Grüne Inseln für Alt und Jung - Senioren, Kinder engagieren sich für Bienen- und Streuobstwiesen

Das generationsübergreifende Projekt "Grüne Inseln für Alt und Jung" widmet sich seit 2013 insbesondere dem Schutz der Bienen – u.a. durch Verbesserung der Nahrungspflanzen und Nistmöglichkeiten sowie für den Erhalt alter Obstsorten. Mit Senioren- und Kindergruppen wurden in der Stadt und im Großraum Hannover sechs Bienenwiesen mit einer Größe von ca. 600 qm sowie sechs Streuobstwiesen auf einer Fläche auf einer Fläche von ca. 5.000 qm angelegt.

Die „Tandemgruppen“ bestehen aus Kindern von Schulen oder Kindergärten sowie Großeltern, Bewohner/innnen aus Senioren- oder Behinderteneinrichtungen. Insgesamt sind 15 Einrichtungen mit ca. 400 Personen an dem Projekt beteiligt. Die Deutsche Umwelthilfe führte mit den Projektgruppen verschiedene Workshops durch. Der erste Workshop diente dem gemeinsamen Kennen lernen sowie eine Einführung ins Thema Bienen- bzw. Streuobstwiesen. Beim zweiten Treffen legten die Projektteilnehmenden das Biotop gemeinsam an. In weiteren Workshops lernten die Kinder und Senioren die tierischen Bewohner der Bienen- und Streuobstwiesen näher kennen, bauten gemeinsam Insektenhotels und Vogelnistkästen, pressten Apfelsaft, stellten Kräutersalben und –tinkturen her sowie Leckereien aus der Wildkräuterküche. Die weitere Pflege der Biotope übernahmen Kinder, (Groß-)Eltern, Lehrer und Bewohner/innen der Senioreneinrichtungen in Form von Patenschaften. Ein Obstbaumschnittkurs bzw. eine Exkursion zum Imker mit der Möglichkeit, Honig zu schleudern und viel Interessantes über Bienenweidepflanzen zu erfahren, sollen die Obstbaum- bzw. Wiesenpaten motivieren, langfristig Verantwortung zu übernehmen. Die Einrichtungsleiter/innen und Pädagog/innen erhielten in einem Multiplikatorenworkshop praktisches „Rüstzeug“ für die weitere Bildungsarbeit zu den Themen Streuobstwiese, alte, regionale Obstsorten, Streuobstwiesenbewohner, Bienenwiese, Nisthilfen, andere Insekten, Wild- und Heilkräuter u.v.m. Außerdem bieten die beiden Projektbroschüren "Vom Blütenzauber bis zur Obsternte" und "Es summt und brummt in der Bienenwiese" viele fachliche Anregungen zur Durchführung ähnlicher Projekte mit Alt und Jung.

Inzwischen blühen die sechs Bienenwiesen im zweiten Jahr - u.a. mit Kornblume, Wiesenflockenblume, Klatschmohn, Königskerze und über 30 weiteren Arten. Die Auswahl des Saatgutes erfolgte über den Kooperationspartner Netzwerk für Blühende Landschaft. Die insgesamt 49 Obstbäume - alles alte Sorten, wie z. B. Goldparmäne, Finkenwerder Herbstprinz und Große Schwarze Knorpel blühten größtenteils zum ersten Mal und die Projektteilnehmer/innen freuen sich auf die erste Ernte.

Die Projektidee wurde anlässlich der Diskussion um das massive Sterben der Honigbienen sowie die Bedrohung der Wildbienen entwickelt. Mit der Schaffung von Wildblumen- und Streuobstwiesen will die Deutsche Umwelthilfe einen wichtigen Beitrag zur Arten- und Biotopvielfalt leisten und dem Aussterben der Insekten entgegenwirken. Das Projekt bietet eine Chance, sowohl alten als auch jungen Menschen die große Bedeutung und Gefährdung der fleißigen Tierchen zu veranschaulichen. Nicht zuletzt sollen die Teilnehmer/innen zum weiteren, aktiven Arten- und Biotopschutz für die Bienen ermutigt werden.

Das Projekt beschäftigt sich mit den Agenda 21-Themen Ressourcenschutz, Naturschutz, Konsum und Lebensstile, Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit sowie Biodiversität. Globale Zusammenhänge und Herausforderungen wie der Rückgang der biologischen Vielfalt, Klimawandel und globale Gerechtigkeit werden thematisiert und diskutiert. Neben der ökologischen Urteils- und Handlungskompetenz werden bei der gemeinsamen Planung und Anlage der Biotope sowie durch den inter- sowie intragenerationellen Austausch Schlüsselkompetenzen gefördert. Beispiele dafür sind vorausschauendes, planerisches Denken, interdisziplinäres Wissen und die Fähigkeit zur Verständigkeit, Toleranz und Kooperation. Die Workshops und das gemeinsame Arbeiten in der Natur sollen Kindern und Senioren für die ökologischen Zusammenhänge und die Zukunftsfähigkeit von Lebensräumen für Mensch und Natur sensibilisieren.


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Weitere Infos

Deutsche Umwelthilfe e.V. Gabi Fiedler, Dagmar Israel

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