Moorschutz ist Klimaschutz. Das Umwelt-Programm von Volkswagen Financial Services und dem NABU.

Moore machen weltweit nur drei Prozent der Landfläche aus, speichern aber 30 Prozent des terrestrischen Kohlenstoffs. Intakte Moore leisten also einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig leben in Mooren seltene hoch spezialisierte Arten und Artengemeinschaften. Moore sind obendrein äußerst effiziente Wasserspeicher und helfen als Überschwemmungsflächen die Folgen von Hochwasserereignissen zu mildern.

In Deutschland sind 95 Prozent der ursprünglichen 1,5 Mio. Hektar Moorlandschaft bereits entwässert, abgetorft, bebaut oder land- und forstwirtschaftlich genutzt. Seit 2009 setzen sich die Volkswagen Financial Services in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) aktiv für die Wiedervernässung von Mooren ein. Das gemeinsame Engagement im ökosystembasierten Klimaschutz ist direkt mit dem Kerngeschäft von Europas größtem automobilem Finanzdienstleister verknüpft.

Mit dem gemeinsam entwickelten Umwelt-Programm kombinieren die Kooperationspartner die Förderung von umweltfreundlichem Fuhrparkmanagement mit dem Engagement zum Schutz von Moorlandschaften. Das Programm zielt auf den ökologischen Umbau gewerblicher Fuhrparks. Wer seine CO2-Emissionen senkt, indem er effiziente Fahrzeuge least, nimmt automatisch an dem Programm teil. Abgerundet wird die Initiative durch optionale Komponenten wie die Nutzung eines Online Reporting Systems zum Monitoring der CO2 Emissionen sowie dem Zugang zu ECO-Fahrtrainings für Dienstwagenfahrer.

Das Umweltprogramm hat sich in wenigen Jahren sehr dynamisch entwickelt und zählt inzwischen rund eine viertel Million Fahrzeuge. Dabei steigen die Anforderungen an die Fahrzeuge kontinuierlich hinsichtlich der Emissionsgrenze und dem erforderlichen Energieeffizienzlabel kontinuierlich. Der Erfolg des Programms beruht darauf, dass Großkunden ihren Spritverbrauch und ihre CO2-Emissionen senken, damit gleichzeitig Kosten einsparen können und obendrein imagewirksam zum Schutz von Umwelt und Natur beitragen. Der jährlich verliehene Umwelt-Award DIE GRÜNE FLOTTE hilft noch zusätzlich, das ökologische Profil der teilnehmenden Flottenbetreiber zu schärfen.

Ende 2011 gründeten die Volkswagen Financial Services mit dem NABU ergänzend den Deutschen Moorschutzfonds und statten diesen bis 2016 mit 2 Millionen Euro aus – ein Betrag, der als Hebel dient, um weitere Fördermittel für Moorprojekte einzuwerben. Das erste renaturierte Moor war das Theikenmeer, ein Hochmoor auf dem Hümmling, einem Höhenrücken am Rand des Emstales. Die Wiedervernässung lief so erfolgreich, dass das Theikenmeer inzwischen auch international als Modellprojekt gilt.

Das jüngste Projekt startete im September 2015 mit einem offiziellen Spatenstich. Im Königsdorfer Weidfilz im Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen wurden erste Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushaltes eingeleitet. Der Landkreis gehört mit 11 % Moorfläche zu den moorreichsten Gebieten Bayerns. Das 250 ha große Königsdorfer Weidfilz wurde vom Bayerischen Umweltministerium (StMUGV) aufgrund seiner Flächengröße als landesweit bedeutsames Moorgebiet eingestuft. Aufgrund der Entwässerung und Nutzung ist der Torfkörper allerdings in den letzten 50 Jahren um ca. einen Meter geschrumpft. Trotz dieser Beeinträchtigungen besitzt das Königsdorfer Weidfilz noch große offene Hochmoorflächen und sehr gute Voraussetzungen für eine Renaturierung.

