LIFE Luchs Pfälzerwald

Der Pfälzerwald zählt mit seinen ca. 1.800 km² zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Deutschlands. Es ist geplant, zwischen 2016 und 2020 in dem Gebiet je 10 Luchse aus der Slowakei bzw. der Schweiz freizulassen. Die Tiere sollen sich erfolgreich fortpflanzen, vom Pfälzerwald über die Nordvogesen ausbreiten und langfristig im genetischen Austausch mit Vorkommen in Vogesen, Jura und den Alpen stehen. Damit würde der Pfälzerwald Teillebensraum einer größeren und stabileren Luchs-Metapopulation werden. Dieses Vorkommen soll zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in West- und Mitteleuropa nur noch in wenigen Gebieten vorkommt.

Trägerin des EU LIFE Projektes ist die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Sie führt zusammen mit ihren Projektpartnern Landesforsten RLP, Sycoparc und WWF Deutschland die Wiederansiedlung durch. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch EU, Umweltministerium Rheinland-Pfalz, Deutsche Wildtier Stiftung, NABU, BUND, Hit-Umweltstiftung sowie den Luchspaten.
Das Projekt beinhaltet neben der eigentlichen Freilassung von 20 Luchsen unter anderem eine begleitende Abstimmung mit den beteiligten Interessensgruppen (Jagd, Nutztierhaltung, Forst, Naturschutz, Tourismus etc.) und eine breit angelegte Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Die verschiedenen Interessen der Akteure, sowohl auf deutscher wie auf französischer Seite des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates Pfälzerwald - Nordvogesen, beteiligen sich an einem begleitenden Kommunikationsprozess – dem sogenannten Luchs-Parlament. Gemeinsam erarbeitete fachliche Grundlagen und eine untereinander abgestimmte Vorgehensweise tragen zum Erhalt und zur Steigerung der Akzeptanz bei.
Ein umfassendes Monitoring mit Hilfe von GPS-Sendehalsbändern und Fotofallen begleitet die Wiederansiedlung wissenschaftlich. Eine Evaluation zum Ende des Projektes soll überprüfen, ob sich die Reproduktion und Ausbreitung der Population positiv entwickelt.
Die charismatische Ausstrahlung des Luchses und sein Vorkommen als Sinnbild für große, „wilde“ Waldgebiete und flächigen Biotopverbund, soll zudem genutzt werden, um für die biologische Vielfalt im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat zu werben. Bewusstseinsbildung und eine Sensibilisierung für die Bedeutung eines Großkarnivoren für das Ökosystem und für den richtigen Umgang mit den Tieren sind ebenso Teilziele des Projektes.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Biologische Vielfalt wird durch Hinzugewinn einer Art erhöht. Ein sehr wichtiger Aspekt dabei ist die Rückkehr eines Spitzenprädators und damit die (Teil-)Wiederherstellung einer ursprünglichen Artengemeinschaft und ihrer evolutiven Wechselwirkungen ("Selektion") zwischen Räuber und Beute. Für den Luchs als Art mit großem Raumanspruch ist eine weite Verbreitung zu Sicherung der genetischen Vielfalt von besonderer Bedeutung.


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Stiftung Natur & Umwelt RLP - Projektbüro LIFE Luchs Pfälzerwald

Hauptstr. 16
67705 Trippstadt

Öffnungszeiten: keine festen Öffnungszeiten

Frau Sylvia Idelberger
Tel.:06306-911156
luchs@snu.rlp.de
http://luchs-rlp.de

 

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Trippstadt

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