Naturlehrgarten Mindelheim

2. Weiterentwicklung:

Ein neuer Schwerpunkt beim Naturlehrgarten liegt auf der Förderung der Umweltbildung. Die Führungen wurden professionalisiert und über das Naturerlebniszentrum Allgäu in Immenstadt organisert. Es werden verstärkt Führungen für Kinder angeboten, Kindergeburtstag mit Spielen in und mit der Natur werden immer häufiger gefragt. Auch Lehrerfortbildungen für Biologie finden dort statt. Lehrkräfte können dann selbständig mit ihren Klassen eine Führung am Naturlehrgarten durchführen.

Weiterentwicklung:

Der Naturlehrgarten hat sich weiter positiv zu einem auch überregional beliebten Ausflugs- und Erholungsziel entwickelt. Dies belegen Zeitungsartikel aus überregionalen Zeitungen. Die Besucher kommen aus ganz Süddeutschland. Die positive Resonanz und die Herkunft belegt ein Gästebuch. Es finden weiterhin zahlreiche Führungen statt für Vereine und andere Gruppen. Daneben wurde die Umweltbildung intensiviert, es kommen häufig Schulklassen zu Besuch, die den Naturlehrgarten in ihren Unterricht integrieren. Neu hinzugekommen sind folgende Stationen: Der durch das Gelände fließende Bach wurde als Fischpacht übernommen. Zahlreiche Aktionen, wie zum Beispiel das Einsetzen von 10.000 Eiern und ca. 1.000 Setzlingen, haben den Bach zu einem zentralen Element des Naturlehrgartens werden lassen. Die Integration dieses Elementes stellt einen weiteren wesentlichen Bestandteil als Beitrag zur biologischen Vielfalt dar. Weiterhin wurde ein Naschgarten angelegt. Er wurde mit einigen Beeren und Obstsorten ausgestattet, von denen die Besucher "naschen" dürfen. Ein Hügel speziell für Eidechsen wurde angelegt. Dieser wurde mit Felsen und Sand gebaut.

Ursprüngliche Bewerbung:

Ein Blütenmeer am Stadtrand im Frühjahr und Sommer, ein Naherholungsziel, ein Ausflugsziel für Schulklassen – so stellt sich der Mindelheimer Naturlehrgarten dar, der von der Ortsgruppe Mindelheim des Bund Naturschutz am Ortsrand von Mindelheim im Landkreis Unterallgäu geschaffen wurde. Gebaut wird an der Anlage seit 2007, offiziell eröffnet wurde sie im Mai 2012.

Die Anlage teilt sich in verschiedene Bereiche auf, es gibt einen Rundweg mit einem Biotoplehrpfad, zahlreiche Hochbeete mit heimischen Pflanzen und Lehrbeispiele für naturnahes Gärtnern. In der Mitte befinden sich eine große naturnahe Wiese mit zahlreichen seltenen Blumen sowie ein Teich, an dem auch Fieberklee und Schwanenblumen blühen und sich Libellen tummeln.

Der Projektleiter, Walter Feil, hat selber zahlreiche Samen von heimischen Wildblumen gesammelt, zum Beispiel von der Königskerze, Trollblume, Schwalbenwurzenzian und Teufelsabbiss und diese kultiviert, so dass sich hier zur Blütezeit ein Blumenmeer ergibt, das seinesgleichen sucht. Weiterhin hat er über 1.000 seltene Pflanzen selber gezogen. Mit eingebunden ist ein Bach, der naturnah durch das Gelände mäandriert. Über diesen führt eine Brücke zu Kräuterbeeten, die nach der Lehre Sebastian Kneipps angelegt wurden, welcher im Nachbarort Bad Wörishofen gewirkt hat. Neben den Kräuterbeeten befindet sich auch eine Streuobstwiese mit zahlreichen seltenen Obstsorten.

Über eine Furt gelangt man zu einem Abenteuer- und Wildnisbereich, wo insbesondere Kinder sich in einer Weidenhöhle verstecken, einen Aussichtshügel erklimmen und bei der Wasserbaustelle spielen können. Ein Kletterbalken rundet diesen Bereich ab. Ergänzt wird der Naturlehrgarten noch mit einem Waldlehrpfad im angrenzenden Wald, der vor kurzem vom Staatlichen Forstamt errichtet wurde. Der Naturlehrgarten ist ein Naherholungsziel ersten Ranges, direkt am Stadtrand gelegen, zu Fuß und Rad erreichbar, an Wochenenden kommen bis zu 150 Besucher. Pro Jahr finden etwa 30 Führungen statt mit Teilnehmern aus ganz Schwaben und angrenzenden Landkreisen.

Ziel des Naturlehrgartens ist es, einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten. Dabei kommt dem Projekt zu Gute, dass es direkt an Wald und Wiesen angrenzt sowie von einem Bach durchflossen wird. So können die jeweiligen Zusammenhänge in Bezug auf Flora und Fauna optimal vermittelt werden.

