Neue UN-Dekade-Projekte im Überblick

Seit dem letzten Newsletter sind zahlreiche neue Projekte ausgezeichnet worden, auch im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“. Hier ein Überblick für Sie.

Inklusives Gärtnern 

Soziale Natur – Natur für alle

Die Bremer Gemüsewerft verbindet seit 2014 landwirtschaftliche Aktivitäten im urbanen Raum mit sozialem Engagement. Ein Ansatz besteht darin, Kulturpflanzenvielfalt und Stadt-Grün zu fördern und Menschen mit psychischen Erkrankungen oder geistigen Beeinträchtigungen Möglichkeiten für erwerbsanaloge Beschäftigungen zu bieten. Das verbessert die Naturvielfalt, schafft Raum für Teilhabe und mehr soziales Miteinander.

Die Welt der Kräuter

Soziale Natur – Natur für alle

Natur erleben, wahrnehmen, begreifen, bewahren und nutzen – das sind die fünf Grundgedanken, an denen sich der Mitmachgarten im Marburger Stadtteil Marbach orientiert. Der kleine Gemeinschaftsgarten steht allen Bewohnern offen, wird ökologisch bewirtschaftet und bietet neben Stauden und Beerensträuchern vor allem Heil- und Nutzkräuter. Interessierte haben die Möglichkeit, an Kräuterspaziergängen teilzunehmen, Workshops zu besuchen oder gemeinsam nahgelegene Flächen zu besichtigen. 

Aktiv mit Behinderung

Soziale Natur – Natur für alle

Für Menschen mit Behinderung sind Unabhängigkeit und Selbstbestimmung enorm wichtig, insbesondere wenn es um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geht. Dafür setzt sich die 2012 gegründete Initiative „Ich lebe ohne Hindernisse“ ein. In der Region rund um den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal in Thüringen organisiert die Gruppe zusammen mit regionalen Partnern Freizeitaktivitäten wie Fahrradtouren, Wanderungen oder Schlauchbootfahrten, die Menschen mit und ohne Behinderungen in der Natur zusammenbringen.

Fossilien erforschen

Soziale Natur – Natur für alle

Die Idee des Programms Ferien im Jurameer besteht darin, Fossilien zu sammeln und dabei die heimische Natur besser kennenzulernen. Seit 2014 findet das Naturerlebnisangebot jeden Sommer im Zollernalbkreis statt. An drei aufeinanderfolgenden Tagen verbringen Kinder gemeinsame Zeit in alten Steinbrüchen, an Bächen, auf Wiesen und in den Wäldern der Region. Dabei entdecken sie zusammen mit den Fossilien der Jurazeit auch heutige Lebewesen wie Gelbbauchunken oder Blindschleichen.

Holt die Wildkatzen zurück

Der Luchs ist die größte Katze Europas und hierzulande stark gefährdet. Ihn im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen wiederanzusiedeln ist das Ziel des EU LIFE Projekts der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Im deutschen Teil des Gebiets sollen bis 2020 je zehn Luchse aus der Slowakei und der Schweiz freigelassen werden. Mithilfe von GPS-Halsbandsendern und Fotofallen wird die Aussiedlung der Tiere wissenschaftlich überwacht.

Naturerlebnisse auf Kur

Die AOK-Klinik Rügen verbindet im Rahmen des Projekts Kur in Natur die medizinische Arbeit mit einem umfangreichen Aktions- und Erlebnisangebot, das sowohl Kinder als auch Erwachsene einbezieht. Das Programm fördert die Bewegung in der Natur und bietet bleibende positive Erinnerungen mit Tieren und Pflanzen. Hierzu wurde in Kooperation mit dem NABU Rügen ein Naturlehrpfad auf dem Klinikgelände angelegt. Regelmäßige Fledermausnächte stoßen bei den Gästen ebenso auf großes Interesse. 

Über 230 Standorte 

Mit seinem Programm GemüseAckerdemie sensibilisiert der Potsdamer Verein Ackerdemia bundesweit junge Menschen für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt und die Wertschätzung von Lebensmitteln. Kern ist ein Schul- bzw. Kita-Acker, der sich individuell und langfristig in das Lehrangebot integrieren lässt: Die teilnehmenden Einrichtungen legen auf ihrem Gelände einen Acker an, auf dem die Kinder und Jugendlichen unter pädagogischer Anleitung bis zu 25 verschiedene Gemüsesorten anbauen. 

Mehr Blumen und Blüten

Die biologische Vielfalt zu fördern ist eines der Ziele der NABU-Gruppe Weiterstadt-Griesheim-Erzhausen. Im Rahmen ihrer Projekte Grünflächen innerörtlich und Blüh- und Ackerrandstreifen in intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen haben sie deshalb öffentliche Flächen naturnah umgestaltet bzw. Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Flächen angelegt, die für die Bewirtschaftung wenig relevant sind. Denn blütenreiche Flächen bieten Insekten, Vögeln und anderen Tieren neue Nahrungsquellen, Lebensräume und wirken sich positiv auf die Biodiversität aus. 

Raus auf die Streuobstwiese

Das Landschaftsbild der Region Lippe ist durch Streuobstwiesen geprägt. Die Wiesen bilden wichtige Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen und bieten auch leckeres Obst. Im Rahmen des Projekts Lebendige Landschaft Streuobstwiese können Interessierte das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen und Kurse auf den Wiesen besuchen. Sie erfahren zum Beispiel, wie man Bäume korrekt pflegt und beschneidet oder lernen im „Klassenzimmer im Grünen“ den Jahreszyklus der Obstwiesen kennen. 

Deutsch-französische Vielfalt

Die Bevölkerung im Grenzgebiet für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren – dieses Ziel hat sich das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in seinem Gartenprojekt gesetzt. Ein buntes Programm aus rund 50 Veranstaltungen macht ökologische Gartenthemen bekannt. In einem Wettbewerb mit 20 Gärten aus Frankreich und Deutschland wird ein ökologischer Vorzeigegarten gekürt. Pflanzaktionen an Schulen auf beiden Seiten der Grenze machen ebenso auf die biologische Vielfalt aufmerksam.

Austernpilzzucht im Tiefbunker der Gemüsewerft | Projektträger

Aus den im Garten angebauten Kräutern werden zum Beispiel Teemischungen oder Kräutersalze hergestellt. | Projektträger

Radtour für Menschen mit und ohne körperliche Behinderung im Mai 2015, Heyerode | K. Rompe / Projektträger

Im Tümpel entdeckt: eine Gelbbauchunke | Projektträger

Nach Ausrottungsversuchen war der Luchs zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitestgehend aus West- und Mitteleuropa verschwunden.

Die Kurgänger werden mit Naturmaterialien auch künstlerisch aktiv. | Projektträger

Seit 2014 setzen immer mehr Schulen und Kitas das Bildungsprogramm GemüseAckerdemie um. | Projektträger

Im Juni 2016 zeigte sich in der Stadt bereits ein buntes Blumenmeer, nur zwei Monate nachdem die Grünfläche angelegt wurde | Projektträger

Im Herbst stellt sich das Projekt auf Bauernmärkten und Apfeltagen vor. | Projektträger

Dieser Garten gewann den Wettbewerb im Jahr 2017. | Projektträger

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