Neues von Raubkatzen in Deutschland

Der Eurasische Luchs und die Wildkatze sind die beiden Raubkatzenarten, die in Deutschland vorkommen. Während es wieder mehr Wildkatzen gibt als vermutet, leiden die wenigen Luchspopulationen unter zu kleinen Genpools. Der Bestand kann hier nicht langfristig gesichert werden.

Ausbreitung auf Samtpfoten

Gute Neuigkeiten aus der Wildkatzenforschung: Offenbar siedeln die scheuen Raubtiere inzwischen nahezu flächendeckend in allen größeren Waldgebieten von Nordbayern bis nach Südniedersachsen und von Eifel, Hunsrück und Pfälzerwald im Westen bis zum Thüringer Wald im Osten. Auch in kleineren Gebieten wie Westerwald, Kellerwald und Rhön und in ganz neuen Gebieten wie dem Kottenforst bei Bonn und dem Arnsberger Wald konnte man Individuen nachweisen. Mit 5.000 bis 10.000 Tieren bleibt die Wildkatze in Deutschland eine seltene Art. Die neuen Erkenntnisse sollen aber in weitere Maßnahmen zu ihrem Schutz einfließen. Projekte des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, die als Modellprojekte der UN-Dekade biologische Vielfalt ausgezeichnet wurden, befassen sich mit dem Schutz der Wildkatze.

 

Mehr genetische Vielfalt für den Luchs

Die größte europäische Katzenart – der Eurasische Luchs – kommt zwar wieder in Deutschland vor, allerdings hauptsächlich in Schutzgebieten wie Nationalparks. Die kleinen, meist durch Wiederansiedlung entstandenen Populationen können sich nicht selbst erhalten; sie leiden unter der zu geringen genetischen Vielfalt. Sie hängt zum einen damit zusammen, dass Individuen vor ihrer Fortpflanzung sterben – natürlich oder gewaltsam. Zum anderen vermischen sich die Populationen durch die Isolation der Lebensräume nicht. Die Forscher empfehlen auf Grundlage der Ergebnisse, das illegale Töten von Luchsen zu reduzieren, weitere Luchse in die bestehenden Vorkommen umzusiedeln und Wildtierkorridore zu erreichten, die den Austausch zwischen benachbarten Populationen fördern.

 

Meldung zu den Wildkatzen bei Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen. Artikel zu Luchsen beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. 

Die Luchspopulationen in Deutschland brauchen mehr genetische Vielfalt. | ©Katarina Jewgenow / IZW

Die Wildkatze ist weiter verbreitet als bisher angenommen. | ©Senckenberg / Steyer

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