Gesundheit! Naturapotheke Biodiversität Teil 2 – Antibiotikaquellen

Rund um den Globus arbeiten Wissenschaftler an neuen Antibiotika, gegen die die bekannten Erreger noch nicht resistent sind. Die Herstellung chemischer Antibiotika war bisher kaum erfolgreich. In der Natur sind die Aussichten deutlich besser. Dabei wird man oft an überraschenden Stellen fündig.

Hilfe aus der Tiefe – Alternative Wirkstoffe aus Boden und Meer

Streptomyces leben in fast allen Böden und machen sich dort nützlich. Sie sorgen für fruchtbare Erde und wirken u. a. antiparasitisch und antibiotisch. Dank ihrer besonderen Artenvielfalt ist die Mikrobe des Jahres 2016 die derzeit erfolgreichste Basis für Antibiotika. Zahlreiche unbekannte Wirkstoffe werden bei Streptromyceten noch vermutet.

Mikroben machen 90 % der Biomasse unseres Planeten aus. Auch Mikroorganismen aus dem Meerwasser sind eine bisher wenig erforschte Quelle für neue Enzyme, die in Industrie und Medizin einiges leisten können. Zu den bisherigen Errungenschaften aus marinen Mikroorganismen gehört u. a. eine Creme gegen Lippenherpes. Allerdings sind auch schon Meeresregionen wie der Golf von Mexiko bei New Orleans bekannt, in denen durch menschlichen Einfluss mehr Antibiotikaresistenzen festzustellen sind – u. a. durch Antibiotika, die aus der Landwirtschaft in die See gelangen.

 

Mehr zu Streptomyces erfahren.

Zum Projekt Micro B3, das die Vielfalt von Mikroorganismen im Meer untersucht. 

Die Mikrobe des Jahres 2016 wirkt u. a. antibiotisch. | © Hildgund Schrempf, Schrempf@biologie.uni-osnabrueck.de

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