Genbank Bayern Arche

Während in weiten Teilen der Erde die biologische Vielfalt vor allem auf die akute Gefährdung der natürlichen Habitate zurückzuführen ist, ist der Artenschwund in Mitteleuropa hauptsächlich auf den Verlust anthropogen geprägter Lebensräume zurückzuführen. Die Ursachen hierfür liegen sowohl in der direkten Zerstörung und Fragmentierung der Landschaft, als auch in Nährstoffanreicherungen von Böden und Gewässern, Schadstoffeinträgen, sowie den schwer absehbaren Auswirkungen des Klimawandels. Als Folge dieser Entwicklung sind in Bayern knapp 43 % der Gefäßpflanzen auf der Roten Liste mindestens als gefährdet eingestuft.

Um einen weiteren Rückgang der Artenvielfalt zu verhindern, verabschiedete der Freistaat Bayern 2008 die Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Diese beinhaltet sowohl den Schutz von Lebensräumen, deren Vernetzung und spezielle Artenhilfsprogramme (In-situ-Schutz), als auch den Schutz von Arten außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume (Ex-situ-Schutz). Ex-situ-Schutzmaßnahmen umfassen neben Erhaltungskulturen in Botanischen Gärten auch Genbanken (Saatgut-Banken), in welchen Pflanzensamen im tiefgefrorenen Zustand über lange Zeiträume lebensfähig gelagert werden können. Während Genbanken für Kulturpflanzen eine lange Tradition haben, gewinnen sie im Bereich des Naturschutzes erst seit Kurzem an Bedeutung. Der Vorteil dieser zuverlässigen und kostengünstigen Methode liegt darin, dass auf kleinem Raum Saatgut vieler Individuen und Populationen und damit eine große genetische Vielfalt einzelner Arten gesichert werden kann. Aus diesem Grund wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt im Jahr 2009 ein Projekt zum „Aufbau einer Genbank für seltene und gefährdete Wildpflanzenarten Bayerns und solche, für die Bayern aufgrund seiner naturräumlichen Ausstattung innerhalb Deutschlands besondere Verantwortung trägt“, ins Leben gerufen. Sie ist eine der ersten Genbanken, die sich ausschließlich mit arten- bzw. naturschutzbezogenen Zielen beschäftigt. Mit der Durchführung des Projekts wurde das Institut für Botanik der Universität Regensburg betraut.

In den letzten fünf Vegetationsperioden wurden Samen von 566 Arten gesammelt. Bei 200 Arten konnten mehr als eine Population besammelt werden, sodass insgesamt eine Zahl von 974 Aufsammlungen erreicht wurde.
Darunter befinden sich 50 % aller in Bayern auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführten Arten.

Eine neue Internetpräsenz umfasst nun umfangreiches Informationsmaterial zu den Hintergründen und Arbeitsabläufen in einer Genbank. Darüber hinaus können über eine Checkliste und Datenbankabfrage
sämtliche Arten und Akzessionen aufgerufen werden.

Um ein größeres Publikum mit dem Themen Genbank und seltene Arten erreichen zukönnen, wurde im Sommer des Jahres eine google Plus Seite der Genbank erstellt. Diese kann über www.google.de/+GenbankBayernArcheRegensburg erreicht werden. Auf der Seite werden neben aktuellen Informationen Aufnahmen seltener und gefährdeter Arten gezeigt und diese kurz vorgestellt.


Ziele der Genbank
• Vermeidung von Artenverlust aufgrund fehlender oder unwirksamer In-situ-Schutzmaßnahmen.

• Sicherung einer möglichst hohen genetischen Variation der Arten.

• Grundlagenforschung bezüglich der optimalen Keimbedingungen der Pflanzen.

• Die Möglichkeit zur hochwertigen Wiederansiedlung verlorener Populationen bzw. eine Stützung bestehender aber stark gefährdeter Populationen.

• Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für das Thema Biodiversität und Artenschutz über den Botanischen Garten Regensburg und im Internet durch Soziale Netzwerke.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Umsetzung der GSPC (Globale Strategie zum Schutz der Pflanzen)

Video:


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Dokumente

Informationsflyer Genbank Bayern Arche

Sammelanleitung Genbank Bayern Arche

Tausch_et_al_2015_genbank.pdf

 

Besuchen Sie uns

Genbank Bayern Arche

Universitätsstraße 31
93053 Regensburg

Öffnungszeiten: nach Absprache

Herr Martin Leipold
Tel.:0941 - 943 - 3137
genbank@uni-regensburg.de
http://www.genbank-bayern-arche.de

 

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Regensburg

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