"Biodiversity Warehouse" Internet-Atlanten zur biologischen Vielfalt

2. Weiterentwicklung:

Die dem Projekt zugrundeliegende Software-Architektur wurde vollständig geändert, da die ursprünglich eingesetzte CMS-Software Joomla! zu zahlreichen Sicherheitslücken geführt hatte und auch die möglichen, gewünschten Anwendungen (z.B. gleichzeitige Darstellung mehrerer Arten, Datenexport) nicht realisiert werden konnten. Mit dem neu entwickelten "Biodiversity Warehouse" wurden für die jeweils einzelnen Aufgaben innerhalb des Projektes eigenständige Softwarekomponenten entwickelt, die über Schnittstellen miteinander kommunizieren. Dieses ermöglicht auch eine verbesserte Integration in internationale Datenbanken zur biologischen Vielfalt wie z.B. GBIF. Die Komponenten sind u.a. "Dateninput" (per PC oder Handy-App), "Geodatenverwaltung", "Datenexport" (Darwin Core-Standard), "Taxonomie" oder "Artensteckbriefe". Inhaltlich wurde mit der neuen Architektur der "Muschelatlas von Bremen" neu erstellt, umgestellt auf das neue System werden die bisherigen Atlanten Fischfauna Deutschland/Österreich, Säugetiere/Bremen und Fischarten/Pernambuco, Brasilien. Im Mittelpunkt der Neuauflage steht der "Fischartenatlas von Deutschland und Österreich 3.0". Speziell hierfür wird die Internetseite der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. neu gestaltet. Auch wurde die Datenbasis um tausende von neuen Fundmeldungen ergänzt, insbesondere durch Einarbeitung historischer Daten und die Erweiterung um die Meeresfische.

Weiterentwicklung:

Das Projekt „Digitaler Biodiversitätsatlas - Biologische Vielfalt Online“ wurde inhaltlich und technisch konsequent weiterentwickelt. Die Anwendung „Fischfauna-Online“ wurde um zahlreiche Verbreitungsangaben und biologische Informationen ergänzt. Die Nutzung der Seite ist inzwischen sehr hoch, so zeigt z.B. Google bei der Suche nach den Stichworten „Fischfauna, Deutschland“ die Seite auf dem ersten Platz der Trefferliste an, bei Eingabe der Begriffe „Biologische Vielfalt, Fische, Deutschland“ auf dem vierten Platz. Mit der neuen Anwendung „ Säugetieratlas von Bremen und Umgebung“ (Start: Januar 2014) konnte insbesondere die aktive Einbindung der Bürger (Citizen Science) erreicht werden. Innerhalb weniger Monate wurden weit über 1.000 Säugetierbeobachtungen von außen in das System eingegeben. Die technische Weiterentwicklung umfasst neben dem regelmäßigen Upgrade auf höhere Systemversionen vor allem die Bereiche der automatisierten Dateneingabe und -ausgabe. Die mobile Datenerfassung wird nun über Smartphones und Tablets („BioDiv-App“) ermöglicht, für den Import größerer Datenmengen (z.B. Datenbankabfragen) steht ein spezieller „Datenimporter“ zur Verfügung, für den Datenexport Schnittstellen unter Beachtung internationaler Standards („Darwin Core“). Aktuelle Arbeiten konzentrieren sich auf die Entwicklung autonomer, d.h. von bestehenden CMS-Systemen unabhängigen Lösungen, die unter dem Begriff „Biodiversity Warehouse“ zusammengefasst werden.

Ursprüngliche Bewerbung:

Mit der neu entwickelten Softwarelösung „Biodiversity Warehouse - Digitale Biodiversitätsatlanten“ wird in benutzerfreundlicher Weise die Einrichtung von lokalen oder regionalen Internet-Atlanten ermöglicht. Im Mittelpunkt stehen digitale, hoch auflösende Verbreitungskarten in Verbindung mit artspezifischen Informationen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Bürgerwissen (Citizen Science). Die somit geschaffenen Möglichkeiten zur Erfassung und Kommunikation faunistischer Verbreitungsdaten stellen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt dar.

Daten über die räumliche und zeitliche Verbreitung von Flora und Fauna sind eine unabdingbare Grundlage für den Schutz und die Entwicklung der biologischen Vielfalt. Bei der Erfassung und Aktualisierung von faunistischen und floristischen Daten kommt der Einbindung des ehrenamtlichen Elementes eine zunehmende Bedeutung zu, was heute allgemein mit dem Begriff Citizen Science umschrieben wird.

Die deutschsprachige Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI) ist ein Zusammenschluss von Fischkundlern/innen (Ichthyologen/innen) und Interessierten aus allen Bereichen der Fischkunde, wie z.B. Wissenschaft, Fischerei oder Aquaristik. Sie versteht sich als zoologische Fachgesellschaft für die biologische Vielfalt der Fischfauna. Zu ihren Zielen zählen insbesondere die Förderung der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Fischen und die Schaffung eines deutschsprachigen Forums für Information, Kommunikation und Publikation. Ein wesentliches Instrument ist hierbei der digitale „Fischartenatlas von Deutschland und Österreich - Fischfauna-Online“.

Über diese Internetplattform werden länderübergreifend Daten zur Verbreitung der Fischarten zusammengestellt und mit Daten zur Biologie der Arten kombiniert. Die Datenerfassung erfolgt, neben der Auswertung von Literatur und dem Import regionaler Datensätze, insbesondere über ein Netzwerk von ehrenamtlichen Nutzern. Die Eingabe von Daten kann sowohl über PC als auch über speziell hierfür programmierte Handy-Applikationen erfolgen. In der Summe entsteht hier somit ein Gesamtwerk, welches die artspezifische Verbreitung von Fischarten in Raum und Zeit dokumentiert. Derartige Daten sind für den langfristigen Erhalt der biologischen Vielfalt unverzichtbar und werden, zumindest länderübergreifend, weder von Fischerei- noch von Umweltbehörden zur Verfügung gestellt.

