Von wegen Spatzenhirn – Zur Intelligenz von Vögeln

Listige Elstern, schlaue Raben, intelligente Keas: Einige Vogelarten sind so pfiffig, dass sie Menschenaffen mental ebenbürtig sind. Neben Werkzeuggebrauch, Zählen, Kooperation und Zeigegesten sind sie auch in der Lage, sich in Artgenossen hineinzuversetzen.

Forscher der Unis Bochum und Wien haben durch die Analyse zahlreicher Studien zum Verhalten von Vögeln festgestellt, dass Raben und Papageien die gleichen kognitiven Fähigkeiten aufweisen wie unsere nächsten Verwandten. Die Gehirne von Vögeln und Menschaffen sind unterschiedlich aufgebaut. Aber die Verknüpfung verschiedener Gehirnareale ist sehr ähnlich. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich die Hirnstrukturen im Lauf der Evolution unabhängig voneinander entwickelt haben, da beide Tiergruppen ähnliche Situationen meistern mussten.  

Auch sich in andere hineinzuversetzen gehört zu den Fähigkeiten, die bis dato eigentlich nur Menschen(-affen) zugeschrieben wurde. Mit einem Guckloch-Experiment untersuchten die Forscher, ob die Raben instinktiv auf das Verhalten ihrer Artgenossen reagieren oder tatsächlich deren Perspektive einnehmen können. Zunächst durften die Raben durch ein Guckloch beobachten, wie in einem anderen Versuchsraum Futter versteckt wurde. In den Raum gelassen, fanden sie die Verstecke sofort. Im zweiten Versuch sollten die Raben selbst Futter verstecken – und aus dem Nebenraum drangen Geräusche von Artgenossen. Aus ihrer Erfahrung wussten die Raben, dass sie möglicherweise beobachtet werden und verhielten sich beim Futterverstecken „geheimnistuerischer“.

 

Zur Meldung über die kognitiven Gemeinsamkeiten von Vögeln und Menschenaffen bei der Uni Bochum.

Ganzen Artikel zum Perspektivwechsel von Raben bei der Uni Wien lesen.

Raben können sich in Artgenossen hineinversetzen. | © Jana Müller

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