Wussten Sie schon, dass Ricken ihre Schwangerschaft verschieben können?

Mitte Juli beginnt die Paarungszeit von Rehen. Doch die Kitze kommen meist erst im Frühling des Folgejahres auf die Welt. Hinter der späten Geburt steckt die sogenannte Keimruhe.

Sobald die Ricke befruchtet wurde, teilt sich ihre Eizelle zwar, wird jedoch nicht viel größer als eine Erbse. Auch in den nächsten 18 Wochen ändert sich daran nicht viel. Obwohl die Befruchtung bereits im Sommer stattfand, entwickelt sich der Fötus erst ab dem Winter. Das Licht der Welt erblickt das Rehkitz dann vorwiegend im Mai oder Juni des nächsten Jahres – etwa 285 Tage nach der Befruchtung.

 

Dieses Naturphänomen nennt sich Keimruhe. Durch die Schwangerschaftspause von viereinhalb Monaten, verschiebt sich die Geburt auf einen für die Aufzucht günstigeren Zeitpunkt. Denn im Winter gibt es kaum eiweißreiche Nahrung für die Mütter. Diese benötigen sie jedoch für die Milchproduktion. Das Frühjahr mit seinem großen Nahrungsangebot ist dagegen die perfekte Zeit für die Geburt der Kitze. Auch Dachse, Marder, Seehunde und Fischotter nutzen diesen Trick der Evolution, um ihrem Nachwuchs gute Lebensbedingungen zu bieten.

 

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Den ganzen Winter über trägt die Ricke eine befruchtete Eizelle in ihrem Körper, ohne dass der Embryo weiterwächst. Foto: Paulwip/pixelio.de

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