Stadtgrün: Mehr Naturerlebnisräume für Kinder und Lebensqualität für alle

Drittes Treffen des UN-Dekade Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“ am 9. Mai im Zoologischen Garten Berlin

Berlin, 9. Mai 2019 – Dr. Andreas Knieriem, Direktor des Zoologischen Gartens Berlin, Ingelore Gödeke, Bundesumweltministerium, und Dr. Christiane Schell, Bundesamt für Naturschutz, begrüßte die rund 30 Vertreter/innen des UN-Dekade Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“. Die Expert/innen aus den Sozial- und Naturschutzverbänden trafen sich um praktische und strategische Ansätze zu besprechen und sich gegenseitig über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Dr. Knieriem erläuterte, dass Zoos wichtige Begegnungs- und Erholungsstätten für die städtische Bevölkerung sind, die Biodiversität für alle erlebbar machen und ökologische Zusammenhänge verdeutlichen. Frau Dr. Schell stellte heraus, dass Naturschutz heute nicht mehr nur von Naturwissenschaften geprägt sei, sondern mit den Schnittstellen zu sozialen Fragen auch wichtige sozialwissenschaftliche Dimensionen habe. Frau Gödeke vom Bundesumweltministerium informierte die Teilnehmer über den aktuellen Stand zum „Masterplan Stadtnatur“, ein Programm mit 26 Maßnahmen zur Förderung der grünen Infrastruktur in urbanen Räumen.

In den Gesprächen waren sich die Teilnehmenden einig, dass in der aktuellen städtischen Nachverdichtung die Bedarfe des sozialen Wohnungsbaus und die Funktionen des Stadtgrüns für Lebensqualität, soziale Integration und kindliche Entwicklung miteinander verbunden und nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Dieses sei auch unter dem Gesichtspunkt einer langfristigen Attraktivität von Wohnsiedlungen und Stadtvierteln zu berücksichtigen. Wohnungsbaugesellschaften fördern heute Stadtgrün, um Wohnsiedlungen und Stadtvierteln aufzuwerten und soziale Integration zu fördern. Naturerfahrungsräume stärken eine positive Entwicklung von Kindern und bieten der Naturvielfalt urbane Rückzugsgebiete. Die Experten bezeichneten es als entscheidend, dass das Baugesetzbuch und die Bauleitplanungen der Kommunen der wichtigen grünen Infrastruktur in der städtischen Entwicklung Rechnung tragen.

Im zweiten Teil des Treffens informierte sich das Kompetenzteam über weitere praktische Ansätze. Svenja Eisenbarth von der Zooschule Berlin präsentierte ihr Programm der Demenzführungen, die es erlauben, Natur mit allen Sinnen zu erleben und gemeinsam positive soziale und emotionale Erfahrungen zu sammeln. Jürgen Linnenberger, AWO Sozialraumbüro Saarbrücken-West´, informierte über wildnispädagogische Angebote für sozial belastete Kinder, Jugendliche und Familien, die die Einrichtung seit 2006 im Rahmen des Projekts „Suchtprävention und Soziale Arbeit mit der Natur“ durchführt. Abschließend demonstrierte Roland Meyer vom NABU Rotenburg wie Naturschutz und Inklusion im Mitmach- und Erlebnisgarten „MEGa“ auf dem Hartmannshof im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Rotenburger Werken, einer diakonischen Einrichtung für Menschen mit Behinderung, funktioniert.

Das Kompetenzteam wird in Rahmen des Sonderthemas „Soziale Natur – Natur für alle“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt durchgeführt. Der gleichlautende Sonderwettbewerb der UN-Dekade bietet vorbildlichen Projekten an der Schnittstelle von Naturvielfalt und sozialen Fragen die Möglichkeit, ausgezeichnet zu werden und damit bundesweit bekannter zu werden und zusätzlich an Reputation zu gewinnen.

Pressekontakt

Pit Rauert

UN-Dekade Biologische Vielfalt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0228 977 34 20
presse(at)undekade-biologischevielfalt.de

Die Teilnehmer des dritten Treffens des UN-Dekade Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“ am 9. Mai im Zoologischen Garten Berlin. Foto: Christiane Massing

Die Teilnehmer des dritten Treffens des UN-Dekade Kompetenzteams „Soziale Natur – Natur für alle“ am 9. Mai im Zoologischen Garten Berlin. Foto: Christiane Massing

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