Unerforschtes Artenreich: Seamounts und Asphaltfelder am Meeresboden

Wie wenig wir eigentlich noch über den Lebensraum Meer wissen, zeigen zwei neue Entdeckungen: So wurden erloschene Unterwasservulkane, sogenannte Seamounts, als eines der dominantesten Ökosysteme der Erde identifiziert. Und auch um Austrittsstellen von Öl am Meeresgrund tummelt sich das Leben.

Vielfältiges Gebirge am Meeresgrund

Als Seamount gelten Unterwasserberge ab einer Höhe von 1000 m – Schätzungen zufolge gibt es über 45.000 von ihnen in den Weltmeeren. Mit einer Fläche, die die Größe Südamerikas noch übertrifft, sind sie größer als alle anderen Lebensräume auf der Erde. Untersucht wurden bisher nur ca. 250 dieser Berge. In der Tiefsee, Heimat sehr spezialisierter Lebewesen, ragen die Seamounts als artenreiche Oasen heraus. Das liegt u. a. daran, dass die steilen Hänge Wasserströmungen lenken und mit ihnen bspw. Nährstoffe leiten. Besonders hoch ist hier die Artenvielfalt von Weichkorallen und Glasschwämmen, die ihrerseits Lebensraum für Meereswürmer, Seesterne und Co. sind. 

 

Lebensraum schwarzes Gold

Öl ist für viele Organismen schädlich. Es gibt aber durchaus Lebewesen, die sich an die Lebensräume rund um Austrittstellen von Öl am Meeresgrund angepasst haben. An sprudelnden Gasquellen, Gashydraten, am ölgetränkten Boden und an Schwerölablagerungen siedeln sich spezialisierte Organismengemeinschaften an, darunter Bakterien und Bartwürmer. Was für andere schädlich ist, dient ihnen als Nahrung: die Kohlenwasserstoffe aus der Tiefe. Diese bisher unbekannten Lebensräume wurden mithilfe neuer Echolote aufgespürt. Sie könnten nun weiter erforscht werden.

 

Ausführlicher Artikel zu Unterwasservulkanen auf scinexx.de. Meldung zur Vielfalt um Öl-Austrittsstellen bei MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften.

Seamounts kommen oft in einer Kette vor, wie hier am Marianengraben. | ©Submarine Ring of Fire 2014 / NOAA/PMEL, NSF

Die Lebensräume rund um Öl-Austrittsstellen am Meeresboden sind vielfältig – hier eine Asphaltstruktur. | ©MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften

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