Weiteres, wichtiges Ziel ist es, Jugendlichen und Erwachsenen die Schönheit der Natur und Kenntnisse sowie Zusammenhänge in der Natur zu vermitteln, Fähigkeiten, die leider immer mehr abnehmen. Viele Jugendliche, aber auch Erwachsene kennen nicht einmal einige der heimischen Pflanzen und Gehölze. Dass hier dringend Aufklärungsarbeit geboten ist, sieht man bei vielen Hausgärten. Hier werden regelmäßig exotische, nicht heimische Pflanzen kultiviert, die nicht für unsere einheimischen Vögel und Insekten geeignet sind. Es zeigt sich regelmäßig, dass das Interesse der Jugendlichen an der Natur durch den engen Kontakt mit ihr, wie dies im Naturlehrgarten vorgesehen ist, erheblich steigt.

Gleich wichtig ist auch das Ziel, naturnahes Gärtnern und Spaß an der Natur zu vermitteln und Vorbild zu geben für eine naturnahe Gartengestaltung auch für kleine städtische Gärten mit einheimischen Pflanzen. Durch diese Verknüpfung aus Lehrgarten, Spielgelände und Naherholungsziel wurde ein interessantes Projekt verwirklicht. Im Konzept ist die Einbindung zahlreicher Gruppierungen verankert. Neben Industriebetrieben, die ihre Lehrlinge zu Projekten schicken (diese errichteten dann z.B. einen Zaun oder bauten eine Obstpresse), sind Schulen und Kindergärten mit verschiedenen Projekten beteiligt, unter anderem die Berufsschule Mindelheim mit der Errichtung der Biotop-Arche. Wichtig ist auch das gemeinsame Konzept mit dem Bayerischen Staatsforsten, welches deren Lehrpfad mit dem Schwerpunkt Wald und Geologie mit unseren Teil nahtlos verknüpft.

In Bezug auf Behörden war das Wasserwirtschaftsamt Krumbach in die Vorbereitung mit einbezogen und hat die wasserrechtlich relevanten Bauten genehmigt. Weiterhin wird mit der Naturschutzbehörde im Landratsamt intensiv zusammengearbeitet. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit den Kirchen: Hier soll der Gedanke "Bewahrung der Schöpfung" näher gebracht werden. Weitere Akteure sind die Kolpingsfamilie Mindelheim, die Behindertenwerkstätten, der Mindeltaler Tauschring, der Museumsverein, die örtlichen Imker sowie die örtliche Freiwilligenagentur. Ein neuere Schwerpunkt liegt auf Führungen und Veranstaltungen mit Kindern und Lehrerfortbildungen in Zusammenarbeit mit dem Kreisgruppe des Bund Naturschutz.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Naturlehrgarten bietet ein Refugium für fast alle seltenen einheimischen Sträucher und Blumen. Diese werden auf Schautafel erläutert und bei Führungen speziell darauf hingewiesen. Für Eichkätzchen wurden spezielle Futterkästen angebracht, weiterhin zahlreiche Nistkästen für verschiedene Vogelarten sowie für Fledermäuse. Diese werden auch regelmäßig betreut. Im durchfließenden Bach und Teich sind viele Fischarten sowie Krebse und Muscheln zu beobachten. Am Rand tummeln sich Frösche und Libellen. Für Igel wurden besondere Überwinterungsgebiete geschaffen, für Ringelnattern wurden Heuhaufen aufgeschüttet als Schutz für die Aufzucht der Jungen. Ein neu angelegte Eidechsenhang ergänzt die Refugien für Tiere. Im angrenzenden Naturwald kommen viele verschiedene Tier- und Vogelarten vor. Der Naturlehrgarten ist daher ein wunderbares Beispiel für einen Lebensraum mit einer enormen biologischen Vielfalt und trägt dazu bei, diese zu erhalten.


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Dokumente

Artikel aus der Augsburger Allgemeinen Zeitung, die in ganz bayerisch Schwaben verbreitet ist, über den Naturlehrgarten. Dadurch wurden zahlreiche Besucher aus Schwaben vom Naturlehrgarten angelockt.

Artikel aus einem Magazin über das Unterallgäu

Auch große Gartenzeitungungen berichten über den Naturlehrgarten.

Großer Bericht über die Verleihung der Silberdistel an Walter und Christa Feil, den ´Machern´ beim Naturlehrgarten

Die Mitgliedszeitung des Bund Naturschutz widmete dem Naturlehrgarten einen großen Artikel

 

Besuchen Sie uns

Naturlehrgarten Mindelheim

Tiergartenstraße
87719 Mindelheim

Öffnungszeiten: Immer geöffnet

Herr Walter Feil
Tel.:082614826
frattel@primusnetz.de
http://www.naturlehrgarten-mindelheim.de

 

Weitere Infos

Bund Naturschutz Ortsgruppe Mindelheim: Walter Feil, Frank Rattel
Mindelheim

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