Unterwasser-WGs: Nützliche Vielfalt in Schwämmen und Korallen

Schwämme beherbergen eine vielfältigere Mikrobengemeinschaft als bisher angenommen: Die Mikroorganismen sind in ihrer Schutzfunktion ebenso nützlich für ihren Wirt wie bestimmte Bakterien für Korallen: Sie helfen den Nesseltieren dabei, sich von einer Korallenbleiche zu erholen.

Ein Schwamm voller Chancen

Schwämme sind Schatzkammern der Natur. Denn die auf ihnen lebenden Mikroben könnten Stoffe produzieren, die für uns Menschen nützlich sind. Die Schwämme brauchen die Mikroben zum Beispiel, um Krankheiten oder Fressfeinde abzuwehren, weil sie selbst sesshaft sind, also nicht fliehen können. Eine internationale Studie brachte nun die außergewöhnliche Vielfalt von über 40.000 Mikroorganismen in Schwämmen ans Licht. Interessant war hierbei, dass die Mikrobenvorkommen sich bei allen Schwämmen glichen – unabhängig von der Herkunft. Das zeigt, wie lange Schwämme und Mikroben schon zusammenleben.

 

Korallenretter

Korallen fühlen sich nur bei bestimmten Wassertemperaturen wohl. Weicht diese stark ab, z. B. durch die Klimaerwärmung, ist häufig eine Korallenbleiche die Folge: Dabei verlassen die Mikroalgen die Koralle; sie sorgen für deren Farbigkeit und versorgen die Nesseltiere mit Nährstoffen. Die Bleiche schwächt die Korallen – dauert sie zu lange an, sterben sie ab. Eine spezielle, stickstofffixierende Bakteriengruppe hingegen kann Korallen beim Überleben helfen. Sie versorgen ihre Wirtskoralle anstelle der Mikroalgen mit wichtigen Nährstoffen. Einige Korallenarten könnten sich so auf den Klimawandel einstellen.

 

Zum Artikel über Schwämme und Mikroben bei Geomar – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Ganze Meldung zur Symbiose von Korallen und Bakterien bei der Uni Bremen. 

Schwämme beherbergen außergewöhnlich viele Mikroorganismen. | ©Janine Kamke

Bakterien können gebleichten Korallen wie dieser helfen, sich zu erholen. | ©Dr. Ulisse Cardini

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