Neue UN-Dekade-Projekte im Überblick

Seit dem letzten Newsletter sind zahlreiche neue Projekte ausgezeichnet worden, auch aus dem Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“. Hier ein Überblick für Sie:

Schutz für die Gelbbauchunke

Deutschlands Auenbereiche und Flüsse sind ursprüngliche Lebensräume der Gelbbauchunke. Durch Flussbegradigungen und Befestigung der Fließgewässer kommt die Art heute jedoch meist nur noch in Sand- und Kiesgruben oder Steinbrüchen vor und gilt mittlerweile als stark gefährdet. Mit dem Projekt „Gelbbauchunken stärken und vernetzen“ setzt sich der NABU mit seinen Partnern dafür ein, die kleinen Froschlurche zu schützen, indem sie zum Beispiel Kleinstgewässer und Tümpelfelder anlegen oder Fluss- und Bachauen renaturieren.

Mit Pferden zu mehr Vielfalt

Im direkten Umfeld von Pferden liegt ein besonderes Potenzial zur Förderung biologischer Vielfalt. Denn Ställe, Heu und Stroh, Wiesen und Weiden sind ideale Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Damit Reiterhöfe und Pferdevereine dieses Potenzial noch besser nutzen, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern das Projekt „Pferde fördern Vielfalt“ ins Leben gerufen.

Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone

Wer sich mit Pflanzen auskennt und ihren Wert schätzt, ist eher bereit, sich für deren Erhalt einzusetzen. Die Bestimmung von Pflanzen mit herkömmlichen Bestimmungsbüchern ist jedoch zeitaufwendig und durch die vielen Fachbegriffe oft schwierig zu verstehen. Um den Prozess zu vereinfachen und damit mehr Menschen für die Pflanzenvielfalt zu begeistern, nutzt das Projekt „Flora Incognita“ eine intelligente Bilderkennungstechnik zur Bestimmung von Pflanzen mit dem Smartphone oder Tablet.

Naturerlebnisse für Stadtkinder

Sonderwettbewerb „Soziale Natur – Natur für alle“

Mit Abenteuerspielen und Schatzsuchen im Wald führt das Projekt „NatUrban“ Kinder und Jugendliche aus urbanen Ballungsräumen spielerisch an die heimische Natur heran. Das Projekt wurde in sechs Städten im Ruhrgebiet durchgeführt und richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren, insbesondere aus sozial benachteiligten Stadtgebieten.

Wege zur Vielfalt

Das südliche Emsland und die nördliche Westfälische Bucht sind ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Typisch für die Region sind nährstoffarme Sandstandorte. In Heiden und Mooren, Bächen und Weihern lebt eine Vielzahl spezieller Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Vielfalt zu erhalten und zu fördern und setzt dafür auf regionale Partnerschaften.


Sortenzüchtung für mehr biologische Vielfalt

Wenige Hauptsorten dominieren die professionelle Anbaupraxis in Deutschland. Um die Kulturpflanzenvielfalt auf Äckern, in den Regalen und schließlich auf unseren Tellern zu erhöhen, entwickelt der Verein Kultursaat e.V. seit fast 25 Jahren vermehrungsfähige Gemüsesorten. Das Saatgut der vereinseigenen Sorten ist frei zugänglich, sodass die Sorten auch von Landwirten und Kleingärtnern genutzt werden können und so weiter verbreitet werden.

Ein Schloss für die biologische Vielfalt

Mit seinen Parks, Gärten, einem Heilpflanzengarten und dem Waldbiotop ist Schloss Türnich ein Ort, an dem Landschaftsgestaltung, Landwirtschaft und Naturschutz vereint werden. Im Rahmen des Projekts „Zukunftsensemble Schloss Türnich“ entsteht hier ein Lehr- und Erfahrungsort für Natur(schutz), aufbauende Landwirtschaft, Heil- und Wildpflanzen und Permakultur.

Inklusive Naturerlebnisangebote

Die Broschüre „Natur für alle“ von den Biologischen Stationen Rhein-Berg und Oberberg umfasst zwölf buchbare Naturerlebnisangebote im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis. Alle Veranstaltungen sind inklusiv, sodass auch Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen teilnehmen können.

Das Logo des Projekts zum Schutz der Gelbbauchunke. | ©Projektträger

Rund ums Pferd ist viel Raum für biologische Vielfalt. | ©Projektträger

Logo des Projekts „Flora incognita“. | ©Projektträger

Teilnehmer des Projekts „NatUrban“ lernen den Wald als Erlebnis- und Erfahrungsraum kennen. | ©Daniel Steinbach

Eine Biene besucht eine Leitart des Projekts, das Berg-Sandglöckchen. | ©T. Starkmann

Bislang wurden über 80 Neuzüchtungen des Vereins vom Bundessortenamt zugelassen. | ©Marek Thielemann

Schloss Türnich aus der Luft. | ©Projektträger

Eine Exkursionsgruppe lernt die Besonderheiten der Bergischen Natur- und Kulturlandschaft kennen. | ©Jens Kalkuhl

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