Zwischen Trauer und Hoffnung

Das Bild, das wir von den tropischen Regionen haben, begrenzt sich meist auf wenige Bilder und Filme, die versucht haben, uns diese faszinierende Welt exemplarisch näher zu bringen. Wir sind uns bewusst, dass es eine unglaubliche Vielfalt in den Tropen gibt, haben aber nur ein sehr beschränktes Bild von dieser.

Bilder: Hannes Öhm; Der Grashüpfer "Zonocerus variegatus"

Bäume, die sich in den Himmel strecken, bewachsen mit Farnen und Orchideen, ein paar Affen, die sich in den Ästen aufhalten, ein Schwarm Papageien, der aus dem Geäst auffliegt. Kunterbunte Riesige Schmetterlinge in der Luft. Darunter die etwas trägeren Zeitgenossen, Faultiere, die langsam nach Früchten suchen. Auf dem Waldboden schnüffelt ein Tapir im Laubstreu.

Das Bild, das wir von den tropischen Regionen haben, begrenzt sich meist auf wenige Bilder und Filme, die versucht haben, uns diese faszinierende Welt exemplarisch näher zu bringen. Vergessen habe ich in meiner Einleitung noch die Elefanten, Schlangen, Nilpferde, Vogelspinnen...

Wir sind uns bewusst, dass es eine unglaubliche Vielfalt in den Tropen gibt, haben aber nur ein sehr beschränktes Bild von dieser.

Mein Bruder lebt zur Zeit im Rahmen des Weltwärts-Programms der Bundesregierung ein Jahr als Freiwilliger in Ghana. Dort ist er an einer Schule, unterstützt unter anderem einen Austausch zwischen der Schule in Ghana und einer Schule in Norddeutschland und betreut ein Leseprojekt für jüngere Schüler. In seiner Freizeit lernt er die Natur der Region etwas kennen. Ein Problem ist die Umweltverschmutzung, die die faszinierende Vielfalt bedroht.


Aber die Eindrücke kann mein Bruder Hannes noch besser selber schildern. In diesem Sinne hier ein „Gastbeitrag“ von Hannes Öhm:


Eindrücke von der Natur in Kumasi, Ghana


Wenn man von einem Aussichtspunkt oder einen Hausdach auf die Stadt schaut, wirkt sie sehr grün. Dies ist nicht ganz falsch, denn wirklich gibt es einige grüne Brachflächen oder Flächen auf denen Bananen, Papaya und Kokosnuss-Palmen angebaut werden. Es gibt auch kleine Bäche, die durch Kumasi führen. Überall kann man Eidechsen auf den Straßen und den Mauern der Häuser erhaschen. Man könnte jetzt die Vorstellung von einer Kleinstadt haben, die mitten in schöner Natur liegt. Wenn man jedoch näher schaut und sich mitten in die Stadt begibt, dann verändert sich dieses Bild rasch. man findet nicht nur Eidechsen und Kokosnuss-Palmen neben den Straßen und Häusern, sondern auch überall viel Müll. Es gibt nicht nur total viele Plastiktüten, mit den alles eingepackt wird, und die 500ml Wassertrinkbeutel aus Plastik. Der Müll, da die Infrastruktur zur Entsorgung fehlt, liegt auf den Straßen und Brachflächen. Oder er verpufft zu schwarzen, beißendem Rauch: Jeden Tag wird Hausmüll auf den Straßen verbrannt.

Die kleinen Bäche laden nicht zum Verweilen oder gar zum Baden ein, sondern machen sehr traurig. Ihr Wasser ist grauschwarz und das Ufer vom Müll gesäumt. Für mich ist es wie ein kleines Wunder zu sehen, dass um diese Bäche herum, noch so viele Pflanzen und Tiere leben können. Immer wieder entdecke ich dort faszinierende und beeindruckende Schmetterlinge, Libellen und Pflanzen. Dieses Wunder der Anpassungsfähigkeit der Natur und der Schönheit mitten im Müll lässt in mir die Hoffnung aufkeimen, dass sich das Land und die Natur regenerieren kann und so die wichtigen Ressourcen nachhaltig für die kommenden Generationen erhalten werden können.


Weitere Eindrücke von Hannes aus Ghana finden sich auf seinem Blog: http://hannesinghana.jimdo.com

Comments (1)

  1. Zarah Thiel at 12.02.2016
    Danke für diesen interessanten Einblick!

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