UN-Dekade zeichnet Rothirsch-Projekt auf Übungsplatz Grafenwöhr aus

Naturnahe Offenland-Lebensräume sind besonders wertvoll für die biologische Vielfalt. Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr übernehmen wildlebende Rothirsche die Beweidung der Flächen.

Grafenwöhr, 19. Oktober 2019 – Das Projekt „Wo Rothirsche die Landschaft pflegen; Offenlandmanagement auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr“ wird heute als beispielhaftes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Der bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, übergibt die Ehrung heute am Haager Weiher in Grafenwöhr an den Bundesforstbetrieb und seine Projektpartner. Das Projekt zeigt, dass auch Rothirsche als heimische Pflanzenfresser durch ein gezieltes Wildtiermanagement zum Erhalt ökologisch wertvoller Offenlandschaften beitragen können, heißt es in der Begründung der UN-Dekade-Jury.

 

Seit 2014 erprobt der zuständige Bundesforstbetrieb auf dem 23.000 ha großen Gelände des Truppenübungsplatzes den Einsatz wildlebender Rothirsche in der Landschaftspflege. Das Gelände wird von den US-Streitkräften intensiv als militärischer Übungsplatz genutzt. Es zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Lebensräumen und ein reiches Artenvorkommen aus. Es beheimatet auch Rote-Liste-Arten wie Arnika oder den Zarten Augentrost. 85 Prozent der Fläche sind als FFH-Gebiet ausgewiesen, mehr als ein Drittel besteht aus Offenland.

 

Durch gezieltes Wildtiermanagement wird der Rothirschbestand auf die offenlandgeprägten Bereiche des Übungsgeländes konzentriert und die Auswirkungen auf die Lebensräume untersucht. Mit Hilfe von Vegetationserhebungen, Feldexperimenten, Telemetrie und Fernerkundung konnte der Bundesforstbetrieb zeigen, dass die Rothirschbeweidung einen positiven Einfluss auf die Vegetationsentwicklung und die Biodiversität der Lebensräume hat und gleichzeitig steuerbar ist.

 

Das Projekt „Rothirschbeweidung“ hat einen bundesweiten Modellcharakter und liefert wertvolle Erkenntnisse insbesondere auch für andere große und nicht eingefriedete Flächen beispielsweise in Schutzgebieten. Zu den Projektpartnern gehören das 7th Army Training Command, die U.S. Army Garrision Bavaria, die Landwirtschaftliche Rentenbank, das Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden e.V., die Georg-August-Universität Göttingen und die Technische Universität Dresden.

Weitere Informationen

zur Projektbeschreibung

Projektträger

Bundesforstbetrieb Grafenwöhr
Kellerweg 3
92249 Vilseck

In Zusammenarbeit mit:

7th Army Training Command
U.S. Army Garrision Bavaria
Landwirtschaftliche Rentenbank
Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden  e. V.
Georg-August-Universität Göttingen
Technische Universität Dresden

 

Pressekontakt

Pit Rauert

UN-Dekade Biologische Vielfalt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0228 977 34 20
presse(at)undekade-biologischevielfalt.de

Rothirschrudel bei der Landschaftspflege | © Projektträger

Rothirschrudel bei der Landschaftspflege | © Projektträger

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