Vielfalt schmeckt!

Mit seiner Jahresaktion 2016/17 „Vielfalt schmeckt“ informiert der Sachausschuss Schöpfung und Umwelt des kath. Seelsorgebereichs Bonn-Bad Godesberg über die Bedrohung der biologischen Artenvielfalt. Als leicht nachvollziehbares Beispiel mit unmittelbarer Anschaulichkeit und einfachen Handlungsoptionen dient das Beispiel erhaltenswerter Arten- und Sortenvielfalt im häuslichen Obst- und Gemüsegarten.

Der Akteur
Der Sachausschuss Schöpfung und Umwelt ist ein Ausschuss des Pfarrgemeinderates des kath. Seelsorgebereichs Bonn-Bad Godesberg. Er wurde 2006 von Mitgliedern der Kirchengemeinde gegründet, um die gemeindliche Öffentlichkeit wie auch interessierte Bürgerinnen und Bürgern im Bonner Stadtteil Bad Godesberg auf der Basis einer christlichen Schöpfungsethik über Themen aus dem Bereich des Umwelt- und Naturschutzes zu informieren und im Rahmen seiner Möglichkeiten auf umweltrelevante Entscheidungen der Gemeinde und ihrer Verantwortungsträger Einfluss zu nehmen. Derzeit besteht der Kreis aus zehn Mitgliedern. Mehrfach wurden Mitglieder des Ausschusses auch von Stellen des Erzbistums Köln in Fragen des Klimaschutzes und der NAchhaltigkeit beratend hinzugezogen. Seit 2010 wählt sich der Ausschuss jährlich ein anderes Thema, das durch Veranstaltungen (Vorträge, Ausstellungen, Exkursionen, Filmabende etc.) und eine begleitende Öffentlichkeitarbeit in kirchlichen und säkularen Medien präsentiert wird und zum Mitmachen einlädt. Für seine Aktion “Umsteigen jetzt. Grüner Strom für alle“ wurde der Ausschuss im Jahr 2011 mit dem Titel Klimabotschafter der Bonner Stiftung Klimabotschafter sowie 2012 mit dem Anton-Roesen-Preis des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln für besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. 2015 wurde er durch ein Schreiben aus dem Vatikan in seinem Engagement bestärkt.

Das Projekt
Für seine Jahresaktion 2016/17 hat der Sachausschuss das Thema Schutz der Arten- und Sortenvielfalt gewählt. Mit einem hochauflagigen bebilderten Flyer, mit Beiträgen für die gemeindlichen Print- und elektronischen Medien sowie weiteren Angeboten wird im Laufe des Aktionszeitraumes das Thema „Bedrohte Artenvielfalt“ vermittelt. Um der Gefahr zu begegnen, dass das Thema als abstraktes Expertenthema abgetan wird, dem man als „normaler“ Mensch ohnehin machtlos gegenüber steht, wurde für die Aktion bewusst das Teilthema Arten- und Sortenvielfalt von Nutzpflanzen gewählt. Da im Reichweitegebiet des Ausschusses die meisten Menschen über eigene Hausgärten verfügen, bietet die Aktion einer großen Zielgruppe die Möglichkeit der aktiven Teilnahme. Zusätzlich bietet sie gute Möglichkeiten für eine konkrete und sinnliche Erfahrbarmachung der Thematik. So wurde die Öffentlichkeit im Frühjahr 2016 unter dem Motto „Vielfalt schmeckt“ erstmals eingeladen, die Vielfalt von sog. „alten“ samenfesten Tomatensorten kennenzulernen. Hierzu boten die Mitglieder des Sachausschusses zuvor selbst gesäte und vorgezogene Tomatenpflanzen in reicher Sortenvielfalt (gegen eine geringe Spende) interessierten Hobbygärtnern zur weiteren Kultivierung an. Mehrere hundert Pflanzen wechselten so ihren Besitzer und gediehen während des Sommers in zahlreichen Gemüsebeeten oder Balkonkästen. Da die Erwerber über fertile, also vermehrungsfähige Tomaten verfügten, waren sie nun selbst in der Lage, Pflanzen zu vermehren und/oder ihr Saatgut mit anderen zu tauschen.

Über das Erlebnis der geschmacklichen Vielfalt, das mit der Ernte einhergeht, wird die Relevanz des Themas Arten- (und Sorten-)Vielfalt sinnfällig und evident. Das Gedeihen der Pflanzen, der Austausch der Früchte und das gemeinsame Genießen der Ernte bieten vielfältige Gesprächsthemen und Gründe für persönlichen Austausch zwischen den Projektteilnehmern, sowie wiederholte Bewusstmachung vom Wert der Vielfalt der Schöpfung. Das Projekt bietet darüber hinaus Möglichkeiten im Bereich der gemeindlichen Kinder- und Jugendpädagogik. Unter den Jahreskampagnen der vergangenen Jahre kann die Aktion in Bezug auf die Resonanz zu den erfolgreichsten gezählt werden.
Das Projekt wird im Jahr 2017 fortgesetzt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Begriff der biologischen Vielfalt ist auch durchschnittlich interessierten Laien ein, wenn vielleicht auch nur vager, Begriff. Die meisten Zeitgenossen verbinden damit aber vor allem den Artenschwund in der tropische Fauna und Flora. Insbesondere manche vom Aussterben bedrohte Tierarten genießen zwar nicht den ihnen gebührende Schutz in ihrem jeweiligen Lebensraum, wohl aber weltweite Bekanntheit. Kaum bekannt ist hingegen, dass sich Artenschwund und Verlust an Biodiversität auch vor unserer Haustür oder besser hinter unserem Gartenzaun ereignet. Die Gestaltung unserer Gärten mit nur wenigen Zier- und Nutzpflanzen, oft exotischen, nicht standorttypischen Arten, und die Bewirtschaftung der Nutzgärten mit Sorten und Saatgut aus der Produktion zumeist großer Agrokonzerne führte in den letzten Jahrzehnten ebenfalls zu einem rapiden Verlust an Vielfalt. Dieses Faktum sowie die damit einhergehenden Folgen sind im Gegensatz zum Artensterben in den Tropen weitestgehend unbekannt. Dies erstaunt umso mehr, als es sich hierbei zugleich 1. um eine dramatische Verarmung des Genpools, 2. um eine unbemerkte Monopolisierung eines Marktes und 3. um den Verlust von jahrhundertealter züchterischer Kulturleistung handelt. Dass dies in der Summe verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat, darüber will die Kampagne – die 2017 fortgesetzt wird - aufklären.


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Dokumente

SchuU-Vorstellung_20150921_KurzVersion_final.pdf

Vielfalt schmeckt_1.docx

FlyerVielfalt 2017.pdf

 

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Kath. Kirchengemeinde St. Martin und Severin Bonn-Bad Godesberg

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53179 Bonn

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Tel.:0174 98 19 200
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Weitere Infos

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