„Gendatenbänkle“ vernetzt Anbieter und Nutzer alter Kulturpflanzen

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch überreicht Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt an baden-württembergisches Vorzeigeprojekt.

Nürtingen, 21. Mai 2017 – Kapitän Wedding, Blauhilde und Fürst Engliatscheff tummeln sich zusammen mit anderen alten und seltenen Nutzpflanzensorten im Gendatenbänkle. Die Onlinedatenbank hat sich dem Erhalt solcher Kulturpflanzen und kulinarischer Schätze verschrieben. Das Besondere: Sie setzt auf die Vernetzung der Akteure. Das Gendatenbänkle wird heute zum UN-Dekade-Projekt ernannt. Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, überreicht die Auszeichnung auf dem GARTEN.GENUSS.MARKT im Freilichtmuseum Beuren.

 

Die Fachjury der UN-Dekade würdigt mit ihrer Entscheidung, dass das Netzwerk den Zugang zu regionalem Saatgut verbessert und dessen Austausch fördert. So werden viele Gärten und Felder selbst zu einem Gendatenbänkle. Dieser Erhalt durch Anbau und Nutzung an vielen verschiedenen Orten unterscheidet das Projekt von anderen Gendatenbanken. Derzeit sind in dem Netzwerk über 180 seltene oder gefährdete Gemüsesorten aus Baden-Württemberg gelistet und 25 Saatgutanbieter beteiligt.   Drei Partner setzen das Projekt gemeinsam um: die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU), der Alblinsen-Förderverein und der Verein „Die Agronauten“, der sich für eine nachhaltige Land- und Regionalwirtschaft einsetzt. Bereits in der Startphase sind neben der Wissenschaft auch Lebensmittelunternehmen, Erhaltungsinitiativen und Politik beteiligt. In einer späteren Phase soll das Projekt auf weitere Bundesländer und andere Feldfrüchte ausgeweitet werden.    

    

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will damit die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.


In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen oder -initiativen als auch institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen und staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.


Von allen ausgezeichneten Projekten wird jeden Monat mittels einer öffentlichen Online-Abstimmung ein Monatsprojekt ausgewählt. Die Wahl des Jahresprojektes aus den zwölf Monatsprojekten trifft dann wiederum die Fachjury. 

Zur Projektbeschreibung

Ansprechpartner beim Projekt

Roman Lenz
Schelmenwasen 4-8
72622 Nürtingen  
Tel: 07022-201165
info(at)genbaenkle.de

Pressekontakt

Pit Rauert

UN-Dekade Biologische Vielfalt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0228 977 34 20
presse(at)undekade-biologischevielfalt.de

Staatsekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (re.) übergibt die Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt an Roman Lenz (li.) und Wolde Mammel (Mitte). Foto: Projektträger

Staatsekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (re.) übergibt die Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt an Roman Lenz (li.) und Wolde Mammel (Mitte). Foto: Projektträger

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