Zwölf Projekte zwischen Mecklenburg und Bayern sind es inzwischen, die vom Deutschen Moorschutzfonds profitieren. Von dem Geld, das Volkswagen Financial Services dem NABU im Rahmen des Moorschutzfonds zur Verfügung stellt, werden die umfangreichen Planungen und Gutachten, Machbarkeitsprüfungen sowie der Grundstückserwerb geeigneter Flächen und schließlich die eigentliche Renaturierung finanziert. Ein Beispiel für die Klimarelevanz: Indem die Oxidation des Torfkörpers verhindert wird, können auf lange Sicht allein im Lichtenmoor, am Theikenmeer und im Großen Moor bei Gifhorn rund 800.000 Tonnen an CO₂-Emissionen vermieden werden.

Das Moorschutz-Engagement lädt auch zum Mitmachen ein. In den vergangenen Jahren haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkswagen Financial Services mehrfach an freiwilligen Entkusselungsaktionen und Wollgras-Pflanzungen im Großen Moor teilgenommen.

Internationale Weiterentwicklung

In 2015 haben die Volkswagen Financial Services und der NABU ihre langjährige Kooperation zum Schutz von Mooren auf internationaler Ebene ausgeweitet. Insgesamt stellen die Volkswagen Financial Services dem NABU bis 2019 eine Million Euro für einen neu gegründeten internationalen Moorschutzfonds zur Verfügung. Das internationale Engagement der Kooperationspartner wird sich im ersten Schritt auf Polen konzentrieren. Ein erstes Projekt wurde bereits im Slowinski Nationalpark an der Ostseeküste Polens initiiert. Weiteres Potenzial sehen die Partner auch in Schweden und Großbritannien. Allein die trockengefallenen Moore dieser drei Länder emittieren jährlich 50 Millionen Tonnen CO2 und damit mehr als die zerstörten Moore in Deutschland.

Weitere Informationen unter www.diegrueneflotte.de

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Intakte Moore gehören zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern der Welt. Obwohl sie nur drei Prozent der weltweiten Landfläche bedecken, liegt in ihnen ein Drittel der terrestrischen Koh-lenstoffreserven – doppelt so viel wie in allen Wäldern der Welt. Zerstörte Moore stoßen dagegen große Mengen Kohlenstoff aus, der an der Luft zum schädlichen Klimagas CO2 wird und in die Atmosphäre gelangt.

Darüber hinaus haben Moore eine herausragende Bedeutung für die Biodiversität. Durch die Entwässerung können die typischen torfbildenden Pflanzen und damit auch das Moor nicht mehr wachsen. Damit geht auch ein einzigartiger Lebensraum für unzählige hochspezialisierte Arten verloren. Moore sind Lebensräume, in denen sich im Laufe der Zeit einzigartige Biozönosen mit hochspezialisierten Arten entwickeln. Auch für viele Vögel nehmen Moore eine wichtige Funktion als Rast- und Brutstätte ein. Für zahlreiche zeitweise oder ganzjährig ans Wasser gebundene Arten bedeuten sie letzte Rückzugsräume.

Zwei Beispiele: Durch die umfassenden Renaturierungsmaßnahmen ist das Theikenmeer wieder ein artenreicher Lebensraum – etwa für Kreuzotter, Bekassine und Knabenkraut. Moorschnucken und Ziegen beweiden das Gebiet naturschutzgerecht. Und auf der rund 130 Hektar großen Projektfläche im Lichtenmoor werden durch die Arbeiten Rosmarinheide, Moosbeere, Hochmoorbläuling und verschiedene Libellenarten wieder heimisch. Außerdem bleibt die Niederung als wichtiger Stützpunkt für den Kranich erhalten.

Video:


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Dokumente

Pressemitteilung Internationaler Moorschutzfonds

Pressemitteilung Umwelt-Award 2015

 

Besuchen Sie uns

Aussichtsturm am Theikenmeer

Lange Stücken
49757 Ostenwalde

Öffnungszeiten: auf Anfrage

Herr Jutta Over

 

Weitere Infos

Volkswagen Financial Services und Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Ostenwalde

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