Die für diese Arbeit erforderlichen, hoch komplexen, interaktiven Online-Werkzeuge werden in einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Hochschule Bremen (Studiengänge Biologie und Informatik) und der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. entwickelt. Das vollständig auf Open-Source-Webanwendungen beruhende Projekt „Biodiversity Warehouse - Online-Atlanten zur biologischen Vielfalt“ folgt dem Gedanken des Open Access und baut somit Brücken zwischen Wissenschaftlern, akademisch gebildeten Experten und engagierten Bürgern.

Mit der neu entwickelten Software-Lösung „Biodiversity Warehouse“ sollen bis zur Jahresmitte 2018 die ehemaligen (auf dem Content Management System Joomla! beruhenden) “Digitalen Biodiversitätsatlanten” abgelöst werden. Die Prototypen befinden sich derzeit in der Erprobungsphase. Die Neuerungen gegenüber der aktuellen Version sind insbesondere:

- vereinfachter Export der Daten, sowohl der eigenen Meldungen als auch der Gesamtdatensätze
- gleichzeitige Darstellung von mehreren Arten für vergleichende Auswertungen
- Quellenverwaltung
- umfangreiche Statistiken über Arten, Meldungen oder Quellen
- verbesserte Kartendarstellung
- optimierte Such- und Filterfunktionen
- verbesserte Nutzerverwaltung
- erhöhte Internetsicherheit

Leitlinien des Projektes sind dabei:
- wissenschaftliche Qualitätssicherung
- Einhaltung von Datenstandards zur Vermeidung von Insellösungen
- Philosophie der globalen Open-Data-Initiative
- Artenschutzaspekte
- Internationalität
- durchgehende Transparenz im Datenfluss unter besonderer Beachtung der Autorenrechte von sich beteiligenden Personen und Institutionen.

Das „Biodiversity Warehouse“ bzw. die mit diesem Werkzeug erstellten Atlas-Projekte stehen ganz ausdrücklich nicht in Konkurrenz zu staatlichen Monitoringprogrammen oder globalen Datenbankinitiativen (z.B. GBIF), sondern verstehen sich als regionale, räumlich und inhaltlich hoch auflösende Ergänzungen.

Mit der Basissoftware des „Biodiversity Warehouse“ werden bereits vier Atlas-Projekte realisiert:

- " Digitaler Fischartenatlas von Deutschland und Österreich Version 3.0“ (Kooperationspartner Gesellschaft für Ichthyologie e.V.)
- "Säugetieratlas von Bremen" (Kooperationspartner Naturwissenschaftlicher Verein zu Bremen e.V.)
- „Fischartenatlas von Pernambuco, Brasilien“ (Kooperationspartner Universität UFRPE in Recife, Brasilien)
- „Muschelatlas von Bremen“ (Kooperationspartner Internationaler Studiengang Technische und Angewandte Biologie, Hochschule Bremen)

Bezug zur biologischen Vielfalt:

- Erfassung von Verbreitungsdaten mit Angaben von Art, Ort, Datum und Datenquelle als Grundlage für räumliche und zeitliche Verbreitungsmuster
- Dokumentation der biologischen Vielfalt der Artengruppen Fische, Säugetiere und Mollusken (erweiterbar) in verschiedenen räumlichen Maßstäben
- Kombination von Verbreitungsdaten mit biologischen Informationen zur biologischen Vielfalt
- länder- und staatenübergreifend
- Einbindung in globale Biodiversitätsdatenbanken


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Dokumente

2012. Brunken, H. Genzel, C.-H., Vatterrott, H.-R. & Winkler, M.: Digitale Biodiversitätsatlanten – Tools zur Unterstützung regionaler und internationaler Expertennetzwerke für die Erfassung und Bewertung biologischer Diversität. - In: Umweltbundesamt (Hrsg.), Umweltinformationssysteme. Frühwarn- und Informationssysteme für den Hochwasserschutz. - Umweltbundesamt Texte 41/2012: 161-169. [Download unter http://www.uba.de/uba-info-medien/4344.html]

Vorstellung von Fischfauna-online auf der GfI-Tagung am 22.11.3 in Bonn - Vortragsfoline

Vorstellung von Fischfauna-online auf der GfI-Tagung am 22.11.13 in Bonn - Abstract

Kurzinformation zum Biodiversitätsatlas auf der Internetseite der Hochschule Bremen

Steinhausen, K.M., Winkler, M., Genzel, C.-H., Vatterrott, H.-R. & Brunken, H.: “Finding Nemo” - Assessment and Visualization of Biodiversity Data in a Web-based Atlas. - Conference Proceedings of the 26th International Conference on Informatics for Environmental Protection, 29.-31.08.2012 in Dessau.

Presseartikel Weserkurier ´Säugetiere sammeln´

Präsentation zur offiziellen Vorstellung des Säugetieratlas von Bremen und Umgebung

Zeitungsartikel ´Von Walen und Wölfen´

Abstract zum Plenarvortrag zum neuen ´Fischartenatlas von Deutschland und Österreich 3.0´ auf der Tagung der Gesellschaft für Ichthyologie e.V.

Flyer mit Informationen zum neuen ´Biodiversity Warehouse´.

 

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Neustadtswall 30
28199 Bremen

Öffnungszeiten: nach Absprache

Herr Prof Heiko Brunken
Tel.:0421/5905-4280
heiko.brunken@hs-bremen.de
http://www.fischfauna-online.de

 

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