... dass Spinnensex ziemlich brutal sein kann?

Während sich die Weibchen einiger Spinnenarten nach der Paarung das Männchen schmecken lassen, sorgen andererseits die Männchen anderer Arten dafür, dass das Weibchen sich nicht mit anderen paaren kann. Genauer gesagt: Nie mehr.

Forscherinnen der Unis Hamburg und Greifswald fanden folgendes heraus: Ob ein Männchen einer Sexuellen-Kannibalismus-Art den Paarungsakt überlebt, hängt vom Zustand des Weibchens ab. Hat es sich vor kurzem gehäutet, ist sein Körper noch weich und es ist noch nicht wieder in Lauerstellung. Die Gefahr gefressen zu werden, ist für das Männchen jetzt niedriger. Allerdings auch die Chance, überhaupt zum Zuge zu kommen. Denn weiche Weibchen signalisieren kaum Paarungsbereitschaft. Die Produktion von Duft- und Lockstoffen steigt erst wieder, wenn der Körper nach dem Häuten ausgehärtet ist. Darum fand nicht mal die Hälfe aller Paarungen im Untersuchungszeitraum mit weichen Weibchen statt.
 
Im Gegenzug sichern sich die Männchen anderer Arten die Vaterschaft, indem sie das Weibchen nach der Paarung verstümmeln. Während es auch Arten gibt, bei denen sich das Männchen verletzt, indem es Teile des Genitalapparats im Weibchen zurücklässt, zerstört z. B. die Radnetzspinne die Struktur der weiblichen Genitalstruktur. Dieses Verhalten scheint bei Spinnen durchaus verbreitet zu sein.
 
Zur Meldung über Kannibalismus bei Spinnen und die Verstümmelung von Spinnenweibchen bei der Uni Greifswald.

Paarung der Wespenspinne, Weibchen mit ausgehärtetem Körper. | ©Gabriele Uhl

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld