.

Akademie
2014 lud die Akademie erstmals zur Beschäftigung mit den Themen Umweltpsychologie, zyklische Ressourcennutzung, erneuerbare Energien und alternative Ökonomien in den Gemeinschaftsgarten ein. Seitdem entwickelte sie sich zur Schnittstelle zwischen unseren drei Projektflächen, unserer umweltpädagogischen und -politischen Arbeit sowie unserem Engagement in der Quartiersentwicklung.
Gemäß der BNE lernen und lehren wir bei Veranstaltungen auf Augenhöhe mit den Teilnehmenden und vermitteln Gestaltungskompetenzen sowie Zugang zu Themen der Nachhaltigkeit, Biodiversität und soziokultureller Teilhabe am Leben im Quartier. Darüber hinaus versuchen wir mit Netzwerkpartners von LeipzigGrün die Demokratisierung der kommunalen Ernährung voranzutreiben. Mit geführten Mundraubtouren, Erntecamps, Wildkräuter-Fahrradexkursionen, usw. bieten wir den BürgerInnen die Möglichkeit die Vielfalt an Obst, Kräutern und Gemüse im in Viertel, Stadt und Umland zu entdecken, welche für jeden Menschen frei verfügbar sind. Weitere Projekte wie eine Quartiersküche und mit Menschen mit Fluchtbiographie sind in Vorbereitung.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Erhalt der städtischen Frei- und landwirtschaftlichen Flächen (Gemeinschaftsgarten und Gärtnerei) sowie deren ökologische Umnutzung (Obstgarten) fördert die Vielfalt des Ökosystems im Stadtteil. Es werden Lebensräume geschaffen, erhalten und geschützt. Durch die Bespielung von nunmehr drei Flächen in einem Radius von einem Kilometer kommt es zudem zur Stärkung von innerstädtischen Biotopverbünden und durch den unterschiedlichen Charakter zu einer erhöhten Lebensraumvielfalt. Mit geeigneten naturnahen Maßnahmen und durch den Verzicht auf beispielsweise chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie das Kultivieren von alten, seltenen Kulturpflanzen fördern wir Artenschutz- und -Vielfalt.
Mittelbare Wirkungen die durch die Vorhaben generiert werden sind eine Steigerung des Bewusstseins für Naturprozesse in der Stadt, die Förderung einer umweltgerechten Lebensmittelherstellung, die tragfähige Verankerung naturschutzfachlicher Belange in der Stadt, ein erhöhtes Bildungsniveau im Bereich BNE sowie ein partizipativer Naturschutz.

Video:


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Besuchen Sie uns

ANNALINDE Gärtnerei

Lützner Straße 108
04177 Leipzig

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 bis 16 Uhr, und nach Vereinbarung

Herr Philipp Scharf
info@annalinde-leipzig.de
http://www.annalinde-leipzig.de

 

Weitere Infos

ANNALINDE gGmbH
Leipzig

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